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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 17. April 2020

Ultraschalluntersuchungen bei erektiler Dysfunktion

Um eine erektilen Dysfunktion behandeln zu können, muss nach den Ursachen geforscht werden. Hierzu eignet sich ein ganz einfaches und bewährtes medizinisches Hilfsmittel, die klassische Ultraschalluntersuchung (Sonografie). Diese Untersuchungsmethode spielt für die Diagnose von einer erektilen Dysfunktion eine große Rolle.

Das bildgebende Verfahren ist in der Lage klinische Veränderungen an den Nieren, den Harnwegen, der Blase oder der Prostata sichtbar zu machen. Dadurch wird eine präzise Diagnose möglich.

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Khakimullin Aleksandr / shutterstock.com
Übersicht:
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    Präzise Diagnose mit der Hilfe von Ultraschall

    Der erektilen Dysfunktion liegen häufig körperliche Ursachen zugrunde. Diese müssen vor einer Behandlung allerdings genauer bestimmt werden. Um diese genauer zu bestimmen, wird bei einer entsprechenden Untersuchung häufig die Sonografie eingesetzt.

    Mit Ultraschall können vor allem organische Strukturen sehr genau untersucht werden. Der Mediziner erkennt anhand der Bildgebung Veränderungen, welche für die Erektionsstörung ursächlich sein könnten. Mit Ultraschall lassen sich auch der Penis und auch die Schwellkörper visuell untersuchen. Sinnvoll erscheint auch die Untersuchung des Skrotalinhalts.

    Ein möglicherweise krankhafter Rückgang des Hodengewebes lässt sich so diagnostizieren. Außer dieser auch Hodenatrophie genannten Untersuchung, kann durch Ultraschall auch eine mögliche Tumorerkrankung entdeckt bzw. ausgeschlossen werden.

    Ultraschallwellen sind unschädlich. Die Sonografie ermöglicht zudem eine schmerzfreie Untersuchung.

    Doppler-Duplex-Sonografie

    Eine besondere Form der Sonografie ist die Doppler-Duplex-Sonografie. Bei dieser Untersuchung wird der Blutfluss näher unter die Lupe genommen.

    Der Blutfluss ist für eine gesunde Erektion ein entscheidender Faktor. Mit der Doppler-Duplex-Sonografie lassen sich unter anderem die Geschwindigkeit des Blutflusses, ebenso wie die Richtung und auch das Volumen des Blutflusses bestimmen. Angewandt wird die Doppler-Duplex-Sonografie dann, wenn ein Verschluss bzw. eine Verengung der Kapillaren als mögliche Ursache für eine erektile Dysfunktion vermutet werden.

    Schwellkörper-Injektionstest (SKIT) mit Ultraschalluntersuchung

    Aufbauend auf der Doppler-Duplex-Sonografie kann der Schwellkörper-Injektionstest (SKIT) Klarheit über eine mögliche Durchblutungsstörung liefern.

    Vor der sogenannten Farbduplexsonographie, welche ebenfalls die Flussgeschwindigkeit in den Penisarterien untersucht, wird dazu ein gefäßerweiterndes Medikament in den Penis gespritzt. Dieses verstärkt den arteriellen Blutzufluss und führt damit zum Aufbau einer Erektion.

    An der notwendigen Dosierung des Medikaments bis zum Erreichen der Erektion und ihrer anschließenden Qualität kann der Mediziner Zustand von Blutgefäßen und Schwellkörpern genauer beurteilen. Durch die Ultraschallbilder lassen sich Verengungen der Blutgefäße oder venöse Lecks noch genauer bestimmen.

    Die Vor- und Nachteile der Sonografie

    Vorteile

    ✅ Untersuchung ist schmerzlos

    ✅ Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten

    ✅ Eine Strahlenbelastung entsteht nicht

    ✅ Schäden an den Blutgefäßen & Gewebe werden erkannt

    Nachteile

    ❌ Oftmals sind Folgeuntersuchungen nötig

    Schwellkörper-Injektionstest (SKIT) mit Ultraschall

    Klarheit über eine mögliche Durchblutungsstörung kann zusätzlich der Schwellkörper-Injektionstest (SKIT). Dieser Test baut auf der Doppler-Duplex-Sonografie auf.

