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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 21. Januar 2020

Erektionsstörungen in jungen Jahren

Erektionsstörungen betreffen nicht nur ältere Männer, immer mehr junge Männer bemerken Probleme mit der Potenz.

Dabei sind es in den jungen Jahren häufiger die psychischen Ursachen wie Stress oder Versagensängste, die zu den Problemen führen.

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Syda Productions / shutterstock.com
Übersicht:
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    Die häufigsten Ursachen

    Hauptursachen von Erektionsstörungen in jungen Jahren:

    1. Stress (Beruf & Privat)
    2. Versagensängste
    3. Hemmungen
    4. Depressionen
    5. Pornografie Konsum

     

    Stress

    Privater und beruflicher Stress können zu sexuellen Störungen und Unausgeglichenheit führen. 

    Versagensängste

    Zu hoher Leistungsdruck führt häufig zu Versagensängste. Diese Ängste sorgen bei zu viel Druck zu einer sexuellen Störung. 

    Hemmungen

    Hemmungen und fehlende Kommunikation sind ebenfalls Auslöser für eine erektile Dysfunktion. 

    Depressionen

    Depressionen können zu sexueller Unlust und Störungen mit der Potenz führen. 

    Pornografie

    Zu häufiger Pornografie Konsum kann zu falschen Erwartungshaltungen und sexuellen Störungen führen. 

    Stress im Alltag & Job

    Heutzutage herrscht eine hohe Erwartungshaltung im Berufs-, aber auch Privatleben.

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    Damir Khabirov / shutterstock.com

    Durch soziale Medien werden zudem falsche Erwartungen gestellt. Frühes Aufstehen, Erfolg im Beruf, dabei eine gesunde Ernährung, Abends noch im Fitnessstudio, um den Körper in Form zu halten und dann auch noch genug Zeit für Freunde & Familie aufbringen.

    Kein Wunder, dass nach solch einem Alltag kaum noch Kraft und Lust auf sexuelle Handlungen herrscht. Eine Reduzierung des Stresslevels kann helfen die Erektionsstörungen wieder in den Griff zu bekommen.

    Tipps für weniger Stress:

    • Ein erholsamer Tag in der Therme

    • Keine tägliche sportliche Spitzenleistung

    • Frische Luft anstatt Überstunden

    • Ausreichend Schlaf (8 Stunden als Ziel)

    Ist der Stresslevel ein paar Tage reduziert, sollte erneut auf die Erektionsfähigkeit geachtet werden. Häufig können leichte Erektionsprobleme bereits durch weniger Stress verbessert werden.

    Versagensängste

    Die Angst beim Sex zu versagen, ist besonders bei vielen jungen Männern, mit weniger sexueller Erfahrung, ein Problem. Diese Versagensängste können zu einer erektilen Dysfunktion führen.

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    Lolostock / shutterstock.com

    Woher kommt die Versagensangst?

    Die Versagensangst ist eigentlich eine Angst vor Ablehnung. Denn der Ursprung liegt häufig in der Kindheit. Durch Erfahrungen in der Kindheit kann sich ein geringes Selbstwertgefühl entwickeln, welches zu einem Bedürfnis nach Anerkennung führt.

    Dieses Verlangen nach Anerkennung durch andere Personen, führt dann zu einer Angst vor Ablehnung und somit zur Versagensangst. Verstärkt wird diese Angst dann durch Selbstzweifel.

    Bereits früh in der Kindheit lässt sich diese Entwicklung erkennen:

    • Ich werde nur akzeptiert, wenn ich auch nett bin.

    • Ich bin nur liebenswert, wenn ich lieb bin.

    • Und ich werde nur akzeptiert, wenn ich eine gute Leistung bringe.

    Eine Ablehnung führt im Kindesalter zu einem Gefühl des Verstoßens und der Einsamkeit. Daher ist in uns Menschen schon von früh an eine Angst zu Versagen eingeprägt. Bei dem einem stärker, bei dem anderen weniger stark.

