Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 18. April 2020

Pornografie als Ursache für Erektionsprobleme

Wer regelmäßig pornografisches Material konsumiert, kann diverse sexuelle Störungen erleiden unter anderem eine erektile Dysfunktion. Die veränderte Wahrnehmung des Geschlechtsverkehrs macht es immer schwieriger, eine Erektion aufzubauen und diese zu halten.

Bei einer sogenannten Porno-induzierten erektilen Dysfunktion werden durch die pornografische Inhalten eine Reizüberflutung verursacht, die dafür sorgt, dass der Geschlechtsakt aufgrund von Potenzproblemen unmöglich gemacht wird.

Dieses Problem geht in erster Linie davon auf einen Rückgang der Dopamin-Rezeptoren zurück. Dieses natürliche Glücksgefühl wird unter anderem durch sexuelle Befriedigung ausgelöst und lässt sich durch einen hohen Pornokonsum immer schwerer erreichen. Als Folge steigt der Selbstdruck, sich permanent neuen Reizen auszusetzen.

Ja, es ist möglich, die Reizschwelle wieder zu senken und somit einen befriedigenden Geschlechtsverkehr zu ermöglichen. Ziel dabei ist es, den Konsum pornografischer Inhalte zu reduzieren und im besten Fall einen kompletten Verzicht zu erzielen.

Entscheidend für die wichtige Frage, wie schnell sich die Folgen durch den überhöhten Pornokonsum überwinden lassen, sind verschiedene Parameter wichtig. Besonders hilfreich ist die professionelle Beihilfe durch einen Psycho- oder Sexualtherapeuten.

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    Pornokonsum als Auslöser für Erektionsstörungen

    Eine erektile Dysfunktion wird in den meisten Fällen mit körperlichen Beschwerden aufgrund fortgeschrittenen Alters verknüpft. Junge Männer, die die Diagnose Erektile Dysfunktion erhalten, blicken in den meisten Fällen auf psychische Ursachen. Diese lassen sich oft auf den hohen Konsum von pornografischen Inhalten zurückführen.

    Die Rede ist in diesen Fall von einer Porno-induzierten Erektionsstörung (erektile Dysfunktion).

    Die Wirkung übermäßigen Pornokonsums

    Pornografische Medien sind schon seit vielen Jahren Bestandteil der Gesellschaft angekommen. Die Verfügbarkeit im Internet macht Pornos vor allem für jüngere Männer besonders beliebt. Früher wurden vergleichsweise harmlose Sexszenen für ausreichende Stimulation gezeigt.

    Im Laufe der Zeit hat eine deutliche Intensivierung der gezeigten Szenen stattgefunden. Fetische, Gruppenszenen und andere Zurschaustellungen sind mittlerweile notwendig, um in gleicher Weise stimuliert zu werden.

    • Die Verminderung der sexuellen Reize

      Der hohe Konsum pornografischer Medien führt im Endeffekt, dass die eigene Partnerin bzw. der eigene Partner sexuelle Reize einbüßt.

      Somit sinkt die generelle Lust an richtigen Geschlechtsverkehr, der scheinbar reizlos wirkt, im Vergleich mit den reizvollen Darstellungen im Internet. In den Inhalten wird die männliche Fähigkeiten künstlich stilisiert und wirkt so, dass es normal ist.

      Dauererektionen und der intensive Geschlechtsverkehr über langen Zeitraum wird als normal angesehen. Dadurch entsteht im Unterbewusstsein ein unnatürlich hochgestecktes Ziel und ein Bild des starken und potenten Mannes.

    • Unnatürliche Gefühle

      Eine wichtige Funktion kommt dem Dopamin hinzu. Dieses Glückshormon ist dafür verantwortlich, dass lebenswichtige Verdienste entsprechend belohnt werden, so auch der Geschlechtsverkehr. Die permanente Verfügbarkeit der Pornografie ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass eine starke Erhöhung des Dopamins-Spiegels nur wenige Klicks entfernt liegt.

      Wenn Pornos häufig konsumiert werden, muss man mit diesen Folgeschäden rechnen.

    • Die Entstehung physischer Erektionsstörungen

      Die mit Selbstbefriedigung erzeugte Stimulation übertrifft die Reize des Geschlechtsverkehrs und der Orgasmus kommt nur noch stark verzögert und bleibt in vielen Fällen sogar aus. Wenn sich dieser Kreislauf fortsetzt, so ist die Erektionsstörung stark heruntergesetzt und es bildet sich eine erektile Dysfunktion.