    Im Rahmen dieser auch Farbduplexsonographie genannten Untersuchung wird insbesondere in den Penisarterien die Flussgeschwindigkeit untersucht. Für die Durchführung von diesem Test ist es erforderlich, dass ein gefäßerweiterndes Medikament direkt in den Penis gespritzt wird. Dieses Medikament sorgt für eine Verstärkung des arteriellen Blutzufluss und führt zum Aufbau einer Erektion.

    Der Mediziner, der diesen Test durchführt, kann dank dieser Untersuchung den Zustand von den Blutgefäßen und den der Schwellkörper genauer beurteilen. Die Ultraschallbilder zeigen sehr genau Verengungen der Blutgefäße und auch venöse Lecks.

    Für wen ist die Sonografie geeignet?

    Die Untersuchung mittels Ultraschall wird in der Regel bei einer vermuteten erektilen Dysfunktion eingesetzt, wenn zum Beispiel Stressfaktoren ausgeschlossen werden. Auch wenn es zu einer Verletzung am Penis kam oder der Penis verkrümmt ist, kommt die Sonografie zum Einsatz.

    Schäden an den zuführenden Blutgefäßen und auch Vernarbungen der Schwellkörper können durch die Sonografie sichtbar gemacht werden. Oftmals sind aufgrund der Bildgebung des Ultraschalls präzise Diagnosen möglich. Die Sonografie ist somit ein zentraler Bestandteil für eine körperliche Untersuchung, wenn eine erektile Dysfunktion vorliegt.

    Ultraschall ist als Diagnostikmethode schon seit vielen Jahrzehnten im Einsatz. Aus diesem Grund kann mit Sicherheit gesagt werden, dass diese Untersuchung keine schädlichen Nebenwirkungen hat auf den Betroffenen. Die Sonografie ist daher für jeden Patienten geeignet, damit eine zuverlässige körperliche Diagnose gestellt werden kann. Die Ultraschalluntersuchung vervollständigt in der Regel bereit andere Untersuchungsergebnisse, die schon vorgenommen wurden.

    Alternativen zur Sonografie

    Eine Alternative zur Sonografie stellte lange Zeit die Röntgenuntersuchung dar. Allerdings sind die gesundheitlichen Risiken der Röntgenuntersuchung durch die damit zusammenhängende Strahlung nicht absehbar.

    Die Sonografie drängte dieses weitere visuelle Diagnostikverfahren daher weitgehend in den Hintergrund. Röntgenuntersuchungen werden heute für die Diagnose einer erektilen Dysfunktion nur bei einer Verletzung des Beckens angewandt, die voranging. In diesem Fall kann die Verletzung des Beckens bzw. Beckenknochens für eine Schädigung der Nervenstränge bzw. Blutgefäße verantwortlich sein, welche Ursache der erektilen Dysfunktion sein können.

    Eine weitere Untersuchungsmethode, die bei der Beschädigung der Blutgefäße angewandt wird, ist die Cavernosografie. Hierbei wird ein Kontrastmittel in den Penis gespritzt, bevor die Ultraschall- oder Röntgenaufnahme angefertigt wird. Für die Spritzung des Kontrastmittels ist eine örtliche Betäubung nötig. Durch dieses Verfahren lassen sich insbesondere kleinste Verletzungen an den Arterien leicht erkennen.

    1. Hatzimouratidis et al.: Guidelines in Male Sexual Dysfunction: Erectile Dysfunction and Premature Ejaculation. European Association of Urology. Guidelines - Sexual Medicine. Feb. 2010 – dx.doi.org
    2. Häufig gestellte Fragen zum Ultraschall in der Krebsmedizin Quell – Ultraschall Sonoraphie – krebsinformationsdienst.de
    3. Ultraschall: Definition, Gründe, Ablauf – netdoktor.de
    4. Erektile Dysfunktion: Untersuchungen & Diagnose - internisten-im-netz.de

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