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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 15. April 2020

Diagnose einer erektilen Dysfunktion

Um eine Behandlung einer erektilen Dysfunktion planen zu können ist eine genaue Diagnosestellung besonders wichtig. Doch wie genau kann man die Ursache für das Problem herausfinden? Welche unterschiedlichen Diagnosemöglichkeiten gibt es mittlerweile? Was erwartet man von einem Arztbesuch?

Sollten Sie den Verdacht haben an einer erektilen Dysfunktion zu leiden so kann ungefähr folgender Ablauf beim Arzt erwartet werden:

  • Erstgespräch beim Arzt
  • vollständiges Ausfüllen eines Fragebogens
  • Blutabnahme
  • Untersuchung der körperlichen Funktionen
  • falls notwendig zusätzlich Diagnostik mittels Apparaten

Zu Beginn der Untersuchung gibt es ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt. Dabei werden folgende Themen besprochen:

  • ausführliches Gespräch über das Sexualleben mit Definition von Problemen
  • Erhebung der Krankengeschichte
  • Untersuchung der Medikamenteneinnahme
  • Definition des aktuellen Lebensstil und der Gewohnheiten
  • Abtastung des Genitalbereiches um etwaige Verhärtungen oder Entzündungen zu erkennen
  • Prostatauntersuchung
  • Blutdruckkontrolle sowie Überprüfung des Gewichtes und des Bauchumfanges
  • Untersuchung des Körperbaus ob etwaige Hormonstörungen vorliegen
  • Cholesterin
  • Testosteronwert
  • Blutzucker - vor allem Nüchternblutzucker
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Joyseulay / shutterstock.com
Übersicht:
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    Diagnosestellung der Erektionsstörung

    Sollten erste Anzeichen einer erektilen Dysfunktion vorhanden sein so sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Eine erektile Dysfunktion kann ein Zeichen für eine bestehende chronische Erkrankung sein, welche umgehend therapiert werden muss. Zudem sind Erektionsprobleme mit gezielter Therapie leicht zu behandeln.

    Durch den Wandel der Zeit ist das Thema Erektionsstörung immer präsenter geworden und kann daher auch abseits von Viagra oder Cialis durch effektive Behandlungsmethoden von erfahrenen Urologen und Ärzten behandelt werden.

    Vorbereitung auf das Erstgespräch

    Bevor die körperliche Untersuchung durch den Arzt stattfindet, werden die wichtigsten Eckpunkte zu der vorliegenden Erkrankung abgeklärt. Es soll gezielt herausgefunden ob bestehende Krankheiten, der Lebensstil oder auch eine aktuell verschriebene Medikation ein Grund für eine erektile Dysfunktion sein kann.

    Hier gibt es typische Fragen, welche schon vor dem Arztbesuch selbstständig beantwortet werden können:

    • Seit wann besteht das Problem?

    • Bemerken Sie in der Nacht oder in Früh eine Erektion?

    • Wie lange kann der Erektionszustand gehalten werden?

    • Seit wann besteht das Problem?

    • Sind Erektionen für eine mögliche Penetration hart genug?

    • Wie oft resultiert durch eine Erektion Geschlechtsverkehr?

    Diese intimen und persönlichen Fragen sind beim Erstgespräch besonders wichtig um herauszufinden welche Faktoren für die Erektionsstörung Schuld sein können. Wichtig ist es hier, dass vom Patienten auch nur richtige Antworten gegeben werden damit eine genaue Behandlung geplant werden kann. Durch die Antworten kann der behandelnde Arzt in vielen Fällen noch vor der körperlichen Untersuchung herausfinden ob die Erektionsstörung aufgrund von psychischen Ursachen besteht.

    Entscheidende Untersuchungen der Erektionsstörung

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    Syda Productions / shutterstock.com

    Die körperliche Untersuchung

    Nachdem die Erstabklärung stattgefunden hat, wird im weiteren Verlauf der körperliche Zustand des Patienten untersucht. Das Ziel ist es, etwaige Erkrankungen eindeutig erkennen zu können. Für die genaue Untersuchung sind folgende Testverfahren sinnvoll:

     

    • Abtastung von Penis und Hoden

    • Prostatauntersuchung

    • Pulsmessung, Kontrolle des Gewichtes und des Bauchumfanges

    Etwaige Entzündungen oder Verhärtungen können durch diese Untersuchung diagnostiziert werden. Dies kann auch der frühzeitigen Erkennung von etwaigen lebensbedrohlichen Erkrankungen dienen und zudem werden in dieser Phase mögliche Ursachen für die erektile Dysfunktion diagnostiziert.