    Was wir auf jeden Fall vermeiden wollen:

    • Keine Fehler machen

    • Keine Schwäche zeigen

    • Auf keinen Fall versagen

    Dieses Verhalten führt oft automatisch zu einer Versagensangst.

    Was kann man dagegen tun?

    In den meisten Fällen legt sich die Versagensangst von ganz alleine mit der Zeit. Desto mehr Erfahrung gesammelt wird, desto routinierter wird die Sache angegangen. Mit mehr Übung legt sich die Aufregung und die Angst zu versagen schwindet.

    Offene Kommunikation ist ebenfalls eine große Hilfe. Reden Sie mit Ihren Sexualpartner über die Versagensangst. In den häufigsten Fällen hat Ihr Partner dafür Verständnis und kann somit auch beim Geschlechtsverkehr darauf eingehen und Ihnen die Angst nehmen.

    Mehr zum Thema: Versagensängste als Ursache

    Sexuelle Hemmungen

    Auch Hemmungen und unterdrückte sexuelle Wünsche, können zu einer erektilen Dysfunktion führen. 

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    fizkes / shutterstock.com

    Einerseits kann ein grundlegendes Unwohlsein bei sexuellen Handlungen zu einer Hemmung führen. In solchen Fällen kann die Ursache oft in Kindheit liegen. Hilfe kann in diesen Situationen im Idealfall von einem Psychologen und über Selbsthilfegruppe in Anspruch genommen werden.

    Vor allem bei einem Gespräch mit dem Psychologen können viele Erlebnisse aus der Kindheit besprochen und im besten Fall aufgearbeitet werden.

    Unterdrückte & unausgelebte Phantasien

    Auch die Lust auf bestimmte Sexualpraktiken und Phantasien, welche allerdings nicht ausgelebt, oder unterdrückt werden, kann zu sexuellen Störungen führen.

    Teilt eine Person in der Partnerschaft den Wunsch auf eine bestimmte Sexualpraktik nicht, kann dies dazu führen das der Wunsch danach erst noch unausgelebt und im Laufe der Zeit sogar unbewusst unterdrückt wird. Manche Phantasien werden allerdings auch erst durch andere Ursachen wie z.B. zu viel Pornokonsum ausgebildet.

    Nicht jede sexuelle Phantasie muss auch ausgelebt werden. Und nicht immer führt ein unerfüllter Wunsch auch direkt zu einer erektilen Dysfunktion.

    In diesen Fällen kann ein Gespräch mit dem Partner oder einer Selbsthilfegruppe sehr hilfreich sein.

    Die Nutzung von Potenzmittel würde in diesen Fall wenig bewirken, da für eine Wirkung solcher PDE-5-Hemmer immer ein sexuelle Lust vorhanden sein muss.

    Mehr zum Thema: Hemmungen als Ursache

    Depressionen als Auslöser

    Durch Depressionen, aber auch Schizophrenie und Suchtkrankheiten kann das Sexualleben aus dem Gleichgewicht gebracht werden.

    Bekannte Symptome:

    • Innere Leere

    • Depressive Verstimmung

    • Interessenverlust

    • Vermindertes Selbstwertgefühl

    Durch diese Gefühle wird auch die Lust auf Sex gedämpft. Während Frauen bei Depressionen eher unter Orgasmusstörungen leiden, bemerken Männer eher Erektionsprobleme.

    Depressionen beheben?

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    Sam Wordley / shutterstock.com

    Diese seelischen Erkrankungen können häufig nur eine stabilisierte Psyche behandelt werden. Dies kann auf medikamentöse oder auch psychotherapeutischen Wege erfolgen.

    Da Antidepressiva ebenfalls häufig zu Erektionsstörungen führen können, ist das Gespräch mit Psychologen oder dem Sexualpartner deutlich empfehlenswerter.

