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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 21. Februar 2020

Ursachen einer erektilen Dysfunktion

Die Ursachen einer erektilen Dysfunktion (Impotenz) sind sehr unterschiedlich, oft spielen hier mehrere Faktoren eine wichtige Rolle.

Grundsätzlich lässt sich davon ausgehen, dass bei jüngeren Männern eher psychische Ursachen überwiegen, im höheren Alter liegen diese eher bei körperlichen Erkrankungen.

  • Organische Ursachen

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  • Psychische Ursachen

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  • Medikamentöse Ursachen

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Übersicht:
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    Psychische und körperliche Ursachen

    Medizinisch werden die erektile Dysfunktion bzw. deren Ursachen meist in zwei Kategorien gegliedert: organische oder psychische Gründe.

    Nach neuesten Studien ist man sich allerdings einig, dass nur ein geringer Prozentsatz an Potenzstörungen psychologisch/ somatogen verursacht wird.5 6

    Die überwiegende Anzahl an Erektionsstörungen hat verschiedenste bzw. vielschichtige Ursachen. Darunter fallen beispielsweise biologische, psychische, interpersonelle oder sogar kulturelle Faktoren.

    Ursachen einer erektilen Dysfunktion

    Psychische Faktoren für eine erektile Dysfunktion

    • Stress im Beruf oder Privatleben

    • Leistungsdruck

    • Persönlichkeitskonflikte

    • Partnerschaftskonflikte

    • Sexuelle Phobien oder Abweichungen

    • Religiöse Hemmungen

    Im Krankheitsverlauf zeigen sich meist die Anzeichen für eine psychisch bedingte Erektionsstörung. Meist tritt diese abrupt oder unvermittelt auf und lässt sich nach einem intensiven Gespräch mit dem Betroffenen oft auf ein bestimmtes Erlebnis zurückführen.

    Sexuelle Versagensängste als Hauptursache

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    fizkes / shutterstock.com

    Obwohl die Gründe für psychische Ursachen recht breit gestreut sind, sind oft Ängste und Bedenken in Hinblick auf die eigene Sexualität Auslöser einer erektilen Dysfunktion.

    Besonders jüngere oft auch sexuell eher unerfahrene Männer machen sich Gedanken oder gar Sorgen über ihre sexuelle Performance – man könnte auch von Versagensängsten sprechen. Diese Ängste beinhalten oft die Sorge, dem eigenen Partner sexuell nicht zu genügen bzw. diesen nicht befriedigen zu können.

    Selbstzweifelnde Fragen

    Der Mann stellt sich dabei meist folgende Fragen:

    Findet mich mein Partner attraktiv genug?

    Werde ich beim Sex "zu früh kommen"?

    Ist mein Penis groß genug?

    Ist meine Erektion hart genug?

    Ist mein Partner mit meiner sexuellen Leistung zufrieden?

    Mach ich sexuell alles richtig?

    Psychische Ursachen: Pornografie & Erektionsstörungen

    Studien zeigen, dass die genannten Versagensängste vor allem Männer betreffen, die häufig pornografisches Material konsumieren.2

    Männer vergleichen sich bzw. ihr Sexualleben oft mit dem in Filmen oder auf Bildern Gezeigtem, was anschließend zu Leistungsdruck und Nervosität führen kann. Dadurch tritt oft statt sexueller Stimulation das Gegenteil – eine psychisch bedingte Erektionsstörung – auf.

    Wie kommt es dazu?

    Angst oder Stress führen dazu, dass bestimmte Hormone wie Epinephrin oder Norepinephrin produziert werden, welche die Blutgefäße zusammenziehen und somit die Blutzufuhr zum Penis verhindern. Für die Erektion ist es wichtig, dass genügend Blut in die Schwellkörper gelangt, daher ist eine Ausschüttung solcher Hormone oft Auslöser einer erektilen Dysfunktion.

    Die positive Nachricht ist allerdings, dass solche psychisch bedingten Erektionsprobleme behandelt und therapiert werden können. Zu Beginn gilt es unter ärztlicher Beratung herauszufinden, wo die Ursachen für die erektile Dysfunktion zu suchen sind. Sind die Gründe bekannt, kann ein auf den Einzelfall spezialisierter Arzt entsprechende Behandlungen setzen.

