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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 4. März 2020

 

Drogen können Impotenz verursachen

Nicht nur Nikotin & Alkohol können erektile Dysfunktion begünstigen, auch Drogen wie Amphetamine verhindern oft eine Erektion.

Unter den Drogen, welche Erektionsstörungen versuchen, fallen eigentlich sämtliche Stimulanzien. Doch besonders MDMA und andere Adrenalin auslösende Stoffe, sorgen für eine Verengung der Blutzufuhr. Dies hat zur Folge, dass auch weniger Blut in den Penis fließen kann.

Folglich haben viele Konsumenten zwar im Kopf Lust auf Sex, doch der Körper spielt nicht mit. 

Nein. Der Konsum von verschreibungspflichtigen PDE-5-Hemmern sollte auf keinen Fall unter Drogeneinsatz erfolgen. Während die einen Stoffe den Blutdruck erhöhen, versuchen anderen diese zu senken. Dies bedeutet eine große Belastung für das Herz-Kreislauf-System und kann tödliche Folgen haben. 

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KOHUKU / shutterstock.com
Übersicht:
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    Amphetamine & MDMA

    • Für eine Erektion wird Blutfluß benötigt

    • MDMA & Amphetamine lösen Adrenalin aus

    • Adrenalin sorgt für eine abgeriegelte Blutzufuhr

    • Die Folge: Erektionsstörungen

    MDMA wie Beispielsweise Ecstasy sorgt dafür das Glückshormone wie Serotonin ausgeschüttet werden. Es werden viele lustvolle Gedanken verspürt und die Lust auf Sex steigt dadurch häufig ebenfalls. Die Libido wird also verstärkt, doch bei der Lust im Kopf bleibt es häufig auch.

    Denn gleichzeitig sorgen solche Drogen dafür, das die Blutgefäße verengt werden und dadurch aus kaum noch Blut in das Glied fließen kann.

    In einer Studie wurde bestätigt, dass Erektionsstörungen bei Amphetaminkonsumenten signifikant häufiger, als bei den Kontrollpersonen eingetreten sind. (29,3 % gegenüber 11,9%) 3

    Erektionsstörung anstelle von Ekstase

    Während die Lust auf Sex durch die Einnahme von Amphetaminen häufig kurzzeitig größer wird, wird zugleich eine andere Region im Körper deutlich kleiner. Gemeint ist damit das Glied des Mannes.

    • Verkleinerung des Penis durch zu wenig Blutzufuhr

    Ein sehr bekanntes Phänomen ist die Verkleinerung des Penis durch den Konsum von Amphetaminen wie beispielsweise Speed/Pep. Durch den enorm gesteigerten Blutdruck kommt es zu einer Verengung der Blutgefäße. Der Körper versorgt während diesen Vorgangs nur noch die überlebensnotwendigen Organe, was zur Folge hat, dass der Penis mit weniger Blut versorgt wird.2

    Dadurch entsteht ein geringes Volumen des Glieds und auch eine Erektion wird umso schwieriger.

    Kokain – hoher Flug, tiefer Fall

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    Tero Vesalainen / shutterstock.com

    Kokain ist eine stark stimulierende Droge, die Lust auf Sex kurzfristig erheblich verstärkt. Doch langfristig wird mit der gefäßverengenden Wirkung auch gleichzeitig für eine verminderte Erektionsfähigkeit gesorgt.

    • Kurzzeitig größere Lust auf Sex & Liebe

    • Mehr Dopaming sorgt für größeres Lustempfinden

    • Langfristig zeigen sich sexuelle Störungen

    • Kokain wirkt gefäßverengend

    • Lustempfinden wird langfristig eingeschränkt

    Hinweis:

    Kokain ist neben der Belastung für den Körper auch eine große Belastung für das Gehirn. Durch die verengten Gefäße kann sogar im Gehirn Sauerstoffmangel entstehen.

     

    Bei Untersuchungen nach dem Tod von Kokain-Langzeitkonsumenten konnte herausgefunden werden, dass sich überall kleine abgestorbenen Hirnareale befanden.4 Dies kann viele Körperregionen betreffen. Folglich können auch Bereich abgestorben sein, welche einen Einfluss auf die Lust auf Sex haben.

