Startseite » Ursachen » Organische Ursachen » Gefäßerkrankungen

Autor: Kerstin Voigt, Medizinredakteurin
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 17. April 2020

Gefäßerkrankungen als Ursache von Impotenz

Gefäßerkrankungen machen sich oft zuerst durch Erektionsstörungen bemerkbar, und das häufig lange bevor die ersten Herz- oder Kreislaufbeschwerden auftreten.

arterienverkalkung
crystal light / shutterstock.com
Übersicht:
    Add a header to begin generating the table of contents

    Sind Gefäßerkrankungen immer auch Herz- und Kreislauferkrankungen?

    Allgemein handelt es sich bei Gefäßerkrankungen um krankhafte Veränderungen der Blut- und Lymphgefäße. Hierzu gehören Arterien und Venen. Am häufigsten kommen in unserem Kulturkreis Erkrankungen an den Schlagadern vor, besser bekannt als Arteriosklerose, die schwerwiegende Folgen für das Herz- Kreislaufsystem haben und sogar zum Tod führen können.

    Die wohl bekanntesten Auswirkungen sind Herzinfarkt, Schlaganfall, Thrombose und Lungenembolie.

    Des Weiteren können weniger dramatische Gefäßerkrankungen auftreten wie das Raynaud-Syndrom, das eher unter dem Begriff Krampfadern bekannt ist, sowie Venen- oder Lymphgefäßentzündungen. Wir befassen uns aber hier mit der Arteriosklerose und Gefäßschädigungen infolge einer Diabetes mellitus, da diese Gefäßerkrankungen am häufigsten vorkommen und zu diesen teils lebensbedrohlichen Folgeerkrankungen führen können.

    Darunter fallen folgende Folgeerkrankungen:

    • Herzinfarkt

    • Schlaganfall

    • Schaufensterkrankheit

    • Nierenschwäche

    Bei Patienten mit Diabetes mellitus kommen noch folgende Erkrankungen hinzu:

    • Schädigungen der Augennetzhaut

    • Absterben von Gliedmaßen, beispielsweise den Zehen

    Wie wirkt sich eine Arteriosklerose auf das Herz-Kreislaufsystem aus?

    Herz- Kreislauferkrankungen wie die Korona Hetzkrankheit (9Verengung der Herzkranzgefäße), Schlaganfall und Bluthochdruck stehen letztendlich zusammen in Verbindung, denn sie sind alle Folgen einer Arterienverkalkung, die dazu führt, dass die Elastizität der Schlagadern nachlässt.

    Sogenannte Plaques setzen sich an den Gefäßwänden ab wodurch sie das Herz nicht mehr ausreichend bei der Verteilung des Blutes in alle Körperregionen unterstützen können. Diese Ablagerungen bestehen aus Fett, Blutgerinnsel, Kalk und Bindegewebe und verschließen das Gefäß mit der Zeit vollständig.

    • Versperrt ein Gefäßverschluss den Weg zu den Herzkranzgefäße, ist die Folge ein Herzinfarkt.

    • Geschieht dies in den Halschlagadern auf dem Weg zum Gehirn, führt das zum Schlaganfall

    • Ein Gefäßverschluss in den Beinen hat die sogenannte Schaufensterkrankheit zur Folge.

    In diesen Stadien ist schnelle ärztlich Hilfe dringend lebensnotwendig. Auch Risse oder Blutungen in den Gefäßen sowie Thrombose (Blutgerinsel) können fatale Folgen haben.

    arteriosklerose
    Victor Josan / shutterstock.com

    Die Endothelfunktion einen Aufgabe der Gefäßinnenwand

    In der Arterieninnenwand befindet sich eine dünne Schicht aus Zellen, die das Herz-Kreislauf-System regulieren. Unter anderem sorgen sie dafür, dass sich die Arterien weiten, wo es erforderlich ist. so auch bei der Erektion . Immer mehr Studien beweisen, dass eine Schädigung des Endothels, also der Arterieninnenwand die eigentliche Ursache für die Arteriosklerose ist.

    Eine sogenannte endotheliale Dysfunktion ist nicht nur eine lokale Störung, sondern hat Auswirkungen auf das gesamte Gefäßsystem mit all den oben genannten Risiken. Erektionsstörungen treten dabei schon in einem frühen Stadium der Arteriosklerose auf, da die speziellen Gefäßstrukturen im Penis besonders sensibel auf Funktionsstörungen der Gefäße reagieren. Die Schwellkörper füllen sich nicht mehr richtig.

    Die Blutgefäße sind weniger elastisch, wodurch nicht mehr genügend Druck aufgebaut werden kann, um den Penis zu erhärten

    Penis & Gefäßsystem

    Der Penis ist die Wünschelrute des Gefäßsystems.

    Dieser Satz, der gerne von Urologen zitiert wird, sagt eigentlich schon alles über das Zusammenspiel zwischen dem Penis und dem Gefäßsystem aus. So liegt die Ursache für Impotenz in 80 Prozent der Fälle bei Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.

    Daher fragt der Facharzt zuerst, ob eine Gefäßerkrankung vorliegt. Ist diese dem Patienten nicht bekannt, prüft der Urologe, ob es Hinweise auf eine beginnende oder bereits manifestierte Arteriosklerose gibt. Werden diese gefunden, überweist der Urologe den Patienten zur parallelen Behandlung an einen Kollegen, beispielsweise einen Kardiologen. Aus diesem Grund ist es immer ratsam, bei Potenzproblemen einen Facharzt aufzusuchen und die Ursachen abzuklären.

