Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 26. April 2020

Verursachen Antidiabetiker erektile Dysfunktion?

Nicht nur Diabetes selbst kann für Erektionsstörungen sorgen, auch bestimmte Antidiabetiker können eine erektile Dysfunktion verursachen oder die Lust auf Sex mindern. 

Ja, manche orale Antidiabetika können sowohl Erfahrungsgemäß, wie auch laut Beipackzettel Erektionsstörungen verursachen. 

Oft ist nicht das Medikament der Auslöser, sondern die Diabetes Krankheit selbst. Manche Antidiabetika können diesen Effekt allerdings verstärken

Die bekanntesten Wirkstoffe sind Metformin (wie auch die Kombination von Pioglitazon & Metformin) und Glibenclamid

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Karlevana / shutterstock.com
Übersicht:
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    Liste der bekannten Medikamente

    In folgender Liste sind die bekanntesten Antidiabetika für Erektionsstörungen aufgeführt:

    Pioglitazon & Metformin: Competact
    Metformin: Metfodoc, Siofor, Metformin & Generika
    Glibenclamid: Euglucon, Gliben & Generika, Maninil, duraglucon

    Pioglitazon & Metformin - Die Kombination

    Im offiziellen Beipackzettel von Competact (15 mg Pioglitazon / 850 mg Metformin) ist Impotenz als mögliche Nebenwirkungen angegeben. Aktuell gibt es wenig Erfahrungsberichte diesbezüglich. Auch hier mag der Grund darin liegen, das Diabetes selbst für die erektile Dysfunktion ursächlich sein kann.

    Testosteronmangel durch Metformin?

    Wie auch in Studien belegt werden konnte, kann der Wirkstoff Metformin zu einem Testosteronmangel führen. Genauer gesagt behindert Metformin die Synthese des Testosterons.

    Der damit eingehende Mangel an Testosteron kann die Lust auf Sex mindern und Erektionsstörungen verursachen.

    Glibenclamid kann ED verstärken

    Der Wirkstoff Glibenclamid, welche in den Medikamenten Euglucon, Maninil und zahlreichen Gilben-, Generika vertreten ist, kann bereits vorhandene Erektionsstörungen verstärken. Dadurch ist es auch in diesem Fall sehr schwierig, zu unterscheiden, ob die Potenzprobleme bereits bestanden oder erst durch die Medikation ausgelöst worden sind.

    Im Gegensatz zu Pioglitazon & Metformin wird bei Glibenclamid allerdings keine sexuelle Funktionsstörung im Beipackzettel aufgeführt. 

    Welche Behandlung kann helfen?

    In einer Studie wurde erwähnt, das ein PDE-5-Hemmer wie Sildenafil, die erektile Dysfunktion, auch unter der Einnahme von Metformin, effektiv behandeln kann. Vorausgesetzt es besteht ausreichend sexuelle Lust.

    PDE-5-Hemmer als Behandlung:

    Wenn Antidiabetiker eine Impotenz begünstigen, können nach Absprache mit dem Arzt auch Potenzmittel wie Viagra (Sildenafil) oder Cialis (Tadalafil) eingesetzt werden. Diese PDE-5-Hemmer verstärken die Erektion bei sexueller Stimulation etwa einer Stunde nach der Einnahme.

    • Können Diabetes-Medikamente zu Erektionsstörungen führen? Autor: Dr. med. Jörg Zorn – navigator-medizin.de/erektionsstoerungen
    • Erectile Dysfunction and Low Sex Drive in Men with Type 2 DM: The Potential Role of Diabetic Pharmacotherapy Hayder M. Al-Kuraishycorresponding author1 and Ali I. Al-Gareeb2 – NCBI
    • Addition of metformin to sildenafil treatment for erectile dysfunction in eugonadal nondiabetic men with insulin resistance. A prospective, randomized, double-blind pilot study. Rey-Valzacchi GJ1, Costanzo PR, Finger LA, Layus AO, Gueglio GM, Litwak LE, Knoblovits P. – ncbi.nlm.nih.gov

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