    Auch wenn immer wieder behauptet wird, der Sex wäre unter Kokain viel besser, hat dies doch alles nur mit der Wahrnehmung zu tun. Körperliche Vorteile für die Erektionsfähigkeit bringen solche Drogen sicherlich keine.

    Kurzzeitiger Lustgewinn

    Kurzzeitig hat laut Umfragen Kokain Vorteile auf das Sexleben.

    Besonders die Lust auf auf Sex wird durch Kokain angehoben. Dies wurde auch in Studien bestätigt.5 Durch Kokain kommt zu einer Anhäufung von Neurotransmitter im synaptischen Spalt. Dadurch kann Dopamin und Noradrenalin Nervenzellen ständig reizen, was sich durch ein Hochgefühl und Stärkegefühl auszeichnet.

    Die Ausschüttung von Dopamin sorgt für ein sehr starkes Glücksgefühl, das sich auch auf das Sexleben auswirken kann.

    Laut Erfahrungsberichten hat dies folgende Auswirkungen:

    • Größere Lust auf Sex

    • Mehr Kontrolle über den Sex

    • Längeres Durchhaltevermögen

    • Stärkeres Orgasmusempfinden

    Langfristige Nachteile

    Je höher der Flug, desto tiefer der Fall. Um stets die gleichen Effekte zu erzielen, müssen Konsumenten immer mehr Kokain konsumieren.

    Die Langzeiteffekte haben schwerwiegende auf das Sexleben.

    • Verringerte Blutzufuhr im Penis

    • Weniger Lust auf Sex

    • Verminderte Gefühle beim Sex

    • Weniger Euphorie und Glücksgefühle

    • Vorzeitige Ejakulation

    Die verursachten Schäden, werden dabei nur langsam und schwer erkennbar bemerkt. Über die Zeit hinweg verursacht Kokain eine immer schlechte Blutzufuhr, welche sich auch in der unteren Körperhälfte bemerkbar macht.

    Doch nicht nur die Blutversorgung ist geschädigt, auch das Lustempfinden wird nach langen Kokainkonsum leiden. So berichten zahlreiche Konsumenten darüber, dass die Lust auf Sex selbst unter sexueller Stimulation nicht mehr die gleiche wie vor dem Konsum gewesen ist. Es fällt betroffenen schwer wieder Lust auf Sex zu bekommen. Die Schäden gelten als irreparabel.1

    Ketamin – Lust & Lustkiller zugleich

    Ein geringe Konsum von Ketamin kann die Libido ankurbeln und somit die Lust auf Sex erhöhen. Bereits ein klein wenig zu viel und der Stoff sorgt für einen dissoziativen Zustand.

    Doch nicht nur das, eine Studie aus Taiwan hat ergeben, das 31% der Befragten Ketaminkonsumenten unter Erektionsstörungen litten. Dabei litten viele der Befragten auch unter Harnwegserkrankungen. Diese Erkrankungen der Hanrwege könnten eine direkte Einwirkung von Ketamin sein, denn viele Ketaminkonsumenten leiden häufiger unter Blasenprobleme.

    Das Forschungsteam vermutet somit einen direkten Zusammenhang zwischen Ketamin auf die erektile Dysfunktion.6

    Alkohol – Langfristig schädlich

    Zwar sorgt gelegentlicher Konsum von Alkohol erst ab einer gewissen Grenze für Erektionsstörungen, doch förderlich ist der Konsum nicht.

    Häufig wird neben dem Konsum von harten Drogen, auch gesellschaftlich akzeptierte Drogen wie Alkohol konsumiert. Die Kombination verbessert gewiss nicht die Erektion sondern sorgt für eine noch größere Belastung des Körpers.

    Wer Alkohol chronisch konsumiert, reduziert den Testosteronwert und begünstigt eine erektile Dysfunktion.7

    Gefährliche Kombination

    Die Blutdrucksenkende Wirkung von Alkohol ist in Kombination mit Blutdrucksteigernde Substanzen eine gefährliche Mischung und starke Belastung für das Herz.

    Auch aus diesem Grund sollte es vermieden werden, Alkohol, besonders in großen Mengen, gleichzeitig mit PDE-5-Hemmer (Potenzmittel) einzunehmen. Da diese Wirkstoffe ebenfalls einen Blutdruckabfall bewirken, kann es im zu einem zu niedrigen Blutdruck kommen.

