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Autor: Anja Behrens, Medizinredakteurin
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 2. März 2020

Diabetes als Ursache einer erektilen Dysfunktion

Bei einer erektilen Dysfunktion denken nur wenige der Betroffenen zuerst an einen Zusammenhang mit der Zuckerkrankheit Diabetes. Doch die Schwankungen des Blutzuckerspiegels haben weitreichende Auswirkungen auf den gesamten Körper und auch auf die Erektion.

Aus gesundheitlichen und psychischen Problemen entsteht eine enorme Doppelbelastung, der Patienten jedoch mit ärztlicher Hilfe entkommen können.

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Übersicht:
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    Diabetes beeinflusst maßgeblich den Stoffwechsel

    Bei Diabetes handelt sich um eine Stoffwechselstörung, in deren Folge der Blutzuckergehalt über einen längeren Zeitraum erhöht ist.

    Diesen Zustand bezeichnen Mediziner als Hyperglykämie. Die Aufnahme des Blutzuckers in die Körperzellen regelt die Bauchspeicheldrüse, indem sie je nach Bedarf verschiedene Hormone produziert und ausschüttet.

    Im gesunden Körper sorgt das Hormon Insulin dafür, dass Zuckermoleküle nach der Nahrungsaufnahme vom Blut in die Körperzellen gelangen.

    Leiden Patienten unter Diabetes, ist dieser Vorgang gestört.

    Die Körperzellen reagieren entweder nicht auf das Insulin oder in der Bauchspeicheldrüse wird nicht genügend Insulin gebildet.

    Im Blut befindliche Zuckermoleküle können nicht in die Zellen gelangen und es kommt zu einer krankhaften Erhöhung des Blutzuckers.

    Mediziner unterscheiden zwischen zwei verschiedenen Arten der Diabeteserkrankung, den Diabetes Typ 1 und Typ 2. Beiden Formen liegt ein Insulinmangel zu Grunde, der jedoch in seinen Ursachen variiert.

    Faktoren & Ursachen Typ 1 & Typ 2

    • Die Bauchspeicheldrüse produziert innerhalb kurzer Zeit kein oder nur noch wenig Insulin.
    • Bestimmte Antikörper richten sich gegen das Organ und beeinträchtigen dessen Funktion.
    • Antikörper helfen normalerweise, unseren Körper vor Krankheitserregern zu schützen, indem sie diese eliminieren.
    • Bei einer Autoimmunreaktion richten sie sich jedoch gegen den Körper selbst.

    Warum sie im Falle von Diabetes 1 die Bauchspeicheldrüse schädigen und warum sie überhaupt entstehen, ist teilweise unklar. Bestimmte Krankheiten stehen in Verdacht, die Bildung der schädlichen Antikörper hervorzurufen.

    Nur knapp 5 % aller Diabetiker in Deutschland leiden unter Typ 1 Diabetes.

    Die Betroffenen sind oft Kinder und Jugendliche, bei denen der akute Insulinmangel schon frühzeitig auftritt. 

    Der Großteil der Diabetespatienten leidet unter den sogenannten Altersdiabetes. In Deutschland sind 95% aller Diabetiker davon betroffen.

    Im Gegensatz zum Typ 1 funktioniert die Bauchspeicheldrüse zu Beginn der Erkrankung normal. Bestimmte Faktoren sorgen im Laufe des Lebens für eine steigende Insulinresistenz der Körperzellen.

    Risikofaktoren Typ 2 Diabetes:

    • fortgeschrittenes Alter
    • Übergewicht
    • wenig Bewegung
    • fettreiche und hochkalorische Ernährung
    • Diabetes im familiären Umfeld
    • Rauchen

    Da die Glukose im Blut verbleibt, erhält die Bauchspeicheldrüse das Signal mehr Insulin zu produzieren. Ab einem bestimmten Stadium kann das Organ dem gesteigerten Insulinbedarf nicht mehr nachkommen. Bei den Patienten zeigen sich die ersten Symptome.

    Unbehandelt kann Diabetes Typ 2 zur vollkommenen Erschöpfung der Bauchspeicheldrüse und zum Organversagen führen.

