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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 20. Januar 2020

RIGISCAN - Die Messung im Schlaf

Die Untersuchung mithilfe von RIGISCAN dient dazu, die erektile Dysfunktion unter Ausblendung aller psychischen Faktoren zu untersuchen.

RIGISCAN wertet dazu die Anzahl nächtlicher Erektionen, ihre Intensität und Dauer aus und ermöglicht damit eine gezielte Behandlung.

Bei RIGISCAN handelt es sich um ein Messgerät zur Untersuchung der Qualität und Quantität nächtlicher Erektionen. Auf diese Weise lässt sich feststellen, ob physische oder psychische Ursachen für die erektile Dysfunktion verantwortlich sind.

Das Messgerät wird vom Patienten mindestens eine Nacht am Bein getragen. Zwei Messschlaufen führen direkt zum Penis und zeichnen mechanisch die Anzahl, Qualität und Dauer der auftretenden Erektionen auf. Die Anwendung ist zuhause möglich, ein Besuch im Schlaflabor ist damit für die erfolgreiche Diagnose nicht erforderlich.

Ja, RIGISCAN kann die nächtlichen Erektionen sehr präzise aufzeichnen, was Rückschlüsse auf die physiologischen Voraussetzungen des Patienten zulässt. Um nicht repräsentative Ergebnisse sicher ausschließen zu können, werden bisweilen Langzeitmessungen über mehrere Nächte durchgeführt. Auf diese Weise entsteht eine valide Auswahl an Daten.

Die Auswertung erfolgt im Anschluss mithilfe einer speziellen PC-Software, welche die Messergebnisse in einem sogenannten Phallogramm visuell darstellt. Eine von der Norm abweichende Kurve weist darauf hin, dass physische Einschränkungen vorliegen, welche das Auftreten der erektilen Dysfunktion entscheidend begünstigen.

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wavebreakmedia / shutterstock.com
Übersicht:
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    Diagnose mittels RIGISCAN

    Bei der RIGISCAN-Diagnose dienen die natürlichen nächtlichen Erektionen des Mannes als Grundlage, um die Ursache der Erkrankung genauer zu untersuchen.

    Besteht der Verdacht, dass psychologische Gründe für die Erektionsstörung verantwortlich sein könnten, lassen sich mithilfe von RIGISCAN körperliche Einschränkungen ausschließen.

    Bereits seit dem Jahr 1985 wird die Methode bei der Diagnostik der erektilen Dysfunktion erfolgreich eingesetzt und seither zu einer sehr präzisen digitalen Messung weiterentwickelt.

    Während den nächtlichen REM-Schlafphasen treten bei gesunden Männern mehrere Erektionen unterschiedlicher Härte auf. Mithilfe von RIGISCAN lassen sich diese genauer auswerten. Zu diesem Zweck werden zwei Messschlaufen direkt hinter der Eichel und an der Peniswurzel angebracht.

    Das kleine und kaum störende Steuergerät wird mithilfe einer Beintasche direkt am Oberschenkel angebracht und zeichnet alle nächtlichen Erektionen auf, die durch die Dehnung der Messschlaufen beim Füllen der Schwellkörper dokumentiert werden. Alle gesammelten Daten werden im RIGISCAN Steuergerät gespeichert, ehe sie der behandelnde Arzt mithilfe der dazugehörigen Software am PC auswerten kann. Es entsteht ein sogenanntes Phallogramm, welches die Anzahl, Intensität und Dauer der Erektionen im Verlaufe der Nacht sichtbar macht.

    Die Messung mit RIGISCAN ermöglicht eine genaue Untersuchung der körperlichen Fähigkeiten zum Aufbau einer Erektion. Treten in den REM-Schlafphasen Erektionen von normaler Qualität auf, so können muskuläre oder nervliche Ursachen praktisch ausgeschlossen werden. Dies engt sogleich die Auswahl an vielversprechenden Behandlungsmethoden ein und begünstigt damit den Genesungsprozess.

    Die Vor- und Nachteile von RIGISCAN

    Vorteile

    ✅ Detaillierte Untersuchung der Erektionsfähigkeit

    ✅ Hohe Genauigkeit der Messungen

    ✅ Heimanwendung möglich

    ✅ Jahrzehntelange Erfahrungswerte

    Nachteile

    ❌ Keine spezifische Eingrenzung physiologischer Ursachen

    Für wen ist RIGISCAN geeignet?

    Die Untersuchung mithilfe von RIGISCAN ist frei von jeglichen Risiken.

    Da die Messschlaufen des Untersuchungsgeräts eine mechanische Diagnose ermöglichen, ist der Patient keiner Spannung ausgesetzt. Besonders aussichtsreich ist die Untersuchung bei jenen Patienten, bei denen sich psychologische Ursachen hinter der erektilen Dysfunktion verbergen könnten.

    Mögliche Alternativen zu RIGISCAN

    RIGISCAN präsentiert sich als geeignete Möglichkeit, um bei der Ursachenforschung zwischen physischen und psychischen Faktoren zu differenzieren.

    Darüber hinaus liefert die Methode keine genaueren Hinweise darauf, welche körperlichen Einschränkungen verantwortlich sein können. Aus diesem Grund schließen sich meist Nachfolgeuntersuchungen, wie zum Beispiel die Biothesiometrie oder die Elektromyographie daran an, ehe eine Entscheidung bezüglich der Behandlung fällt.

    • RIGISCAN System zur Langzeit-Messung und Auswertung von nächtlichen Erektionen. - medizintechnik-heise.de
    • https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13688362.html
    • Use and abuse of Rigiscan in the diagnosis of erectile dysfunction. - ncbi.nlm.nih.gov
    • New concept parameters of RigiScan in differentiation of vascular erectile dysfunction: Is it a useful test? - onlinelibrary.wiley.com

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