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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 17. Februar 2020

Definition: Erektile Dysfunktion

Unter einer erektilen Dysfunktion versteht man eine Störung der Potenz des Mannes, bei der der Penis nicht in der Lage ist, eine Erektion zu erhalten bzw. zu bilden, die für den Geschlechtsverkehr nötig ist.

Probleme mit der Potenz kommen bei Männern häufiger vor, als angenommen wird. Obwohl es noch für viele ein Tabu-Thema ist, betrifft eine erektile Dysfunktion viele Männer, sogar in jungen Jahren. Dabei können die Ursachen sehr vielfältig sein.

Eine erektile Dysfunktion ist eine Sexualstörung, bei der die Betroffenen nicht dazu in der Lage sind, eine Erektion aufrecht zu erhalten bzw. zu bekommen. Um von einer erektilen Dysfunktion zu sprechen, muss dieser Zustand über mindestens sechs Monate hinweg andauern.

Bei einer erektilen Dysfunktion wird der Penis gar nicht oder nicht ausreichend steif, d.h. eine Erektion ist nicht möglich. Kommt es zu einer Erektion, hält diese aber nicht lange an.

Die Erektionsprobleme dauern außerdem bereits seit sechs Monaten an. Vorzeitige oder verzögerte Samenergüsse und eine verminderte sexuelle Lust können in manchen Fällen als Begleiterscheinungen auftreten.

Eine erektile Dysfunktion kommt häufiger vor als angenommen. Auch junge Männer können davon betroffen sein. Das Risiko, an Erektionsproblemen zu leiden, steigt jedoch proportional mit dem Alter an.

Gelegentliche oder einmal auftretende Erektionsprobleme sind normal und kein Grund zur Sorge. Von einer erektilen Dysfunktion spricht man erst, wenn es bei mehr als 70 % der sexuellen Aktivitäten nicht bzw. nur vermindert zu einer Erektion kommt und das Problem schon seit sechs Monaten auftritt.

Ob eine erektile Dysfunktion heilbar ist, hängt ganz von der Ursache, den Behandlungsmethoden und der Behandlungsdauer ab. Je früher die Ursache ermittelt und das Problem angegangen wird, desto besser sind die Heilungschancen. In den meisten Fällen ist eine Besserung oder gar Heilung einer erektilen Dysfunktion sehr wahrscheinlich.

Ist man von der erektilen Dysfunktion betroffen, sollte man sich auf jeden Fall und so schnell wie möglich professionelle Hilfe suchen. Kommunikation ist hier das A und O. Ein offenes und ehrliches Gespräch mit einem Arzt ist dabei wesentlich, um der Ursache des Problems auf den Grund zu gehen. Erektionsprobleme sind dabei nichts, wofür man sich schämen müsste. Heutzutage gibt es mehrere Behandlungsmethoden, die vielversprechend sind.

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Übersicht:
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    In Kürze:

    Fast jeder Mann hat schon einmal in seinem Leben Probleme mit der Erektion erlebt, sei es bedingt durch Stress oder andere Ursachen. Gelegentliche Erektionsprobleme sind dabei kein Grund zur Sorge. Von einer erektilen Dysfunktion spricht man erst, wenn die Erektion bei mehr als 70 % der sexuellen Aktivitäten ausbleibt und dieser Zustand über einen längeren Zeitraum besteht.9

    Betroffene sollten sich nicht schämen, über ihr Problem zu sprechen und schnellstmöglich Hilfe in Anspruch nehmen. In den meisten Fällen ist durch die richtige Behandlung eine deutliche Verbesserung, wenn nicht sogar komplette Genesung der erektilen Dysfunktion, möglich.

    Was versteht man unter erektiler Dysfunktion?

    Eine erektile Dysfunktion, auch bekannt unter Impotenz, Erektionsstörung oder Potenzstörung, ist eine Sexualstörung, bei der ein Mann nicht in der Lage ist, mit seinem Penis eine Erektion zu haben. Da eine Erektion für den Geschlechtsverkehr nötig ist, ist es dem Betroffenen nicht möglich, den Sexualakt durchzuführen.

    Dabei sollte diese Störung seit mindestens sechs Monaten anhalten, um von einer erektilen Dysfunktion sprechen zu können. Eine erektile Dysfunktion hat direkten Einfluss auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität des Betroffenen und kann diese deutlich verringern und psychologische Probleme, wie Depressionen, nach sich ziehen.