    Körperliche Faktoren für eine erektile Dysfunktion

    Meist treten Erektionsstörungen als Begleiterscheinungen bzw. -erkrankungen anderer Allgemeinerkrankungen auf. Zu den häufigsten organischen Ursachen einer Potenzstörung zählen Herz-/ Kreislauferkrankungen oder Stoffwechselkrankheiten sowie urogenitale Fehlbildungen.

    Hinweis:

    Mehr als 75 % aller Erektionsstörungen sind organisch bedingt und daher sehr gut behandelbar.

    Körperlich bedingte Erektionsstörungen können angenommen werden, wenn es nicht zu einem abrupten sondern kontinuierlich fortschreitenden Verlust der Erektionsfähigkeit kommt. Diese Symptome gelten sowohl für den Geschlechtsverkehr als auch die Masturbation sowie nächtliche Erektionen.1

    Eine Ursache für organische Impotenz ist der Verlust von glatten Muskelzellen im Penis und der Aufbau von Kollagen im Schwellkörper.

    Neben diesem Verlust der Muskelzellen sind auch veränderte Nervenstrukturen oft ursächlich für Erektionsprobleme, weiter kann auch eine verminderte Durchblutung in den Beckenarterien und/ oder den kleinen Penisgefäßen Grund für eine erektile Dysfunktion sein.

    Auch ein geschwächtes Becken bzw. Beckenboden kann zu Potenzproblemen führen. Da ein Drittel der Penislänge im Beckenboden verankert ist, ist es wichtig hier eine gut trainierte Muskulatur zu haben. Genau abgestimmte Trainingspläne bzw. Beckenbodenübungen helfen bei der Prävention und Verbesserung der Erektionsfähigkeit.

    Arzneimittelbedingte erektile Dysfunktion

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    ADragan / shutterstock.com

    Neben den genannten psychischen und physischen Ursachen einer Erektionsstörung kommen in bestimmten Fällen auch Medikamente als möglicher Auslöser in Betracht.

    Einige Arzneimittel geben als Nebenwirkung auch Erektionsschwäche an. Auch für den Fachmann ist in solchen Fällen oft nicht leicht zu unterscheiden, ob die Erektionsstörung durch die durch das Medikament zu behandelnde Krankheit oder das verabreichte Arzneimittel verursacht wurde. Typischer Fall einer arzneimittelbedingten Erektionsstörung ist der Einsatz von Blutdrucksenkern oder auch Antiandrogenen.

    Bekannte Wirkstoffe & Medikamente:

    Weitere Risikofaktoren für eine erektile Dysfunktion

    Neben den genannten psychischen und physischen Ursachen einer Erektionsstörung spielen noch viele weitere Faktoren eine wichtige Rolle.

    So wird die Erektionsfähigkeit beispielsweise auch vom Lebensalter, der Ernährung, Übergewicht, Alkohol- und Nikotinkonsum sowie Drogenmissbrauch und sportlicher Betätigung beeinflusst.

    Daher empfiehlt es sich, vor allem im höheren Alter, auf ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung sowie einen verantwortungsvollen Konsum von Alkohol zu achten.

    Ursachen Selbsttest

    Mittels einem Selbsttest, können Sie auch online herausfinden, welchen Auslöser Ihre Erektionsstörungen haben könnte.

    Dieser Test ersetzt keinen Arztbesuch. 

    1. Evaluation of young men with organic erectile dysfunction – Asian J Androl. 2015 Jan-Feb; 17(1): 11–16. – doi.org
    2. The Potential Associations of Pornography Use with Sexual Dysfunctions: An Integrative Literature Review of Observational Studies – J Clin Med. 2019 Jul; 8(7): 914. – doi.org
    3. Mayo Clinic Staff. (2016, May 25). Erectile dysfunction: Causes mayoclinic.org
    4. Erectile dysfunction. Urology Care Foundation. . Accessed Nov. 26, 2016 – urologyhealth.org
    5. Erectile dysfunction (ED) - Research Departments and divisons - Urology Resarch – mayo.edu
    6. Erectile dysfunction (ED) Nat Rev Dis Primers. 2016; 2: 16003. – doi.org

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