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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 20. Januar 2020

Dynamometrie bei erektiler Dysfunktion

Die Dynamometrie setzt zur Diagnose einer erektile Dysfunktion auf die Messung der Muskelkraft. Im Mittelpunkt steht die Untersuchung der drei Ebenen der Schwellkörper- und Schließmuskelschicht.

Bei der Dynamometrie handelt es sich um ein Verfahren zur Messung der Muskelkräfte, welches besonders in der Sportmedizin weit verbreitet ist. Durch die gezielte Untersuchung der Muskelkontraktion kann die Methode auch für die Diagnose einer erektilen Dysfunktion eine zentrale Rolle spielen.

Bei der Dynamometrie wird die verformende Wirkung der Kraft genutzt, um sie an elastischen Körpern messbar zu machen. Mithilfe der mechanischen Verformung eines Dehnungsmessstreifens oder von Quarzkristallen wird die vorherrschende Kraft in eine elektrische Größe umgewandelt.

Auch eine Veränderung der Kraft über einen längeren Zeitraum lässt sich auf diese Weise festhalten.

Die dynamometrische Untersuchung kann direkt an der Peniswurzel vorgenommen werden. Dort lässt sich die bei der Kontraktion der umliegenden Muskulatur entfaltete Kraft messen und aufzeichnen. Um Messfehler zu vermeiden, wird die Dynamometrie in der Regel in unterschiedlichen Winkeln durchgeführt.

Die Dynamometrie gilt als ein zuverlässiger Weg, um muskuläre Ursachen für eine erektile Dysfunktion aufdecken zu können. Mithilfe der Methode lassen sich Schwächen bei den relevanten Muskelgruppen gezielt diagnostizieren, um die Therapie anschließend danach ausrichten zu können.

Übersicht:
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    Diagnose durch Dynamometrie

    Um eine zufriedenstellende Erektion aufbauen und halten zu können, spielt die Zusammensetzung des Penis eine große Rolle.

    Etwa 55 Prozent glatter Muskelzellen sind notwendig, um die gewünschte Erektionshärte (Rigidität) für mehrere Minuten halten zu können. Ist der Anteil glatter Muskelzellen zu gering und fehlt schlichtweg die muskuläre Kraft, so kann dies die Ursache für eine anhaltende erektile Dysfunktion sein.

    Zur genauen Diagnose wird die Messschlaufe des Dynamometers an den nicht erigierten Penis angelegt. Unter gezielten Kontraktionen der Muskelschichten lässt sich nun untersuchen, welche Kraft vom Patienten aufgebaut werden kann. Liegen die erzielten Werte deutlich unter den allgemeinen Anforderungen, so lässt dies den Schluss zu, dass die Ursache der anhaltenden erektilen Dysfunktion auf muskulärer Ebene zu suchen ist.

    Die Vor- und Nachteile der Dynamometrie

    Vorteile

    ✅ simple mechanische Anwendung

    ✅ schmerzlose Diagnose in wenigen Minuten

    ✅ sehr genaue Messergebnisse

    Nachteile

    ❌ Ursache der Muskelschwäche bleibt undefiniert

    Für wen ist die Dynamometrie geeignet?

    Da die Untersuchung mithilfe der Dynamometrie allein auf mechanischer Basis mithilfe eines Dehnungsmessstreifens oder von Quarzkristallen durchgeführt wird, gibt es keine Risikogruppen.

    Entgegen der allgemeinen Erwartung ist zudem keine Erektion des Gliedes notwendig, um die Messung durchführen zu können. Da sich die Untersuchung innerhalb weniger Minuten durchführen und abschließen lässt, ist ein besonders effektiver Ausschluss muskulärer Ursachen möglich.

    Mögliche Alternativen zur Dynamometrie

    Eine wichtige Alternative zur Dynamometrie stellt die Schwellkörper-Analyse dar.

    Während bei der Dynamometrie allein die Kraft der Muskulatur untersucht wird, kann die Schwellkörper-Analyse das zugrundeliegende organische Problem genauer festmachen. Dabei spielt besonders das Verhältnis von Kollagen, Bindegewebe und glatten Muskelzellen eine entscheidende Rolle.

    Dominieren Kollagen und Bindegewebe die Zusammensetzung des Schwellkörpers, so kann dies die entscheidende Ursache für schwache Kraftwerte sein. Somit baut die Schwellkörper-Analyse in gewisser Hinsicht auf den Erkenntnissen der Dynamometrie auf.

    • Schwarmeder, Hermann: Dynamometrie. In: Handbuch Sportbiomechanik. Münster 2009. S. 104 - 119.

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    Inhalt überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren

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