    Diabetes als Auslöser einer erektilen Dysfunktion

    Eine erektile Dysfunktion ist nicht selten eine Folgeerscheinung von Diabetes.

    Bei einem langanhaltend hohen Blutzuckerspiegel kommt es zu Ablagerungen der Zuckermoleküle und zur Verzuckerung von Proteinen oder Blutzellen. Der Blutzucker gelangt dabei nicht ausreichend in die Körperzellen, sondern lagert sich an Blutbestandteile an. Diabetes kann somit im fortgeschrittenen Stadium die Blutzirkulation erheblich behindern.

    Die chronische Stoffwechselstörung beeinträchtigt Nerven und Gefäße. Eine durch Diabetes hervorgerufene Gefäßerkrankung wird auch als diabetische Angiopathie bezeichnet. Sie kann sowohl kleinere als auch größere Gefäße umfassen.

    Sind Nervenbahnen von der Schädigung betroffen, sprechen Ärzte von einer Neuropathie.

    • Die Schäden sind umso größer, je länger die Erkrankung bereits besteht.
    • Sowohl eine Angiopathie als auch eine Neuropathie kann Erektionsstörungen hervorrufen.

    Fast die Hälfte aller männlichen Diabetespatienten leiden im Laufe der Erkrankung an vorübergehender oder bleibender Impotenz.

    Eine erektile Dysfunktion ist jedoch auch ein Warnsignal für Betroffene, bei denen bislang noch kein Diabetes festgestellt wurde.

    Diabetes anhand der Symptome und Blutwerte erkennen

    Die meisten Patienten bekommen ihre Diagnose entweder im Rahmen einer Routineuntersuchung oder wenn sie mit wiederkehrenden Beschwerden die Arztpraxis aufsuchen.

    Behandelnde Ärzte veranlassen anschließend weitere Test, aufgrund der jeweiligen Symptome der Patienten. Diese unterscheiden sich nach Art des Diabetes und des Stadiums der Erkrankung.

    Bei einem Typ 1 Diabetes kommt es häufig zu einem akuten Versagen der Bauchspeicheldrüse und somit zu plötzlichen und schweren Symptomen. Betroffene landen meist sofort im Krankenhaus.

    Ein Typ 2 Diabetes beginnt mit unspezifischen Symptomen und kann unbehandelt gefährliche gesundheitliche Folgen haben.

    Zu den Symptomen und Folgeerscheinungen bei Diabetes gehören unter anderem:

    Symptome Diabetes Typ 2 im Frühstadium:

    • Müdigkeit

    • Erhöhtes Durstgefühl

    • Trockene Schleimhäute

    • Farbloser Urin

    • Abgeschlagenheit

    • Erektionsstörungen

    Symptome Diabetes Typ 2 im Spätstadium:

    • Schlechte Wundheilung

    • Infektanfälligkeit

    • Sehstörungen

    • Herzinfarkt und Schlaganfall

    • Dauerhafte Impotenz

    • Niereninsuffizienz

    Symptome Diabetes Typ 1:

    • Schwindelgefühl

    • Ohnmacht

    • Massiver Energieverlust

    • Gewichtsverlust

    • Übelkeit

    • Wahrnehmungsstörungen

    Entstehung von Erektionsstörungen durch Diabetes

    Verschiedene Faktoren sorgen im Falle einer Diabeteserkrankung für das Versagen der Erektion.

    Zum einen ist der Hormonhaushalt aufgrund der chronischen Stoffwechselerkrankung gestört. Dies kann sich auf Abläufe und Gleichgewichte im gesamten Körper auswirken, darunter auch auf die Prozesse der Geschlechtsorgane. Ist das Gleichgewicht der Sexualhormone verschoben, bleibt eine Erektion mitunter aus.

    Darüber hinaus kann es durch Ablagerungen innerhalb der Blutgefäße zur mangelnden Blutversorgung kommen. Der Blutfluss ist unterbrochen oder vermindert und die Genitalien werden nicht ausreichend durchblutet.

