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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 14. Februar 2020

Medikamente als Ursache für Erektionsstörungen

Die Ursachen für regelmäßig auftretende Erektionsstörungen sind vielfältig. Neueste Erhebungen zeigen, dass ca. 25 % der Männer mit erektiler Dysfunktion (ED) regelmäßig Medikamente einnehmen – meist solche gegen Bluthochdruck, psychische Beschwerden oder Schmerzen. Viele dieser Arzneimittel bzw. einzelne Wirkstoffe können auch die männliche Sexualität beeinträchtigen.

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Übersicht:
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    Potenzstörung als Nebenwirkung von Medikamenten

    Die regelmäßige Einnahme von Antihypertensiva, Antihistaminika, Psychopharmaka oder Opiaten kann ursächlich für die Entstehung einer erektilen Dysfunktion sein. Positiv im Gegensatz zu den meisten organischen Ursachen ist, dass die ED in solchen Fällen reparabel ist.

    Eine längerfristige bzw. dauerhafte Erektionsstörung wird lediglich von Wirkstoffen verursacht, die den Hormonhaushalt durcheinanderbringen. Ob tatsächlich die Krankheit selbst Ursache der sexuellen Störung ist bzw. das zur Behandlung notwendige Medikament, ist anfänglich oft nur schwer festzustellen.

    Erektile Dysfunktion Medikamentöse Ursachen

    Welche Medikamente können eine Erektionsstörung verursachen?

    Ärzte gehen davon aus, dass in Deutschland ca. 4,5 Millionen Männer mit Erektionsproblemen zu kämpfen haben. Davon sind etwa 1 Million medikamentenbedingt. Andere Gründe sind für eine ED sind körperliche Faktoren wie Arteriosklerose, Diabetes oder Übergewicht sowie regelmäßiger Nikotingenuss bzw. eine altersbedingte erektile Dysfunktion. In der Altersgruppe bis 35 Jahre sind Stress und Depressionen die häufigsten Ursachen einer Impotenz.

    Finasterid und Dutasterid

    Auch Medikamente, die in den männlichen Hormonhaushalt eingreifen, können zu Potenzstörungen führen. Darunter fallen beispielsweise Finasterid und Dutasterid. Beides sind Arzneimittel zur Behandlung einer vergrößerten Vorsteherdrüse (BPH = benigne Prostatahyperplaise).

    Finasterid wird zudem auch unter dem Namen Propecia zur Behandlung von Haarausfall bei Männern eingesetzt. Sowohl Finasterid als auch Dutasterid hemmen das Enzym 5-alpha-Reduktase Typ 2. Sie senken gleichzeitig aber auch die Konzentration des Sexualhormons Dihydrotestosteron.

    Schmerzmittel wie Ibuprofen und Naproxen

    Auch bekannte und gängige Medikamente gegen Schmerzen können entsprechend der Ergebnisse neuester Studien, welche unlängst im „Journal of Urgology“ erschienen sind, eine medikamentenbedingte ED verursachen.

    Diese zeigen, dass Männer, welche regelmäßig (= mind. 3 Mal pro Tag an 5 Tagen pro Woche) über einen längeren Zeitraum (mind. 100 Tage) Schmerzmittel einnehmen, zu Erektionsproblemen neigen. 35 % der Männer waren hiervon betroffen. Die Studienteilnehmer haben für die Versuchsreihe nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) eingenommen.

    Zu den NSAR-Medikamenten zählen:

    • Ibuprofen

    • Diclofenac

    • Naproxen

    • Wirkstoffe in Aspirin und ASS

    Für die genannte Studie wurden Daten und Krankheitsverläufe von mehr als 80.000 Männern ausgewertet.

    Grundsätzlich raten Ärzte Schmerzmittel nicht eigenmächtig abzusetzen und bei auftretenden Potenzproblemen umgehend einen Arzt zur Beratung hinzuzuziehen. Unter Umständen kann eine Änderung bei der Medikation helfen, andernfalls kann eine kontrollierte Einnahme von Viagra, Cialis oder Levitra helfen.

    Beta-Blocker, ACE-Hemmer und Antidepressiva

    Nahezu alle Arzneimittel, welche zur Behandlung von hohem Blutdruck eingesetzt werden, beeinflussen das Erektionsvermögen negativ. Auch andere Medikamente beispielsweise Antidepressiva oder Psychopharmaka können zu anhaltendem Libidoverlust führen.

