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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 5. Mai 2020

Das Alter als Ursache für Erektionsstörungen

Auch im hohen Alter spielt Sex heutzutage noch eine wichtige Rolle. Leider nimmt im Alter auch die Häufigkeit von Erektionsproblemen zu.

Im Gegensatz zu Erektionsstörungen in jungen Jahren, wo die der Auslöser oft psychologischen Natur sind, können die Ursachen im höheren Alter sehr unterschiedlich sein.

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GANNA MARTYSHEVA / shutterstock.com
Übersicht:
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    Die Häufigkeit der Erektionsstörungen im Alter

    Während Männer im Alter von 20 Jahren sich auf dem sexuellen Höhepunkt befinden, nimmt die Leistung im Bett ab 40 Jahren langsam ab.

    Bemerkbar macht sich dies dadurch, dass eine vollständige Erektion immer schwieriger erreicht wird. Es bedarf mehr Arbeit und mehr sexueller Stimulation bis die Erektion erreicht und auch gehalten werden kann. Ein erneuter Samenerguss ist in immer weniger Fällen möglich. Die Pause bis zu einer "zweiten Runde" benötigt immer mehr Zeit.

    Gleich mehrere Studien haben die Häufigkeit der Erektionsstörungen im Alter untersucht und ausführlich ausgewertet. Wir betrachten uns die zwei bekanntesten Studien jetzt im Detail.

    Auswertungen der Kölner Studie

    Die Häufigkeit von Erektionsstörungen nimmt mit fortschreitendem Alter signifikant zu. Die bis heute wegweisende Kölner Studie untersuchte dies mittels eines Fragebogens an 4489 Männern im Alter von 30 bis 80 Jahren.8

    Das Ergebnis der Untersuchung sehen wir uns nun im Detail an:

    • Studiendetails

      • Teilnehmer: 4489 Männer (Repräsentative Stichprobe)
      • Altersgruppen: 30 bis 80 Jahre (Durchschnittsalter 51,8 Jahre)
      • Untersuchungsart: Fragebogen (Kölner Erfassungsbogen der Erektilen Dysfunktion (ED)

    • Studienergebnis:

      • Bei 19,2% der Teilnehmer wurde eine Erektile Dysfunktion diagnostiziert
      • Dies verteilte sich folgendermaßen auf die Altersgruppen:
      • Höchste Anstiege beim Wechsel in die Gruppen 60 - 69 und 70 - 80 Jahre
      • Bluthochdruck, Diabetes und Beckenoperationen als Hauptrisikofaktoren
      • Auch Rauchen und regelmäßiger Alkoholkonsum erhöhen das Risiko einer ED

    Ergebnisse nach Altersgruppen:

    50 bis 59 Jahre

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    Fasst jeder zweite.

    15,7% der Männer in der Altersgruppe zwischen 50 und 59 Jahren leiden unter leichten bis mäßigen Erektionsstörungen.

    60 bis 69 Jahre

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    Zahl verdoppelt sich

    In diesem Alter verdoppelt sich die Zahl. 35% der Männer leiden unter Erektionsstörungen. Rund 12% aller Männer dieser Altersgruppe, können gar keine Erektion mehr aufbauen

    70 Jahre aufwärts

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    Knapp 50%

    Männer im Alter von 70 Jahren aufwärts leiden in knapp 50% der Fälle unter einer erektilen Dysfunktion. Mit zunehmenden Alter bleibt die Erektion häufig komplett aus. 

    • 30-39 Jahre

      0%
    • 40-49 Jahre

      0%
    • 50-59 Jahre

      0%
    • 60-69 Jahre

      0%
    • 70-79 + Jahre

      0%

    Die Dunkelziffer dieser Zahlen, ist vermutlich noch sehr höher. Auch wenn heutzutage deutlich offener mit dem Thema Impotenz umgegangen wird, gibt es noch immer viele Männer die Ihre Probleme verschweigen.

    Massachusetts Male Aging Study

    In den USA widmete sich die Massachusetts Male Aging Study den Altersursachen der Erektilen Dysfunktion. Dazu wurden im Bundesstaat New England insgesamt 1.709 Männer befragt.9

    Zusätzliche Bedeutung erhielt die Studie dadurch, dass gesundheitliche Veränderungen mit zunehmendem Alter zusammenhängend erforscht wurden und der Fokus nicht allein auf die Erektile Dysfunktion ausgerichtet war. Dadurch genießt die Untersuchung einen besonders hohen wissenschaftlichen Anspruch.

