Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 10. Februar 2020

 

Depressionen und erektile Dyfunktion

Die Lust auf Sex, entsteht zu aller erst im Kopf. Leiden Männer allerdings unter Depressionen, ist es nicht verwunderlich wenn wenig Lust auf Sex entsteht. Ohne Lust auf Sex, entsteht auch keine Erektion. 

Herrscht im Kopf eine depressive Verstimmung, wird ein Gefühl der Leere und allgemeine Lustlosigkeit erzeugt. Dann ist das ausbleiben einer Erektion häufig keine körperliche, sondern reine Kopfsache.

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FotoDuets / shutterstock.com

Ja, wenn Männer unter Depressionen leiden, kann ein Mangel an sexuellem Verlangen entstehen, dessen Folge Erektionsprobleme sind. 

Ja, auch Medikamente gegen Depressionen (Antidepressiva) können als Nebenwirkung Erektionsstörungen auslösen und verstärken. Dies führt zu einem Teufelskreis.

Ja, grundsätzlich können PDE-5-Hemmer in den meisten Fällen eine erektile Dysfunktion behandeln.

Sind die Depressionen so stark ausgeprägt das grundsätzlich gar keine Lust auf Sex entsteht, können allerdings auch PDE-5-Hemmer nicht helfen. Denn ohne Lust auf Sex können diese Potenzmittel nicht wirken. 

Bei Depressionen ist eine Psychologische Behandlung in den meisten Fällen der beste Ansatz. Denn in erster Linie sollte die Ursache und nicht die Symptome behandelt werden.

Wird die Depressionen gelöst, kann möglicherweise auch ohne Potenzmittel wieder ein erfülltes Sexualleben geführt werden..

Übersicht:
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    Wie erkennt man Depressionen?

    Hinter dem Wort Depression steckt eine "Niedergeschlagenheit". Mit der Bezeichnung wird im medizinischen Sinne eine krankhafte Störung der Psyche bezeichnet.

    Im übrigen galten Depressionen lange Zeit lang als eine Krankheit die vor allem Frauen betrifft. Heute ist bekannt, das dies schon lange nicht mehr der Fall ist.4

    Liste der häufigsten Symptome einer Depression bei Männern.

    Hauptsymptome:

    • Depressive Verstimmung

    • Interessenverlust

    • Freudlosigkeit

    • Erhöhte Müdigkeit

    Nebensymptome:

    • Schlafstörungen

    • Konzentrationsstörungen

    • Schuldgefühle

    • Vermindertes Selbstwertgefühl

    • Negative Gedankengänge

    • Mangel an Zukunftsperspektiven

    • Gefühlslosigkeit

    • Innere Leere

    • Diffuse Ängste

    • Vermeidung sozialer Kontakte

    • Appetitmangel

    • Selbstmordgedanken

    Selbstverständlich müssen nicht alle Symptome bei betroffenen Personen auftreten. Diese Liste ist nur ein Bruchteil der bekannten Symptome. Oft werden diese auch falsch interpretiert. Die Depression als Krankheit, wird nur sehr selten von den Betroffenen erkannt.

    Ab wann spricht man von einer Depression?

    Leichte Depression: 2 Haupt-, & 2 Nebensymptome
    Mittelschwere Depression: 2 Haupt-, & 3-4 Nebensymptome
    Schwere Depression: 3 Haupt-, & 2 oder mehr Nebensymptome

    Die Depressionen können entweder durch drei verschiedenen Formen durchlebt werden:

    • Lang anhaltende Episode

    • Wiederkehrende Episode

    • Chronischer Form (Dysthymie)

    Wenn zwischen depressiven und manischen Phasen gewechselt wird, ist die Sprache von einer bipolaren Störung.6 Bleiben Depressionen unbehandelt, können diese zu einen großen Verlust an Lebensqualität führen.

     

    Zusammenhang: Depressionen & Erektionsstörungen

    • Eine Erektionsstörung kann durch Depressionen entstehen.

    • Es können allerdings auch Depressionen durch Erektionsstörungen entstehen.

    Besteht zu erst die Depression, macht sich dies auch auf die Erektion bemerkbar. Es herrscht häufig ein Mangel an sexuellem Verlangen. Auch eine Versagensangst kann durch die Depression gestärkt werden.