    So können unentdeckte Krankheiten ans Tageslicht kommen und mit der Behandlung begonnen werden und die Risiken schwerwiegender Verläufe eingedämmt werden.

    Das metabolische Syndrom

    Unter dem metabolischen Syndrom verstehen Mediziner die Kombination verschiedener Symptome, die für eine Arteriosklerose verantwortliche sein können.

    Hierzu gehören:

    • starkes Übergewicht vor allem am Bauch

    • Bluthochdruck

    • hohe Blutzuckerwerte

    • gestörter Fettstoffwechsel

    Dieser höchst brisante Cocktail ist Gift für die Arterien Bleiben diese Symptome unbehandelt, können sie für die Erhöhung der Harnsäure (Gicht) und Blutgerinnungsstörungen sorgen sowie entzündliche Prozesse im Körper. Auch Diabetes Typ 2 kann eine Folgeerkrankung des metabolischen Syndroms sein.

    Die Häufigkeit einer erektilen Dysfunktion liegt je nach Altersgruppe zwischen 30 und 40 Prozent. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen wird innerhalb derversten zehn Jahre eine Diabetes diagnostiziert, bei 12 Prozent ist die Impotenz ein Vorbote der Zuckerkrankheit. Auch diese kann der Urologe frühzeitig erkennen.

    Ursache einer durch Diabetes ausgelöste Gefäßerkrankung ist ein zu hoher Glucose-Anteil im Blut, wodurch eine edotheliale Dysfunktion verursacht wird. Auch bei Patienten mit Diabetes Typ 1 ist eine Schädigung der Arterieninnenwand häufig Ursache einer Arteriosklerose. Schwerwiegende Gefäßerkrankungen treten bei Diabetikern zwei- bisher viermal häufiger auf als bei Patienten mit einer Stoffwechselerkrankung.

    Behandlung der gefäßbedingter Impotenz

    Der Patient kann zunächst selbst viel zu seiner Heilung beitragen. Gewichtsreduzierung, Bewegung, gesunde Ernährung, Rauchentwöhnung und Reduzierung des Alkoholkonsums sind Maßnahmen, die das Herz-Kreislauf-System entlasten.

    Diabetiker sollten zusätzlich auf eine optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels achten, denn jede Überzuckerung vergrößert das Risiko einer Hefäßerkrankung.

    Zusätzlich wirken sich blutzuckersenkende Medikamente wie Rezeptorenblocker und ACE-Hemmer sowie Arzneimittel zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie PDE-5-Hemmer positiv auf die Potenz aus.

    Eine Möglichkeit, eine verkalkte Penisarterie zu dehnen und dadurch wieder durchlässig zu machen, ist ein Ballonkatheter. Dieses Prinzip funktioniert ähnlich wie bei einem Herzkatheter und gelingt erfahrenen Chirurgen sogar bei sehr feinen Arterien und mit minimalinvasiven Eingriffe unter lokaler Betäubung. Dadurch werden lange Aufenthalte im Krankenhaus unnötig. Auch andere operative Maßnahmen wie eine Penisprothese oder ein Penisimplantat sind möglich, sollten aber nur als letztes Mittel in Erwägung gezogen werden.

    Bei Potenzmitteln ist höchste Vorsicht geboten, denn sie können gefährliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen beispielsweise mit anderen Medikamenten haben, Hierbei sollte immer der behandelnde Arzt um Rat gefragt werden.

    • Erectile dysfunction and coronary artery disease prediction: evidence-based guidance and consensus – G. Jackson,1 N. Boon,2 I. Eardley,3 M. Kirby,4 J. Dean,5 G. Hackett,6 P. Montorsi,7 F. Montorsi,8 C. Vlachopoulos,9 R. Kloner,10 I. Sharlip,11 M. Miner12 – onlinelibrary.wiley.com
    • Erektile Dysfunktion - ein Warnzeichen für mögliche Gefäßerkrankungen von Dr. med. Boris Leithäuser - jameda.de
    • Erektionsstörungen - Impotenz – European Institute for Sexual health – porst-hamburg.de

    Medizinisch überprüft

    Inhalt überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren

    Unsere Inhalte werden nach höchstem wissenschaftlichen Standard verfasst und anschließend von Ärzten & Medizinern überprüft. Wir informieren Sie vollkommen werbefrei und somit unvoreingenommen. Dennoch sollten diese Informationen nicht für eine Selbstdiagnose oder Selbstmedikation verwendet werden.

    Über uns

    Auf unserem Informationsportal über erektile Dysfunktion finden Sie nur werbefreie Inhalte.

    Das Ziel unserer Seite ist es, wissenschaftliche Informationen in höchster Qualität, aber dennoch verständlicher Sprache zu vermitteln.

    Bei Anregungen können Sie uns gerne jederzeit kontaktieren.

    Medizinisch geprüft

    Alle Inhalte sind nach aktuellem wissenschaftlichen Standard verfasst und von Ärzten überprüft worden.

    Die Überprüfung durch Mediziner & Ärzte ist uns wichtig, damit nur medizinisch einwandfreie & unbedenkliche Informationen an Sie vermittelt werden.

    Alle medizinischen Inhalte werden sorgfältig recherchiert. Verwendete Literatur wird in den Quellen am Ende eines Artikels genannt.

    Werbefrei – Neutral

    All unsere Inhalte sind werbefrei und unabhängig.

    Damit ist es uns möglich, medizinisch einwandfreie Texte zu vermitteln, ohne eine Leistung oder ein Produkt zu bevorzugen.