    Parameter und Ergebnisse der Massachusetts Male Aging Study sehen wie folgt aus:

    • Studiendetails

      • Teilnehmer: 1709 Männer (Zufällige Stichprobe)
      • Altersgruppen: 40 bis 70 Jahre
      • Untersuchungsart: Persönliche Befragung

    • Studienergebnis:

      • Bei 52% der Teilnehmer wurde eine Erektile Dysfunktion diagnostiziert
      • Die Häufigkeit der Potenzprobleme nahm mit fortschreitendem Alter signifikant zu
      • Moderate Impotenz verdoppelte sich von 40 bis 70 Jahren auf 34%
      • Völlige Impotenz verdreifachte sich von 40 bis 70 Jahren von 5 auf 15%
      • Impotenz ging oft mit körperlichen und psychischen Faktoren einher (unterdrückte Wut und Depressionen)

    Neun Jahre nach der ersten Befragung wurden 1.156 Teilnehmer der Studie (77% der noch lebenden Männer) erneut untersucht. Auch die neuen Daten unterstützten die Annahmen der Befragung. Innerhalb der neun Jahre nahm das Risiko einer Erektilen Dysfunktion im Durchschnitt um 26% zu. Durch eine genauere Zielsetzung der Befragung trat der Einfluss der Altersursachen noch deutlicher hervor.

    Noch immer gilt die Studie daher als wichtige Pionierarbeit bei der Untersuchung erektiler Dysfunktion im Alter. Unter den körperlichen Risikofaktoren blieb der Einfluss von Herzkrankheiten, Bluthochdruck und Diabetes konstant hoch.

    Auslöser von Erektionsstörungen im Alter

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    Photographee.eu / shutterstock.com

    Die Erektionsstörungen im Alter werden vor allem durch eine Erschlaffung der Muskulatur des Beckenbodens verursacht. Dadurch verschlechtert sich die Sauerstoffversorgung und die maximale Durchblutung im Penis.

    Außerdem treten mit zunehmendem Alter auch andere Grunderkrankungen häufiger auf.

    Darunter fällt:

    • Arteriosklerose

    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

    • Bluthochdruck

    • Prostata-Beschwerden

    Auch der im Alter sinkende Testosteronspiegel kann für Erektionsprobleme verantwortlich sein. Außerdem werden im höheren Alter immer mehr Medikamente eingenommen, darunter könnten ebenfalls Wirkstoffe vertreten sein, welcher als Auslöser oder Verstärkung der Erektionsstörungen in Frage kommen. Mehr dazu, im Artikel über die Medikamentösen Auslöser.

    Behandlung der erektilen Dysfunktion im Alter

    Je nach Alter und Stärke der Erektionsstörung eignen sich verschiedene Behandlungsmethoden.

    Mit PDE-5-Hemmern wie Sildenafil oder Tadalafil lässt sich in so gut wie jedem Alter eine zufriedenstellende Erektion erreichen. Diese Wirkstoffe zählen zu den verschreibungspflichtigen Potenzmittel und bieten sowohl leichte, mittelstarke wie auch starke Dosierungen. In der oben erwähnten, Kölner Studie gaben 73,8% der Männer an, eine orale Behandlung zu bevorzugen.8

    • Andere Behandlungsmethoden

    Doch auch andere Behandlungsmöglichkeiten, wie z.B. eine Testosterontherapie oder körperliches Training können dabei helfen, wieder ein erfülltes Sexleben führen zu können.

    Wann helfen welche Methoden?

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    Photographee.eu / shutterstock.com

    Folgende Information dient nicht als feste Richtlinie, sondern als Einschätzung basierend auf Ergebnissen von Verkaufszahlen & Umfragen.

    Erfahrungsgemäß nutzen Männer in unterschiedlichen Altersgruppen auch unterschiede Behandlungsmethoden.

    In jungen Jahren wird am häufigsten noch auf einen gesunden Lebensstil, körperliches Training oder Coaching & Psychotherapie gesetzt. Bevor diese Methoden eingesetzt wird, entscheiden sich die meisten jungen Männer für sexuelle Hilfsmittel, wie z.B. einem Penisring.

    Doch auch auch natürliche Potenzmittel und verschreibungspflichtige PDE-5-Hemmer werden immer häufiger, bereits in jungen Jahren probiert. Vor allem wenn die Ursachen psychologischer Natur sind, greifen immer mehr junge Männer zu Potenzmittel, um mögliche Versagensängste zu überwinden. 

    Häufige Behandlungsmethoden:

    1. Penisring
    2. Gesunder Lebensstil
    3. Körperliches Training
    4. Coaching & Psychotherapie
    5. Natürliche Potenzmittel
    6. PDE-5-Hemmer
    7. Selbsthilfegruppen
    8. Natürliche Aphrodisiaka
    9. Beckenbodentraining

    Im Alter von 30 bis 40 Jahren wird am häufigsten der Lebensstil umgestellt. Eine gesündere Ernährung und mehr Bewegung sind die ersten Baustellen. Danach greifen viele Männer zu sexuellen Hilfsmittel wie einem Penisring oder einer Penispumpe.