    Es ist allerdings auch möglich das eine Depression erst durch die mangelnde Erektion entsteht.

    Insbesondere bereits lang anhaltende Erektionsstörungen verursachen in vielen Fällen eine Depressionen. Es ist nicht immer einfach zu erkennen, welches Problem der erste Auslöser gewesen ist.

    Werden die Depressionen erst durch die Erektionsstörung ausgelöst, können PDE-5-Hemmer für eine ausreichende Erektion sorgen und somit auch die Depression vermindern.3

     

    Behandlung wenn Depressionen die Auslöser sind

    Die Behandlung von erektiler Dysfunktion, ausgelöst durch Depressionen kann unter Umständen schwieriger als üblich sein.

    Herrscht keine Lust auf Sex, können beispielsweise PDE-5-Hemmer (Potenzmittel) auch keine Wirkung zeigen. Diese Wirkstoffe verbessern nämlich nur die Verblutung und ermöglichen somit nur dann eine Erektion, wenn auch Lust auf Sex besteht.

    Wichtig für den Einsatz von den effektiven PDE-5-Hemmern wäre es, wieder Lust auf Sex zu verspüren.

    Ist die Lust auf sexuelle Aktivität durch psychologische Behandlung oder wieder angekurbelt, können PDE-5-Hemmer auch Ihre Wirkung zeigen. Der Einsatz von Antidepressiva könnte in diesem Fall auch helfen, bringt allerdings auch eine unvorteilhafte Wechselwirkung mit sich.

    Behandlung während Antidepressiva

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    TanyaJoy / shutterstock.com

    Antidepressiva können als Nebenwirkung ebenfalls Erektionsstörungen auslösen und/oder verstärken.

    Dies hängt mit der Ausschüttung des Glückshormons Serotonin und des Hormons Dopamin zusammen. Diese Hormone spielen nämlich auch bei sexuellen Funktionen eine wichtige Rolle. Sind die Antidepressiva zu stark, kann dies erneut die Lust auf Sex reduzieren.

    Diese Verminderung der Lust auf Sex wird häufig durch serotonergen Antidepressiva ausgelöst. Auch bei selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, treten Erektionsstörungen auf, allerdings seltener.

    Bekannt ist auch das Post-SSRI sexual dysfunction (PSSD) (persistierende sexuelle Funktionsstörung nach Absetzen von SSRI/SNRI) Syndrom.5 Dabei handelt es sich um eine Liste von Symptomen im hauptsächlich sexuellen Bereich die durch die Einnahme von Antidepressiva ausgelöst wird. Dazu zählen sowohl die selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer wie auch die selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer.

    Möglichkeiten um die Lust während Antidepressiver Behandlung wieder anzukurbeln:

    • Ein anderes Antidepressiva einnehmen

    • Die Dosis der serotonergen Antidepressiva reduzieren

    • Einnahme Pausen einführen (z.B am Wochenende)

    • Natürliche Aphrodisiaka nutzen

    Die Ursache anstatt die Symptome behandeln

    Wenn PDE-5-Hemmer während Antidepressiva eingenommen werden, wird zwar das Symptom der Erektionsstörung behandelt aber die Ursache der Depression noch nicht.

    Um langfristig von den Depressionen los zu kommen, gilt es die Ursache zu bandeln. Der Auslöser - die Depression - sollte im Besten Fall durch psychologisches Hilfe behandelt werden.

    Wenn die Depressionen nur die Fähigkeit eine Erektion zu erzeugen mindern, die Lust auf Sex allerdings besteht, können PDE-5-Hemmer effektiv helfen. 

    1. Depression and Erectile Dysfunction | Cleveland Clinic
    2. Erectile Dysfunction Psychological Causes: Stress - WebMD
    3. Exploring the relationship between depression and erectile dysfunction in aging men. – ncbi.nlm.nih.gov
    4. The Experience of Symptoms of Depression in Men vs Women Analysis of the National Comorbidity Survey Replication – doi.org
    5. Post-SSRI Sexual Dysfunction – de.wikipedia.org
    6. Was ist eine Bipolare Erkrankung? – neurologen-und-psychiater-im-netz.org

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