    Im Rahmen einer Neuropathie können die für die Erektion notwendigen Nervenbahnen geschädigt werden.

    Eine Reizweiterleitung ist so nicht mehr möglich und die Erektion bleibt aus. Im späteren Verlauf kann eine Diabeteserkrankung den Aufbau des Schwellkörpers beeinflussen und somit dessen Funktion behindern. Der Schwellkörper wird teilweise abgebaut und spricht nicht mehr auf Reize an.

    Nebenwirkungen von Medikamenten

    Auch Nebenwirkungen von Medikamenten, die zur Behandlung des Diabetes und dessen Symptomen eingesetzt werden, beeinflussen die Potenz mitunter negativ.

    Dazu kommt die psychische Belastung der betroffenen Männer und Probleme in der Partnerschaft. Aufgrund der hormonellen Verschiebung und der gesundheitlichen Beschwerden leiden Diabetespatienten häufig an sexueller Unlust.

    Ohne die notwendige Erregung ist die Potenz gestört und Betroffene berichten über eine zunehmende Lustlosigkeit.

    Behandlung der diabetesbedingten erektilen Dysfunktion

    Um der erektilen Dysfunktion im Zusammenhang mit Diabetes entgegenzuwirken, kann eine Behandlung des Diabetes ausreichend sein.

    Die richtige Einstellung des Blutzuckergehaltes gelingt mit einer gut überwachten Zudosierung von Insulin. Das Risiko von Ablagerungen in den Blutgefäßen und der Schädigung von Nerven wird gesenkt.

    Betroffene sollten darüber hinaus einen gesunden Lebensstil anstreben. Der Verzicht auf Zigaretten, Alkohol und fettreiche Ernährung verbessert die Blutwerte und mindert den Schweregrad der Symptome. Die Durchblutung wird verbessert und eine gesunde Erektion wird unterstützt. Ein angepasstes Bewegungsprogramm und das Vermeiden von Stress beeinflussen den Prozess positiv. Ergänzend sollte bei Depressionen und Belastung der Partnerschaft psychologische Hilfe in Anspruch genommen werden.

    Darüber hinaus können behandelnde Ärzte Medikamente gegen erektile Dysfunktion verschreiben. Die sogenannten PDE-5-Hemmer wirken auch bei einer erektilen Dysfunktion bedingt durch Diabetes. Die Wirkung kann jedoch geringer ausfallen als üblich. Die Dosierung und deren Anpassung sollte daher immer mit einem Arzt abgesprochen werden.

    Eine Zudosierung des Hormons Testosteron ist in Fällen von Testosteronmangel sinnvoll und kann den Effekt der PDE-5-Hemmer steigern.

    ED als Folge und Warnzeichen von Diabetes

    Wer unter Erektionsproblemen leidet, sollte in allen Fällen eine Erkrankung an Diabetes als potentielle Ursache in Betracht ziehen.

    Die Stoffwechselstörung begünstigt die Entstehung einer erektilen Dysfunktion auf vielfältige Weise. Erkennen Ärzte den Zusammenhang zwischen der Erektionsstörung und Diabetes bei betroffenen Patienten, können gezielte Therapiemaßnahmen helfen. Dabei sollte zuerst die Diabeteserkrankung und deren Symptome behandelt werden.

    Eine gesunde Lebensweise und die richtige Einstellung des Blutzuckergehaltes mindern die Einschränkungen und fördern die allgemeine Gesundheit. Ergänzend können Medikamente der PDE-5-Hemmer Klasse, zur Verbesserung der Erektion verschrieben werden.

    1. Erectile Dysfunction in Diabetic Patients – spectrum.diabetesjournals.org
    2. Diabetes and sexual dysfunction: current perspectives – ncbi.nlm.nih.gov
    3. Erectile dysfunction and diabetes: A review of the current evidence-based medicine and a synthesis of the main available therapies – em-consulte.com
    4. Erektionsstörungen - kein Grund zum Verzweifeln - DiabSite
    5. Erectile Dysfunction and Diabetes – www.webmd.com
    6. When do men with diabetes develop erectile dysfunction? www.webmd.com

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