    Aktuelle Studien können bestätigen, dass jeder dritte Mann von den Folgen einer Porno-induzierten Erektionsstörung betroffen ist.5

    Welche Lösungen stehen zur Verfügung?

    Untersuchungen zeigen mehrere Möglichkeiten und Wege, um das Problem der Erektionsstörung zu überwinden. Bei diesem Problem handelt es sich nicht um ein reversibles Phänomen. Durch eine Reduzierung des Konsums und im besten Fall der Verzicht auf diese Inhalte lassen sich die Probleme rückgängig machen.

    Das Gehirn besitzt die Fähigkeit, sich neu anzugleichen, um wieder auf die natürlichen Reize beim Geschlechtsverkehr zu reagieren. Verbesserungen lassen sich schon nach rund drei Monaten zeigen.

    Wie lange die Wiederherstellung der anfänglichen sexuellen Reizbarkeit in der Realität dauert, ist wiederum von Faktoren abhängig. Besonders nachhaltig sind die Auswirkungen des Konsums dann, wenn die Medien schon in Teenageralter konsumiert werden.

    Disziplin ist entscheidend

    Nicht immer ist der Verzicht auf pornografische Inhalte, welcher ein hohes Maß an Selbstdisziplin notwendig macht, für die Überwindung der Folgen. Eine Beratung durch einen Psycho- oder Sexualtherapeuten kann ein guter Weg sein, um schnell Fortschritte zu machen. Voraussetzung dabei ist allerdings, dass dieser Lösungsweg durch die mutige Entscheidung vorausgeht, sich mit dem Therapeuten über das teilweise unangenehme Thema zu unterhalten.

    Vorbeugung gilt als beste Lösung

    Für den verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet kann es hilfreich zu sein, sein Online-Verhalten bewusst zu beobachten. Sind die eigenen Aktivitäten im Internet eher suchtgefährdend oder unbedenklich?

    Der häufige Besuch an Webseiten mit pornografischen Inhalten birgt das beschriebene aber weitestgehend unterschätzten Risiko. Das reale Liebesleben wirkt im Vergleich mit den Sexszenen im Internet langweilig. Eine mögliche Folge kann eine erektile Dysfunktion beim Geschlechtsverkehr mit dem realen Partner sein.

    Die Desensibilisierung der sexuellen Erregung durch die übertriebene pornografischer Darstellung hat einen hohen Preis. Männer, die viele Pornos konsumieren, leiden sehr oft unter einem Rückgang der Libido und verringerten Reaktionen sexueller Reize. Mit der Zeit kann es zur vollständigen Impotenz führen. Umso früher die Betroffenen sich Hilfe suchen, desto besser.

    Auch Potenzmittel könen helfen:

    Wenn die Lust auf Sex grundsätzlich noch besteht, können auch Potenzmittel wie Viagra (Sildenafil) oder Cialis (Tadalafil) helfen. Denn für viele Männer dienen diese PDE-5-Hemmer auch als Stärkung des Selbstbewusstseins. Um die Erektion muss sich dann weniger gesorgt werden. Durch härtere Erektion besteht häufig auch wieder mehr Lust auf Sex.

    1. Porn-induced erectile dysfunction: How does it happen? medicalnewstoday.com
    2. Article Is Internet Pornography Causing Sexual Dysfunctions? A Review with Clinical Reports - Behav. Sci. 2016, 6(3), 17; – doi.org
    3. Is Pornography Use Associated with Sexual Difficulties and Dysfunctions among Younger Heterosexual Men? – Ivan Landripet PhD Aleksandar Štulhofer PhD – doi.org
    4. The Emperor Has No Clothes: A Review of the ‘Pornography Addiction’ Model - David LeyEmail authorNicole PrausePeter Finn – link.springer.com
    5. Is Internet Pornography Causing Sexual Dysfunctions? A Review with Clinical Reports - Behav. Sci. 2016, 6(3), 17;  Received: 10 May 2016 / Revised: 29 July 2016 / Accepted: 2 August 2016 / Published: 5 August 2016 – doi.org
    6. Erektionsstörungen – Potenzstörungen – Erektile Dysfunktion – Impotenz – Dr med Heike Melzer 
     

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