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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 21. Januar 2020

Organische Ursachen für erektile Dysfunktion

Für Erektionsstörungen können verschiedene Ursachen verantwortlich sein, gerade wenn diese regelmäßig auftreten. Neben medikamentösen, psychologischen und altersbedingten Aspekten können auch organische Ursachen, wie beispielsweise Gefäß- oder Nervenerkrankungen, als Auslöser für Erektionsstörungen in Frage kommen.

Organische Ursachen sind körperlicher Natur, wie beispielsweise Krankheiten oder Verletzungen, die sich auf das Zustandekommen einer Erektion auswirken und diese erschweren oder verhindern.

Der menschliche Organismus basiert auf einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Körperfunktionen und -prozesse. Dies gilt auch für das erfolgreiche Zustandekommen einer Erektion.

Damit es zu einer Versteifung des Gliedes kommt, spielen neben psychischen Reizen wie sexueller Erregung auch organische Vorgänge wie die Blutfüllung der Schwellkörper im Penis eine wesentliche Rolle.

Ist einer dieser Vorgänge aufgrund einer Erkrankung beeinträchtigt bzw. gestört, wird eine Erektion erschwert oder vollständig verhindert.

Organische Ursachen sind die häufigsten Auslöser von Erektionsstörungen. Dennoch sind sie in der Regel gut therapierbar.

Faktoren, die eine organisch bedingte erektile Dysfunktion begünstigen, sind unter anderem Operationen, Diabetes, Nerven- und Gefäßkrankheiten sowie Übergewicht.

Besonders anfällig für eine erektile Dysfunktion sind Männer im höheren Alter, Raucher, Alkoholiker, Drogenabhängige, Übergewichtige und Männer, die bestimmte Erkrankungen aufweisen.

Ein gesunder Lebensstil und der Verzicht auf Tabak, Alkohol und Drogen sind bereits hilfreich. Sportliche Betätigung oder im Idealfall Kraftsport kann ebenfalls einen positiven Einfluss auf die Erektionsfähigkeit haben.

Auch regelmäßige Check-ups beim Arzt können erektile Störungen, die als Nebeneffekte von Krankheiten auftreten können, frühzeitig erkennen und vorbeugen.

Übersicht:
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    Erektionsstörungen aufgrund von organischen Ursachen

    Als organische Ursachen für eine erektile Dysfunktion werden körperlich bedingte Faktoren, wie physische oder krankheitsbedingte Fehlfunktionen im Körper, bezeichnet, welche sich negativ auf die Erektionsfähigkeit des Mannes auswirken. Dabei werden vier organische Ursachen unterschieden.

    organische Gründe für eine erektile Dysfunktion

    Vaskuläre Ursachen

    Für einen vollständig erigierten Penis muss die Durchblutung der zu versorgenden Arterien bis zu 30-fach stärker als im schlaffen Zustand sein. Kommt es hierbei zu Problemen bei der Durchblutung, kann keine ausreichende Erektion zustande kommen.

    • Erhöhter Blutabfluss bzw. zu geringe Blutzufuhr
    • Herz-Kreislauf-Störungen
    • Arterienverkalkung (Arteriosklerose)
    • Bluthochdruck
    • Koronare Herzkrankheit
    • Verletzungen

    Endokrine Ursachen

    Eine Erektion kommt durch das Zusammenspiel aus Hormonen, Botenstoffen und Enzymen zustande. Vor allem das Sexualhormon Testosteron spielt eine wesentliche Rolle für die Entstehung einer Erektion. Liegen eine Hormonstörung oder ein sehr niedriger Testosteronspiegel vor, kann dies dazu führen, dass die Erektion des Gliedes ausbleibt.

    Neurogene Ursachen

    Während einer Erektion sendet das Gehirn Signale durch den Körper bis zum Penis. Diese Reize sind mitverantwortlich dafür, dass es zu einer Erektion kommt. Störungen im zentralen oder peripheren Nervensystem können die Transmission der Reize und Signale stören und eine Erektion schwächen oder sogar verhindern.

    Kavernöse Ursachen:

    Ist das Schwellkörpergewebe des Penis beschädigt, kann es nicht zu einer vollständigen Erektion kommen.

    • Katheter
    • Gewalteinwirkung von außen
    • Harnröhreninfektion

    Zusätzliche Risikofaktoren:

    Diese vier Hauptursachen können durch andere Erkrankungen, Verletzungen oder eine ungesunde Lebensweise zusätzlich negativ beeinflusst werden.

    Was sind organische Risikofaktoren für Erektionsstörungen?

    Bei einer erektilen Dysfunktion spielen viele Faktoren gleichzeitig eine Rolle. Betroffene, die aufgrund eines neurogenen Defekts bereits ein erhöhtes Risiko für Erektionsstörungen haben, sollten andere Risikofaktoren möglichst vermeiden. Denn Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder starkes Übergewicht können die Gefahr für eine erektile Dysfunktion deutlich erhöhen.

    • Testosteronmangel

      Testosteron zählt zu den wichtigsten Sexualhormonen des Mannes und hat einen starken Einfluss auf die Potenz. Ist der Testosteronspiegel niedrig, können unter anderem Hormonstörungen, Nierenversagen und Dialysebehandlungen dafür verantwortlich sein. Ohne ausreichend Testosteron ist keine Erektion möglich.

    • Adipositas (Übergewicht)

      Übergewicht ist nicht nur für die allgemeine Gesundheit schädlich, sondern verringert bei Männern auch den Testosteronspiegel. Als wichtigstes Sexualhormon ist Testosteron für das Anschwellen der Schwellkörper im Penis verantwortlich.