    Im Rahmen einer solchen psychologischen Behandlung werden seelische Probleme aus der Vergangenheit aufgearbeitet und dadurch eine stabile Basis für die Zukunft erzeugt. Häufig kann dann auch eine Kombination aus einem gesunden Lebensstil und sportlicher Betätigung für eine schnelleres Lusterzeugnis auf Sex sorgen.

    Mehr zum Thema: Depressionen als Ursache

    Häufiger Pornografiekonsum

    Wenn zu viel Pornografie konsumiert wird, ist eine sexuelle Störung nicht weit entfernt. Grund dafür ist unter anderem, dass durch die Pornografie ein verzerrtes Bild auf die Sexualität entsteht.

    Die Nachteile durch zu viel Pornografie:

    • Abhängigkeitserscheinungen

    • Erzeugung falscher Phantasien

    • Verzerrung der Reize und Lusterzeugung

    • Versagensängste durch falsche Vorbilder

    Das größte Problem bei regelmäßigen Pornokonsum sind die neuroplastischen Veränderungen im Gehirn. Alles was wir sehen, beeinflusst uns auch unterbewusst. Während anfangs noch ein kurzer Videoclip für den Lustgewinn genügt, zeigt sich das häufig immer länger nach neuen Reizen gesucht wird.

    Die Steigerung der Pornografie sorgt dazu das immer stärkere optische Reize und neue Phantasie gesucht werden. Die Reize durch den partnerschaftlichen Kontakt werden dann nur noch unterschwellig, deutlich schwächer, wahrgenommen.

    Warnung:

    Mehr Konsum verstärkt die Probleme.

     

    Was kann man gegen Pornosucht tun?

    Im Falle einer durch Pornos erzeugten, verstörten Sicht auf die Sexualität, kann oft nur der Verzicht auf diese Konsumgüter helfen. Häufig hilft nur eine mehrwöchige Abstinenz und dadurch eine Veränderung des Blickwinkels.

    Nur so kann die Lust wieder durch andere Reize erzeugt werden.

    Mehr zum Thema: Pornografie als Ursache

    Die Behandlung von ED in jungen Jahren

    Die gängigste Behandlung von erektiler Dysfunktion in jungen Jahren, ist die Kommunikation. 

    Auch die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppen kann für Aufklärung sorgen. Denn in den meisten Fällen ist die erektile Dysfunktion in jungen Jahren nur auf eine geistige Ursache zurück zu führen.

    Zwar helfen auch dann in den meisten Fällen PDE-5-Hemmer, wenn allerdings gar keine sexuelle Lust erzeugt wird, bleiben selbst diese Medikamente nahezu wirkungslos.

    Viele junge Männer wählen bei körperlichen Ursachen eine der folgende Behandlungsmethoden:

    Nur in den äußerst seltenen Fällen liegt die Ursache in jungen Jahren bei zu wenig Testosteron oder Nebenerscheinungen von zu viel Körpergewicht.

    Nicht zu vergessen sind die Ausnahmefälle, in denen nach Unfällen & operativen Eingriffen oder auch als Nebenwirkung von Medikamente eine erektile Dysfunktion begünstigt werden kann.

    Keine Angst vor Hilfe

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die meisten Probleme mit der Potenz, in jungen Jahren, leicht behandeln lassen. Selten sind bereits körperliche Ursachen die Auslöser für Erektionsstörungen. Sollten Gespräche nicht helfen können, zeigen natürliche Potenzmittel oder leicht dosierte PDE-5-Hemmer positive Effekte.

    In den meisten Fällten wird durch kleine Hilfsmittel das Selbstbewusstsein gestärkt und somit die Hürde einer Versagensangst überwunden. 

    Weitere Ursachen:

    • Erectile dysfunction: Causes and treatment in young men – medicalnewstoday.com
    • Erectile dysfunction in fit and healthy young men – NCBI
    • What causes erectile dysfunction in younger men? – WebMD
    • Why younger men are suffering with erectile dysfunction – Patient

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