Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 21. Januar 2020

Macht Rauchen impotent?

Rauchen kann sowohl direkt wie auch indirekt Einfluss auf die Erektion haben. Besteht bereits eine erektile Dysfunktion, verschlimmert Nikotinkonsum häufig den Zustand. Ein Nikotinentzug kann die Symptome bereits lindern und die Erektionsfähigkeit verbessern. 

Das Sprichwort "Eine Zigarette schadet nicht" ist zwar medizinisch nicht korrekt, kann aber auf die Langzeitfolgen so verstanden werden. Tatsächlich zeigen sich die größten Auswirkungen nur bei regelmäßigen Nikotinkonsum.

Durch das Rauchen wird die Blutversorgung des Penis über die Arterien beeinträchtigt. Außerdem verlieren die Schwellkörper-Muskeln im Penis an Elastizität, dadurch wird ebenfalls eine möglichst harte Erektion umso schwieriger erreicht. 

Die gute Nachricht ist, das durch ein Nikotinentzug eine erektile Dysfunktion teilweise behandelt werden kann. Durch den Verzicht auf Nikotin kann die Blutversorgung wieder verbessert werden, was in häufigen Fällen bereits wieder zu einer härteren Erektion führen kann. 

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Übersicht:
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    Nikotin begünstigt eine erektile Dysfunktion

    • Der Konsum von Nikotin schadet nachweislich der Erektionsfähigkeit

    • Insbesondere Ablagerungen innerhalb der Gefäße sind die Ursache

    Durch Jahrelangen Nikotinkonsum kommt es zu Verschlusskrankheiten der Arterien (Gefäßkrankheiten). In seltenen Fällen führt dies sogar dazu das Körperteile amputiert werden müssen (Raucherbein). Der Schaden ist zu erst an den kleineren Arterien zu bemerken und die diesen zählen auch die Arterien in Richtung des männlichen Genitalien.

    Durch die Verstopfung der Arterien wird die Durchblutung beeinträchtig, was somit auch zu einer schlechteren Durchblutung in den Penis führt.

    Rauchen schadet gleich zweifach

    Allerdings schadet nicht durch die verschlechterte Durchblutung. Das Rauchen verursacht auch eine verminderte Elastizität der Muskulatur um die Schwellkörper.

    Dies führt dazu das dem Körper eine vollständige Erschlaffung der Schwellkörper deutlich schwerer fällt. Eine Erschlaffung ist allerdings notwendig damit ausreichend Blut in den Schwellkörper gelingen kann. Nur dann ist auch eine harte Erektion möglich.

    Zusätzlich kann durch eine seltene Erektion ein unvorteilhafter Teufelskreis entstehen. Denn wenn längere Zeit keine ausreichende Erektion mehr stattgefunden hat, werden durch die ständig verschlechterte Blutversorgung elastischer Fasern in der Schwellkörper-Muskulatur gebildet. Diese erschwerten ebenfalls die Fähigkeit der Schwellkörpererschlaffung.

    Was sagen Studien?

    In einer Studie aus dem Jahre 2005 (American Journal of Epidemiology) wurde bestätigt das eine erektile Dysfunktion bei Rauchern deutlich wahrscheinlich als bei Nichtrauchern ist.

    Nichtraucher 36.9%
    Exraucher 49.7%
    Raucher 13%

    Besonders hoch ist der Wert wenn ehemalige Raucher und aktive Raucher zusammengeführt werden.

    Auch die Anzahl der Zigaretten können entscheidend sein. so wurde belegt das Männer welche mehr als 20 Zigaretten täglich geraucht haben, deutlicher häufiger unter Erektionsstörungen gelitten haben als Männer die weniger als 20 Zigaretten täglich konsumiert haben.

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    Rauchstopp verbessert die Potenz

    Wenn Sie unter erektiler Dysfunktion leiden und aktuell noch rauchen, kann ein Nikotinentzug bereits Verbesserung bewirken. 

    Vor allem aufgrund zahlreicher Folgeerkrankungen die mit der Nikotinsucht einhergehen, ist es ratsam einen Entzug zu beginnen.

    Die oben erwähnte Studie konnte außerdem belegen, das ehemalige Raucher eine Verbesserung der Erektionsfähigkeit bis zu 25% ein Jahr nach dem Entzug feststellen konnten. Die penile Hämodynamik kann sich durch den Verzicht auf Nikotin wieder verbessern. Einfach ausgedrückt wird durch den Verzicht wieder eine verbesserte Strömungsmechanik des Blutes im Genitalbereich festgestellt.

    1. SJ. Jacobson et al., Am J. Epidemiol 2005; 161: 346 - 51 – ncbi.nlm.nih.gov
    2. Association between Smoking and Erectile Dysfunction: A Population-based Study – academic.oup.com

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