      Fettleibige Männer haben ein wesentlich höheres Risiko, an einer erektilen Dysfunktion zu leiden, als normalgewichtige Personen. Gewichtsverlust und eine gesunde Ernährung können eine erektile Dysfunktion in solch einem Fall wieder beheben.

    • Drogenkonsum

      Psychoaktive Substanzen wirken auf jeden Menschen anders. Bei manchen Menschen kann die Einnahme von Drogen zu Erektionsstörungen und dem Verlust der Lust führen. Regelmäßiger Drogenkonsum kann auch zu organischen Schäden führen, welche sich ebenfalls negativ auf die Erektion des Penis auswirken können.

    • Gefäßerkrankungen

      Gefäßerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, koronare Herzkrankheit (KHK), Arterienverkalkung (Arteriosklerose), Bluthochdruck (Hypertonie) oder ein erhöhter Cholesterinspiegel können sich auf die Durchblutung des Penis auswirken und so eine Erektion vermindern oder verhindern.

      Erektile Dysfunktionen können auch ein Vorbote einer Herzkrankheit sein.

    • Nervenerkrankungen

      Schädigungen des Nervensystems oder Gehirns können ebenfalls eine Ursache für Erektionsstörungen sein. Ist das Nervensystem geschädigt, kann es dazu kommen, dass die Verbindung zwischen zentralem Nervensystem und dem Penis unterbrochen wird.

      In der Folge können Nervenimpulse nicht mehr an den Penis weitergeleitet werden. Eine Erektion ist dann nicht mehr möglich.

    • Operationen

      Verletzungen und operative Eingriffe im Bauchraum, Becken- und Urogenitalbereich können direkte Auswirkungen auf die Erektionsfähigkeit haben. Erektionsstörungen können auch als Nebenerscheinung einer Prostataentzündung oder in Folge eines Leber- oder Nierenleidens auftreten.

      Aber auch Verletzungen an der Wirbelsäule, wie beispielsweise ein Bandscheibenvorfall, beeinflussen mitunter die Potenz.

    • Zuckerkrankheit

      Männer, die an Diabetes leiden, haben ebenfalls ein höheres Risiko, an Erektionsstörungen zu leiden, da durch die Krankheit Nerven im Körper geschädigt werden. Dringt die Schädigung bis zu den Nerven des Genitalbereichs vor, kann dies zu einer erektilen Dysfunktion führen. Am häufigsten sind ältere Männer betroffen, die schon jahrelang an Diabetes leiden.

      Auch erhöhte Cholesterinwerte und Bluthochdruck wirken sich negativ auf die Potenz aus. Es kommt dabei nicht nur zu Erektionsstörungen, sondern auch zu Ejakulationsstörungen und vermindertem sexuellen Verlangen.

    Wer sind die Risikogruppen für organische Impotenz?

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    Monkey Business Images / shutterstock.com

    Das Risiko, an einer erektilen Dysfunktion zu leiden, erhöht sich mit zunehmendem Alter. Aber auch andere Faktoren haben einen negativen Einfluss auf die Potenz, wie z. B. Übergewicht, Drogen, Alkohol und Rauchen sowie ein ungesunder Lebensstil.

    Krankheiten und Operationen sind weitere Risikofaktoren. Daher haben Menschen mit gewissen Krankheiten, wie beispielsweise Multiple Sklerose, Schilddrüsenstörungen oder Herz-Kreislauf-Problemen ebenfalls ein höheres Risiko, an erektiler Dysfunktion zu leiden.

    Erektile Dysfunktion als Hinweis auf Erkrankungen

    Regelmäßige Erektionsstörungen, die nicht auf medikamentöse oder psychische Faktoren zurückzuführen sind, können in vielen Fällen auf eine Krankheit hindeuten.

    Wenn selbst kein eindeutiger Grund für die erektile Dysfunktion ermittelt werden kann, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen und sich einer Untersuchung zu unterziehen.

    Diagnose einer organisch bedingten Erektionsstörung

    Da es viele verschiedene Ursachen für Erektionsstörungen gibt, kann nur ein Spezialist die Ursache für die Störung ermitteln. Die Diagnose einer erektilen Dysfunktion wird daher primär durch Urologen erstellt. Bei Bedarf kann es auch zu einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Urologen, Neurologen und Psychotherapeuten kommen.

    Checkliste:

    Organische Ursachen als Auslöser für erektile Dysfunktion:

    • Keine psychischen Belastungen oder Störungen liegen vor

    • Betroffener nimmt keine Medikamente

    • Verlangsamter Erektionsbeginn und verkürzte Erektionszeit

    • Schleichender Verlauf

    • Kontinuierliche Verschlechterung

    • Seltene bzw. keine Erektion am Morgen

    • Masturbation ist mühsam

    • Betroffener ist häufig jünger als 50 Jahre

    • Körperliche Risikofaktoren sind bereits vorhanden (z.B. Übergewicht, Krankheiten etc.)

    • Nächtliche und spontane Erektionen kommen nicht zustande

    • Schmerzen im Genitalbereich treten auf

    • Betroffener wurde vor Kurzem operiert

    • Betroffener hat Verletzungen im Genitalbereich

    Organische Ursachen erkannt – Was kann man selbst tun?

    Der Lebensstil hat einen großen Einfluss auf die Gesundheit von Männern und damit auch auf Erkrankungen wie Erektionsstörungen. Eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und der Verzicht auf Tabak, Alkohol und Drogen können einer erektilen Dysfunktion, die durch organische Ursachen verursacht wird, vorbeugen.

    Auch regelmäßige Check-ups beim Arzt sowie umfassende Vorsorgeuntersuchungen sind empfehlenswert, da eine erektile Dysfunktion häufig auch als Folgeerkrankung einer ernstzunehmenden Krankheit in Erscheinung treten kann.

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