Autor: Anja Behrens, Medizinredakteurin
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 15. April 2020

Sexuelle Hemmungen als Auslöser für Erektionsstörungen

Starke Hemmungen bei der Erektion sind häufig auf Blockaden und andere Ängste zurückzuführen, die eine erektile Dysfunktion erzeugen können. Normalerweise werden durch sexuelle Hemmungen nur ein kleiner Teil Ihrer Sexualität beeinflusst. Bei starken Hemmungen wird Ihre komplette Sexualität beeinflusst.

Durch diese Hemmungen kann bei der Frau oder beim Mann eine erektile Dysfunktion auslösen, oder dazu führen, dass die Person jeglichen Körperkontakt / körperliche Nähe zu einer anderen Person meidet.

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Aaron Amat / shutterstock.com
Übersicht:
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    Was lässt sich gegen Hemmungen tun?

    Starke sexuelle Hemmungen können auf verschiedene Weisen behandelt werden. Als erstes sollten betroffene Personen mit Ihrem Lebensgefährten / Partner, einer Selbsthilfegruppe oder einem Therapeuten öffnen und über die Probleme offen sprechen. Falls diese Ansätze nicht helfen, können Sie eine Erektionsstörung auch durch natürliche Potenzmittel oder andere Hilfsmittel ( PDE-5-Hemmer) behandeln. Auf diese Weise wird das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl gestärkt und die Angstgefühle und Blockaden verschwinden.

    Es ist wichtig zu wissen, dass kleine Störungen in der Sexualität zum Leben dazu gehören. Viele Mediziner und Sexualtherapeuten halten dies auch für vollkommen normal. Nur ein sehr geringer Teil ist mit seinem Sexleben dauerhaft zufrieden und glücklich. Kleine sexuelle Probleme gehören also zu einem Leben dazu. Es gibt viele Gründe, die zu einer Hemmung der Sexualität führen können. Die meisten Ursachen sind aber in der Regel psychische Probleme (Stress, Depressionen oder Probleme in der Beziehung, Probleme bei der Arbeit), die eine Erektionsstörung hervorrufen können.

    Wie drücken sich sexuelle Hemmungen aus?

    Eine sexuelle Hemmung ist ein Verlust der sexuellen Aktivität, eine verringerte Appetenz oder allgemeine Unlust auf Sex. Die betroffene Person hat keine speziellen Wünsche, Vorstellungen oder Beschwerden beim Sex. Dies ist auf die aktuelle Situation zurückzuführen oder dass die Person allgemein nicht genau weiß, was sie möchte.

    Eine sexuelle Hemmung kann sich auch durch eine Aversion ausdrücken. Bei einer Aversion hat die betroffene Person überhaupt kein Interesse an Sex. Selbst die Gedanken an sexuelle Aktivitäten sind negativ.

    Sexuelle Hemmungen können sich beim Mann auf verschiedene Bereiche auswirken:

    • der allgemeine Sexualtrieb (Libido)

    • die Möglichkeit, eine Erektion bekommen

    • die Möglichkeit der Ejakulation

    • die Orgasmusfähigkeit

    Mögliche Ursachen

    Wie bereits erwähnt, haben starke sexuelle Hemmungen psychische und leichte physische Ursachen. Dadurch können allerdings erhebliche Probleme in der Sexualität entstehen. Typische psychische Probleme rufen Stress, Depressionen und Angstgefühle hervor.

    Diese können sich auf andere Bereiche des Körpers auswirken. Häufig versuchen betroffene Personen, den Partner oder die Partnerin oder sich selbst unter Druck zu setzen, um ein bestimmtes Ergebnis zu bekommen. Falls dies nicht gelingt, kann das wiederum zu Stress und Angstgefühlen (Versagensangst) führen. So wird die Person noch weiter belastet und sie könnte möglicherweise komplett das Verlangen nach sexualer Aktivität verlieren, um sich quasi selbst zu schützen.

    Mögliche Auslöser könnten sein:

    Hinweis:

    Das sexuelle Verlangen eines Menschen ist und bleibt nie gleich. Unsere Wünsche und Beschwerden variieren mit der Zeit.