    Laboruntersuchung

    Laut den aktuellen Standards werden folgende Laborwerte abgenommen um eine erektile Dysfunktion diagnostizieren zu können:

    • Schilddrüsenwerte

    • Nierenwerte

    • kleines Blutbild

    • Leberwerte

    • Zuckerwerte

    • PSA-Werte sofern Auffälligkeiten bei der Prostata-Abtastung bemerkt wurden

    Neben der körperlicher Untersuchung und der Laborkontrolle kann der behandelnde Arzt auch noch weitere Untersuchungen anordnen:

    • Biothesiometrie

      Dieses Verfahren dient der genauen Messung der Nervensensibilität. Sollten die Nervenstränge im Penisbereich beeinträchtigt sein, so kann dies ein Indikator für eine bestehende Erektionsstörung sein. Die Untersuchung erfolgt vollkommen schmerzfrei und wird mittels Vibratoren durchgeführt. Sollte die Sensibilität des Penis nicht vollkommen darstellbar sein, so ist dies ein deutlicher Hinweis für eine bestehende neurologische Ursache.

    • Dynamometrie

      Diese Untersuchung hat den Zweck die muskulären Ursachen zu erkennen. Es werden die körpereigenen Muskelkräfte welche sich direkt an der Peniswurzel gemessen.

    • Elektromyographie

      Bei dieser Art der Untersuchung werden Aktivitäten von Muskeln und Nerven gezeichnet welche im Genitalbereich vorliegend sind. Anschließend werden diese Aufzeichnungen im Elektromyogramm dargestellt. Sollte die Muskelaktivität nicht vollständig ausgeprägt sein so ist dies ein deutlicher Hinweis dass eine Schädigung der Muskulatur im Genitalbereich vorliegt und Auslöser für eine Erektionsstörung ist. Die Untersuchung erfolgt, wie alle anderen, vollkommen schmerzfrei und wird mittels Elektroden durchgeführt.

    • RIGIscan

      Bei dieser Untersuchung wird vor allem ein Augenmerk auf die nächtliche Erektion gelegt. Mittels zweier Messchlaufen wird die Erektion gemessen. Sollte der Betroffene in der Lage sein in der Nacht eine Erektion zu entwickeln so können körperliche Ursachen für das Problem nahezu vollständig ausgeschlossen werden.

    • Ultraschall

      Mit der Ultraschalluntersuchung können Blutgefäße und etwaige Gewebsveränderungen dargestellt werden. Sollten dadurch arterielle Veränderungen sichtbar sein, so können diese ausschlaggebend für das Problem der erektilen Dysfunktion sein.

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    Behandlungsmöglichkeiten der erektilen Dysfunktion

    Nach wie vor geht man davon aus dass die einzige Möglichkeit eine Erektionsstörung zu behandeln eine Therapie mit PDE-5-Hemmer ist.

    Doch gibt es eine Reihe an anderer Möglichkeiten wie das Problem behandelt werden kann. Wenn durch die Untersuchungen eine muskuläre Ursache diagnostiziert wurde, so können Behandlungsmethoden wie körperliches Training, Umstellung des gewohnten Lebensstils oder auch mechanische Therapie zur Heilung beitragen. Ist die Ursache für die Erektionsstörung aufgrund von hormonellen Veränderungen diagnostiziert worden so ist eine Testosterontherapie der beste Weg um die Erektionsstörung zu therapieren.

    Ist jedoch das Problem aufgrund von psychischen Ursachen entstanden so wird im weiteren Verlauf eine Überweisung an einen Psycho- oder Sexualtherapeuten gestellt. Oftmals kann das Problem in der Partnerschaft gefunden werden und hier können einige klärende Sitzungen im Beisein von einem erfahrenen Psychotherapeuten das Problem lösen.

    Bekannte Behandlungsmethoden:

    Richtige Diagnosestellung durch Arztbesuch

    Um eine genaue Behandlung und somit auch ein erfolgreiches Ergebnis zu erhalten ist es besonders wichtig schnell und gezielt eine Diagnose zu ermitteln. Der wichtigste Faktor hierbei ist der Arztbesuch.

    Auch wenn nach wie vor große Angst und Sorge beim Thema Erektionsstörung in der männlichen Bevölkerung besteht sollte aber dennoch die Aussicht auf ein Leben ohne Erektionsstörung ausreichend Grund dafür sein eine Arztpraxis aufzusuchen.

    1. Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion – Prof. Dr. Carl-Albrecht Haensch, Mönchengladbach  – Haensch C.-A. et al., Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion, S1-Leitlinie, 2018; in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: dgn.org
    2. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie – Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion – Entwicklungsstufe: S1 Federführend: Prof. Dr. Carl-Albrecht Haensch, Mönchengladbach Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie – awmf.org
    3. Erektile Dysfunktion: Ursachen und Behandlung – von Dr. Irmela Manus – apotheken-umschau.de
    4. Diagnose der erektile Dysfunktion (Erektionsstörung, Potenzstörung, Impotenz) – G. Steinmetz –  impotenz-selbsthilfe.de
    5. EAU Guidelines on Erectile Dysfunction, Premature Ejaculation, Penile Curvature and Priapism – K. Hatzimouratidis (Chair), F. Giuliano, I. Moncada, A. Muneer, A. Salonia (Vice-chair), P. Verze – uroweb.org (.pdf)

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