    Hinweis:

    Weitere kritische Medikamente, die eine erektile Dysfunktion hervorrufen können:

    • Antidiabetika (Arznei gegen Zuckererkrankung)
    • Entwässerungsmittel
    • Tranquilizer (Beruhigungsmittel)
    • Antidepressiva, Anxiolytika (Psychopharmaka)
    • Antiandrogene (z.B. zur Behandlung eines Prostatakarzinoms)
    • Medikamenten zur Behandlung von Prostatavergrößerungen
    • Aufputschmittel/ Drogen
    • Zytostatika (Arznei zur Krebsbehandlung)
    • Diverse Magen-Darm-Mittel
    • Entzündungshemmende Medikamente (Wirkstoff: Kortison)

    Viele der genannten Medikamente verursachen auch bei Frauen sexuelle Funktionsstörungen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

    Die einzelnen Medikamente im Überblick

    • Mittel gegen Bluthochdruck

      • ACE-Hemmer
      • Angiontensin-II- Antagonisten (Sartane)
      • Alpha-1-Rezeptorenblocker
      • Beta-Rezeptorenblocker
      • Clonidin
      • Hydralazin

    Erhöhter Blutdruck schädigt auf Dauer die Blutgefäße und kann dadurch zu einer erektilen Dysfunktion führen. Viele blutdrucksenkende Medikamente können zu Nebenwirkungen führen, die eine Störung der Sexualfunktion bzw. Potenzstörungen mit sich bringen. Bereits die Senkung des Blutdrucks auf Normalwerte kann diese Erektionsstörung verursachen.

    • Entwässernde Medikamente

      • Amilorid
      • Spironolacton
      • Thiazide

    Harntreibende oder auch entwässernde Arzneimittel können zur Blutdrucksenkung oder Entlastung des Herzens herangezogen werden, auch diese ziehen bei fortlaufender Einnahme oftmals eine ED nach sich.

    • Medikamente gegen Gicht

      • Allopurinol
      • Benzbromaron

    • Medikamente gegen Depressionen

      • Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)
      • Nichtselektive Monoamin Wiederaufnahme Hemmer
      • Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer

    • Medikamente gegen Rheuma, Arthritis oder Gelenkentzündungen

      • Salicylate
      • Propionsäure-Derivate
      • Pyrazol-Derivate

    Diese nicht-stereoidalen Entzündungshemmer greifen in den Stoffwechsel der Prostaglandine ein, in der Folge wird weniger Stickoxid NO gebildet, welches für die Ausbildung einer Erektion notwendig ist.

    Antidepressiva sind weit verbreitet und werden nicht nur gegen Depressionen verordnet, sondern beispielsweise auch bei anhaltenden Angstzuständen, Zwangssymptomen oder chronischen Schmerzen.

    • Medikamente gegen Epilepsie

      • Carbamazepin
      • Gabapentin
      • Pregabalin
      • Primidon
      • Valproinsäure
      • Clobazam
      • Diazepam

    ED als Nebenwirkung: Beipackzettel unbedingt lesen

    Um mögliche Nebenwirkungen wie erektile Dysfunktion frühzeitig zu erkennen, empfiehlt es sich, die Packungsbeilage gründlich zu lesen.

    Dabei kann nach gelisteten Nebenwirkungen wie Impotenz, erektiler Dysfunktion, Erektionsstörungen, Sexualfunktionsstörungen, Libidostörungen oder verminderter Testosteronstörung gesucht werden. In solchen Fällen und besonders bei Auftreten erster Symptome für erektile Dysfunktion sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.

    Wie kann die Erektion verbessert werden?

    Oft werden die genannten Medikamente durch eine Veränderung der Lebensumstände nicht mehr notwendig und die Ursache für die auftretende Erektionsstörung verschwindet.

    Falls die Medikamente nicht abgesetzt werden können, kann in vielen Fällen dennoch die erektile Dysfunktion mit Medikamenten behandelt werden.

    Doch auch durch Reduzierung von möglichen Übergewicht, Verzicht auf Nikotin & Alkohol kann in vielen Fällen bereits eine Besserung bemerkt werden. Dadurch kann auch der Blutzuckerspiegel sowie der Cholesterinspiegel gesenkt werden.

    Sollten all diese Methoden keine Effekte erreiche, gilt es sich für eine Behandlungsform zu entscheiden. Im Idealfall konsultieren Sie hierfür Ihren als erstes Ihren Hausarzt oder einen Urlogen.

    Über unseren Impotenz Selbsttest können Sie herausfinden ob eine Erektionsstörung vorliegt und welche mögliche Ursache dahinter steckt. 

     

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