    Veränderungen, die sich auf unser Sexleben auswirken könnten:

    • Wechsel der Partnerin / des Partners

    • psychische oder physische Belastungen jeglicher Art

    • Unausgeglichenheit (kein Gleichgewicht zwischen Freizeit und Berufsleben)

    Krankheiten, die sexuelle Hemmungen auslösen können

    Es gibt verschiedene Krankheiten, die uns die Lust am Sex nehmen können:

    Diagnose von sexuellen Hemmungen

    Sexualmediziner oder -therapeuten können sexuellen Hemmungen diagnostizieren und mit der betroffenen Person einen Plan zur Behandlung ausarbeiten. In der Regel werden folgende Methoden oder Strategien durchgeführt:

    • Überprüfung des Blutdrucks

    • Testosteronspiegel Check

    • Cholesterinspiegel Check

    • Werte der Schilddrüse

    • Überprüfung des Herz- Kreislaufsystems

    • Prostatauntersuchung

    Behandlung von sexuellen Hemmungen

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    Photographee.eu / shutterstock.com

    Sexuelle Hemmungen werden nur selten durch Medikamente behandelt. In der Regel erfolgt eine psychologische Behandlung durch einen Sexualtherapeuten.

    Die Kommunikation zwischen den Partnern ist in einer Beziehung sehr wichtig und essentiell. Nur so lernen die Partner, wie sie Einfühlungsvermögen oder Zuneigung zeigen können. Sie lernen ihren Partner / Partnerin auch anders kennen. Jedes betroffene Paar sollte Energie und vor allem Zeit in das Sexualleben investieren, um die Neigungen, Interessen und auch Beschwerden des Anderen zu kennen.

    Sexuelle Hemmungen bei Männern

    Die genaue Zahl zu bestimmen, ist äußerst schwierig. Viele Männer behalten ein vermindertes sexuelles Verlangen lieber für sich, da es ihnen peinlich ist. Laut verschiedenen Studien sind 16 Prozent der Männer betroffen. Die Dunkelziffer wird aber viel höher geschätzt.

    Wann entstehen Probleme durch sexuelle Unlust?

    Keine Lust auf sexuelle Aktivitäten zu haben ist ein normales und alltägliches Phänomen. Aus medizinischer Sicht ist die verminderte sexuelle Appetenz erst einmal unbedenklich. Durch besondere Stress- oder Belastungssituationen kann es zeitweise zu Phasen von Libidoverlust kommen.

    Zu einem Problem wird mangelnde sexuelle Appetenz erst, wenn der Betroffene darunter leidet. Dies wird dann als „Hypoactive Sexual Desire Disorder“ (HSDD) oder „sexuelle Appetenzstörung“ bezeichnet. Betroffene belastet ein vermindertes sexuelles Verlangen mit fehlenden sexuellen Fantasien. Wichtig ist dabei, dass Patienten den Mangel an Sexualität als Belastung empfinden und eigentlich gern mehr Freude an sexuellen Aktivitäten hätten.

    Heilung einer sexuellen Hemmung

    Der Heilungsprozess und die Behandlung hängt immer mit den Problemen und den Ursachen zusammen. Eine leichte Erektionsstörung kann in der Regel durch eine Beratung oder mehrere Gespräche mit einem Sexualtherapeuten behandelt werden. Potenzmittel oder andere Medikamente sind eine weitere Möglichkeit, um den betroffenen Männern den Druck beim Sex zu nehmen. Sie fühlen sich freier, konzentrierter und selbstbewusster. 4

    Wann sollten betroffene Personen Hilfe in Anspruch nehmen?

    Betroffene Personen sollten immer ihre aktuelle Situationen bei Sexualstörungen berücksichtigen. Meistens werden Erektionsstörungen durch private Probleme ausgelöst, die nach einiger Zeit wieder abklingen. Falls die Erektionsstörung mehrere Wochen anhält, sollten betroffene Personen einen Arzt aufsuchen. Der Hausarzt kann sich dann weiter an einen Sexualtherapeuten oder Psychologen wenden, um ihnen zu helfen.

    Auch Potenzmittel können helfen

    Auch Potenzmittel wie Viagra oder Cialis können helfen sexuelle Hemmungen zu überstehen. Manchen Männern hilft es das Selbstbewusstsein durch die Einnahem von erektionsfördernden Tabletten zu stärken. So wird häufig Viagra oder auch Cialis genutzt um die Gedanken etwas zu lockern und sich um die Erektion keine Sorge mehr machen zu müssen. Voraussetzung: Lust auf Sex, muss bestehen.

    1. WebMD (2019): Sexual Problems in Men. [Stand: 07.12.2019] URL: webmd.com 
    2. Sexuelle Appetenzstörung – Wikipedia – de.wikipedia.org
    3. MSD Manual (2019): Overview of Sexual Dysfunction in Men. [Stand: 07.12.2019] URL: msdmanuals.com 
    4. Combination of psychological intervention and phosphodiesterase-5 inhibitors for erectile dysfunction: a narrative review and meta-analysis – ncbi

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