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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 21. Januar 2020

Psychologische Ursachen für erektile Dysfunktion

Neben körperlichen oder medikamentösen Ursachen kommen auch geistige bzw. psychische als mögliche Auslöser einer erektilen Dysfunktion in Frage.  Oft sind Probleme in der Beziehung oder im Berufsleben Grund für eine psychisch bedingte Impotenz.

Wer beispielsweise vor oder beim Sex zu viel nachdenkt und von Versagensängsten geplagt wird, hat oft ein Problem, eine zufriedenstellende Erektion zu bekommen.

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    Erektile Dysfunktion Psychologische Ursachen (2)

    Wie wirken sich Versagensängste auf die Erektion aus?

    In erster Linie entsteht Lust oder sexuelle Anziehung im Kopf. Das Gehirn gibt die Impulse des Mannes anschließend an den Körper weiter, sie verbreiten sich über das Rückenmark zu den Knoten und Nervensträngen des Penis.

    Eine Erektion ist somit nicht allein das Ergebnis einer Taststimulation, sondern vielmehr die Antwort auf entsprechende Gedanken, Fantasien und Gefühle. Werden diese sexuellen Impulse nicht ausgelöst oder nicht weitegegeben, kann es zu einer psychisch bedingten Erektionsstörung kommen.

    Wer ist besonders häufig von psychischer Impotenz betroffen?

    Da meist Versagensängste oder private oder berufliche Sorgen Grund für eine psychisch bedingte Impotenz sind, sind besonders labile, nachdenkliche oder junge Männer, welche noch keine oder nur wenige sexuelle Erfahrungen gemacht haben, betroffen.

    Aber auch ältere Männer können durchaus betroffen sein. Laut verschiedenen Umfragen geben auch ältere Männer oft an, Angst zu haben, ihre Partnerin sexuell nicht mehr befriedigen zu können. Aus dieser Angst kann oft auch eine erektile Dysfunktion entstehen.

    Gründe für eine psychisch bedingte Dysfunktion

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    • Sexueller Leistungsdruck

    • Stress im Beruf

    • Beziehungsprobleme

    • Unbewältigte private oder berufliche Konflikte

    • Mangelndes sexuelles Interesse

    Auch psychische Traumata im Kindes- oder Jugendalter können Potenzprobleme im Erwachsenenalter auslösen. So kann beispielsweise das elterliche Einflößen, dass sexuelle Handlungen schädlich oder gar verboten seien, die sexuelle Zukunft eines Mannes stark beeinflussen, denn so wird auch im späteren Leben bei jeder erotischen Erfahrung auch ein unangenehmes Gefühl dabei sein.

    Persönliche Erfahrungen oder Misserfolge prägen ebenso. Hatte der Mann beispielsweise schon mit negativen Reaktionen im Zusammenhang mit Sexualität umzugehen oder bereits Kontakt mit sexuell übertragbaren Krankheiten, kann dies Auslöser von sexuellen Hemmungen oder gar Erektionsstörungen sein.

    Nicht selten spielen auch Missverständnisse oder Konflikte in der Partnerschaft eine entscheidende Rolle. Meist verbreitete Ursache hier ist die fehlende Nähe zwischen Mann und Frau sowohl seelisch als auch sexuell. Weiter können auch eine nachlassende Zuneigung oder körperliche Unattraktivität sowie unterschiedliche Wertsysteme ursächlich sein. Hier hilft meist die Kommunikation mit dem Partner.

    Auch als Begleiterscheinung einer neuen Beziehung tritt hin und wieder eine psychisch bedingte erektile Dysfunktion auf. Eine ungeklärte sexuelle Orientierung kann ebenfalls zu einer ED beitragen.

    Unterscheidung zwischen psychischen und sonstigen Ursachen

    Organische Ursachen einer Erektionsstörung sind meist recht schnell von einem Fachmann zu erkennen.

    Eine von Medikamenten hervorgerufene erektile Dysfunktion ist hingegen nicht so leicht von einer psychisch bedingten Ursache zu differenzieren. Einige Arzneimittel können Nebenwirkungen haben, welche Probleme mit der Erektion hervorrufen. Oft ist diese dann nur schwer dem Medikament zuzuordnen.

    Checkliste: Psychische Ursachen als Auslöser einer ED

    • Die erektile Dysfunktion hat plötzlich begonnen

    • Es liegen keine augenscheinlichen körperlichen Ursachen für die anhaltende Erektionsstörung vor

    • Es gibt oder gab vor Auftreten der Störung belastende oder stressige Situationen im Privat- oder Berufsleben

    • Die Erektionsprobleme treten häufig, aber nicht dauerhaft auf. Sie kommen und gehen

    • Vor allem in bestimmten Situationen (z.B. im Beisein der Partnerin) auf, nicht aber bei der Selbstbefriedigung

    • Nächtliche und morgendliche spontane Erektionen treten weiterhin auf

    • Beim Betroffenen liegen grundsätzlich keine körperlichen Risikofaktoren (wie beispielsweise Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Medikamente, Drogen- oder Alkoholmissbrauch) für eine erektile Dysfunktion vor

    • Der Betroffene ist jünger als 50 Jahre

    Psychische Ursachen vs. Organische Ursachen: Oft gibt es mehrere Faktoren

    Nach aktuellem medizinischem Stand wird davon ausgegangen, dass eine erektile Dysfunktion (ED) meist multifaktoriell bedingt ist. Was bedeutet, dass die Ursache einer Erektionsstörung nicht nur auf einen Umstand zurückzuführen ist, sondern von mehreren Faktoren hervorgerufen wird.

    Oft werden organische Probleme bzw. Ursachen durch Medikamente oder psychische Faktoren noch verstärkt. Ein Zusammenspiel dieser erhöht die Gefahr für eine erektile Dysfunktion.

    Alter hoch
    BMI mittel
    Bluthochdruck hoch
    Diabetes hoch
    Depression/ Stress/ Versagensängste gering/ mittel
    Verschlusskrankheit hoch

    Psychische Ursachen mit Potenzmittel behandeln?

    Sind alle anderen Ursachen ausgeschlossen und dauert die psychisch bedingte Erektionsstörung mehr als 6 Monate an, können auch PDE-5-Hemmer ergänzend verordnet werden.

    Bewährt sich diese doppelte Behandlung, so können nach und nach die Ängste und Sorgen abgelegt und durch ein geringe Dosis an Medikamenten die Erektionsfähigkeit in der Behandlungszeit unterstützt werden.

    • Serie: Sexuelle Funktionsstörungen – Psychosomatische Aspekte bei Erektionsstörungen Dtsch Arztebl 2000; 97(10): A-615 / B-534 / C-488 - aerzteblatt.de
    • erektile Dysfunktion – wikipedia.org
    • Erectile Dysfunction Psychological Causes - WebMD
    • Is Erectile Dysfunction Psychological? - Healthline

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