    Die Anzahl der Männer die mit einen PDE-5-Hemmer nutzen, steigt ebenfalls. Manche Männer entscheiden sich bei einem Testosteronmangel bereits jetzt für eine Testosteronersatztherapie.

    Häufig gewählte Behandlungsmethoden:

    1. Gesunder Lebensstil
    2. Körperliches Training
    3. Penisring
    4. Mechanische Therapie (Penispumpe)
    5. PDE-5-Hemmer
    6. Natürliche Potenzmittel
    7. Testosteron-Therapie

    In dieser Altersgruppe tauchen häufig auch die Symptome der männlichen Wechseljahre auf.5 Müdigkeit, Verlust der Muskelmasse und weniger sexuelle Lust. Viele Männer entscheiden sich daher für körperliches Training wie dem Beckenbodentraining oder eine gesündere Ernährung.

    Am dritt häufigsten werden laut Umfragen bereits PDE-5-Hemmer gewählt, um die sexuelle Leistung wieder zu verbessern. 

    Die häufigsten Behandlungsmethoden:

    1. Körperliches Training
    2. Gesunder Lebensstil
    3. PDE-5-Hemmer
    4. Penisring
    5. Natürliche Potenzmittel
    6. Mechanische Therapie
    7. Testosteron-Therapie
    8. Injektionstherapie

    Die meisten Männer ab 50 Jahren entscheiden sich für einen verschreibungspflichtigen PDE-5-Hemmer.

    Der Gang zum Arzt, ist für viele Männer in diesem Alter nicht mehr mit soviel Schamgefühl verbunden, wie noch in jüngeren Jahren.

    Im Gegensatz zu jüngeren Männern, sind Personen dieser Altersgruppe allerdings auch eher zu Injektionstherapien und einer Testosteronersatztherapie bereit.

    Häufige Behandlungsmethoden:

    1. PDE-5-Hemmer
    2. Natürliche Potenzmittel
    3. Körperliches Training
    4. Injektionstherapie
    5. Gesunder Lebensstil
    6. Testosterontherapie

    In der Altersgruppe über 60 Jahren wird fasst ausschließlich auf die wirksamen PDE-5-Hemmer gesetzt.

    Während natürliche Potenzmittel aufgrund der geringen Wirkung immer seltener zum Einsatz kommen. Auch die Umstellung auf einen gesunden Lebensstil und körperliches Training, können in schwerwiegenden Fällen kaum noch etwas bewirken.

    Verständlich, dass die meisten Männer in dieser Altersklasse zu wirksamen Behandlungsmethoden greifen. 

    Die häufigsten Behandlungsmethoden:

    1. PDE-5-Hemmer
    2. Testosterontherapie
    3. Injektionstherapie
    4. Körperliches Training
    5. Beckenbodentraining

    Was sagen uns diese Zahlen?

    Diese Zahlen zeigen, dass Männer in jungen Jahren die Erektionsstörungen häufig durch Kommunikation, einen gesunden Lebensstil oder mit Hilfe von natürlichen Potenzmittel behandeln. 

    Mit zunehmenden Alter wählen Männer stärkere, wirkungsvollere Methoden wie den PDE-5-Hemmer, oder bei Testosteronmangel eine entsprechende Testosteronersatztherapie.

    Mit Hilfsmitteln wie einem Penisring oder einer Penispumpe kann dagegen in fast jedem Alter eine Erektion verbessert werden. Lediglich im sehr hohen Alter, bei schwerwiegenden Erektionsstörungen, helfen diese Methoden nur noch selten.

    Weitere Ursachen der erektilen Dysfunktion:

    1. Relationship between age and erectile dysfunction diagnosis or treatment using real-world observational data in the United States – Int J Clin Pract. Author manuscript; available in PMC 2017 Dec 1. – doi.org
    2. Erectile Dysfunction Common With Age - WebMD
    3. Definition and facts for erectile dysfunction. (2017).
      niddk.nih.gov
    4. What Is the Average Age for Erectile Dysfunction? – emedicinehealth.com
    5. Male Reproductive System (2013, July 15) – my.clevelandclinic.org
    6. Prevalence of erectile dysfunction in men over 40 years of age in Turkey: Results from the Turkish Society of Andrology Male Sexual Health Study Group – Turk J Urol. 2017 Jun; 43(2): 122–129. Published online 2017 Jun 1. doi: doi.org
    7. Predictors and Prevalence of Erectile Dysfunction in a Racially Diverse Population – Arch Intern Med. 2006;166(2):207-212. – doi.org
    8. Epidemiology of erectile dysfunction: Results of the 'Cologne Male Survey' – doi.org
    9. Impotence and its medical and psychosocial correlates: results of the Massachusetts Male Aging Study Jonathan LevyFirst Published July 1, 2002 – doi.org

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