    Nikotinkonsum

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    Das Rauchen der Potenz schadet, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Selbst auf den Zigarettenschachteln ist mittlerweile ein Hinweis über die Erektionsstörung zu lesen.

    Der Konsum von Nikotin schädigt langfristig die Blutgefäße, wodurch auch die Durchblutung zum Penis gestört ist. Durch die Gefäßverengung entsteht die Impotenz.

    Besondres in jungen Jahren ist der Nikotinkonsum einer der häufigsten Ursachen für Erektionsstörungen.8

    Da das Nikotin bis zu den Samenzellen vordringen kann, ist nicht nur die Potenz sondern auch die Spermaqualität betroffen. Dies kann bis zur Unfruchtbarkeit führen. Der Umstieg auf die E-Zigarette ist, solange der Körper weiterhin mit Nikotin versorgt wird, nicht viel besser. Auch der Konsum einer Sisha ist schädlich.

    Cannabiskonsum

    Der Cannabiswirkstoff THC hat keinen direkten Einfluss auf die Potenz des Mannes.

    Da starker Cannabis Konsum allerdings ein amotivationales Syndrom (Leistungsminderung und Antriebsstörungen) bewirken kann, liegt es nahe das die Lust auf Sex vermindert werden kann.

    Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es nur Studien, die bestätigen das häufiger (täglicher) Cannabiskonsum die Fruchtbarkeit des Mannes signifikant verschlechtern kann. Besonders dann wenn die Spermaqualität der Testpersonen bereits an der Grenze zur Unfruchtbarkeit stand.9

    Fazit: Keine Macht den Drogen

    In fasst allen Studien konnte belegt werden, dass Drogenkonsum der Erektionsfähigkeit schadet.

    Eine kurzzeitige Luststeigerung im Kopf mag vielleicht anregend wirken, die häufig zu gleich einhergehende Erektionsstörung sorgt allerdings für eine umso größere Enttäuschung.

    Kombination von Potenzmittel mit Dorgen:

    Auf keinen Fall sollten PDE-5-Hemmer mit Drogen kombiniert werden. Die stellt eine große Belastung für das Herz-Kreislauf System dar. 

    1. A Qualitative Study of the Relationship Between Methamphetamine Abuse and Sexual Dysfunction in Male Substance Abusers – Int J High Risk Behav Addict. 2016 Sep; 5(3): e29640 – Published online 2016 Jun 13. doi doi.org
    2. Illicit drug use may affect sexual function in men –PUBLIC RELEASE: 6-JUL-2015 –  eurekalert.org
    3. The Impact of Illicit Use of Amphetamine on Male Sexual Functions. – ncbi.nlm.nih.gov
    4. Cocaine elicits autophagic cytotoxicity via a nitric oxide-GAPDH signaling cascade –Prasun Guha, Maged M. Harraz, and Solomon H. Snyder PNAS February 2, 2016 113 (5) 1417-1422; first published January 19, 2016 –  doi.org
    5. Cocaine administration dose-dependently increases sexual desire and decreases condom use likelihood – Psychopharmacology (Berl). Author manuscript; available in PMC 2018 Feb – Published online 2016 Dec 5. doi doi.org
    6. Sexual and bladder dysfunction in male ketamine abusers: A large-scale questionnaire study –Published: November 28, 2018 –  doi.org
    7. Testosterone increases in men after a low dose of alcohol –Alcohol Clin Exp Res. 2003 Apr;27(4):682-5. – doi.org
    8. Association between Smoking and Erectile Dysfunction: A Population-based Study –American Journal of Epidemiology, Volume 161, Issue 4, 15 February 2005, Pages 346–351, Published: 15 February 2005 –  doi.org
    9. How cannabis can affect sperm to reduce fertility –  doi.org
    10. One Patient Out of Four with Newly Diagnosed Erectile Dysfunction Is a Young Man—Worrisome Picture from the Everyday Clinical Practice – onlinelibrary.wiley.com
    11. Effect of drug use and influence of abstinence on sexual functioning in a Spanish male drug-dependent sample: a multisite study. – ncbi.nlm.nih.gov
    12. Effect of amphetamine on cerebral blood flow and capillary perfusion. – ncbi.nlm.nih.gov
    13. J Psychoactive Drugs. 2001 Jul-Sep;33(3):223-32. Alcohol, drugs and sexual function: a review. doi.org

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