    Männer, die unter einer erektilen Dysfunktion leiden, haben in der Regel keine Probleme mit dem sexuellen Verlangen und sind auch zu einem Orgasmus fähig. Das Problem der erektilen Dysfunktion ist, dass es nicht zu einer ausreichenden Erektion des Gliedes kommt und somit kein Geschlechtsverkehr möglich ist.

    Sie ist nicht mit der Sterilität gleichzusetzen, bei der ein Mann zeugungsunfähig und somit nicht in der Lage ist, Kinder zu bekommen.

    Steckbrief

    Auch bekannt unter: Erektionsstörung, Potenzstörung

    Krankheitsart: Sexualstörung - psychologisch, organisch, altersbedingt, medikamentös

    Heilbar: teilweise bis komplett; abhängig von der Ursache

    Verbreitung: weltweit; altersunabhängig, Risiko steigt im Alter

    Anlaufstellen für Betroffene: Hausarzt, Urologen, Sexualtherapeuten

    Wie entsteht eine Erektion?

    Unter einer Erektion versteht man im medizinischen Sinn die Anschwellung und Aufrichtung des männlichen Gliedes.

    Sie besteht aus einem komplexen Prozess, der durch einen sexuellen Reiz ausgelöst wird. Sexuelle Reize sind dabei sehr individuell und können von Mann zu Mann unterschiedlich sein. Zu den sexuellen Reizen zählen beispielsweise Berührungen, Gerüche, Phantasien oder sensorische Reize.

    Ein sexueller Reiz wird vom Gehirn erkannt und über Nervensignale an das parasympathische Erektionszentrum geschickt, welches daraufhin aktiviert wird. Der Parasympathikus ist dafür zuständig, die Muskulatur in den Arterienwänden des Penis erschlaffen zu lassen. Dadurch erweitern sich die Gefäße und der Schwellkörper kann sich mit Blut füllen.

    Dabei wird gleichzeitig der venöse Abfluss des Blutes gestoppt, indem der einfließende Blutstrom die kleinen Venen im Schwellkörper abdrückt. Das Blut beginnt sich dadurch langsam zu stauen und erhärtet den Penis, sodass dieser sich aufrichtet und eine Erektion bildet.

    Im Schwellkörper befindet sich im erigierten Zustand 40-mal mehr Blut als im schlaffen Zustand.8

    So entsteht eine Erektion

    Was ist eine Erektionsstörung?

    Bei einer Erektionsstörung ist es dem Körper nicht möglich, eine vollständige Erektion zu bilden.

    Dies kann verschiedene Ursachen haben. Die Erektion ist ein komplexer, biochemischer Prozess im Körper, bei denen das Gehirn, Nerven, Hormone, Transmitter, Enzyme, Arterien, Venen und die Muskulatur zusammenspielen. Sobald es im Körper bei einem der komplexen Vorgänge, die für den Prozess der Erektionsentstehung nötig sind, zu Behinderungen kommt, ist eine Erektion nicht möglich.

    Die Liste an möglichen Ursachen ist sehr groß und jede Ursache behindert den Ablauf des Erektionsprozesses an einer anderen Stelle. Betroffene sollten daher einen Arzt aufsuchen und die Ursache ermitteln, denn Erektionsstörungen können häufig Begleiterscheinungen von Krankheiten sein.

    Eine Besserung und Heilung einer Potenzstörung ist nur möglich, wenn die Ursache richtig behandelt wird.

    Ursachen, Risikofaktoren und Häufigkeit

    Für eine erektile Dysfunktion gibt es sehr viele unterschiedliche Ursachen und Risikofaktoren. Da es sich bei einer Erektion um einen sehr komplexen Vorgang im Körper handelt, gibt es verschiedene Stellen, an denen die Ursache des Problems liegen kann. Oft können Ursachen auch kombiniert mit anderen auftreten. Die Ursachen werden dabei unterschieden in:

    • organische Ursachen

    • psychische Ursachen

    • medikamentöse Ursachen

    • altersbedingte Ursachen

    Risikofaktoren, die Erektionsstörungen begünstigen, sind beispielsweise Medikamente, Krankheiten, Verletzungen, Übergewicht, ein ungesunder Lebensstil und psychische Belastungen.

    Die Häufigkeit der erektilen Dysfunktion ist noch immer schwer einzuschätzen. Zwar gibt es verschiedene Studien, aber da das Thema als Tabuthema gilt und viele deshalb nicht zum Arzt gehen, geht man davon aus, dass die Dunkelziffer sehr hoch ist. Allerdings weiß man, dass das Risiko einer erektilen Dysfunktion mit dem Alter ansteigt und mehr ältere als jüngere Männer davon betroffen sind. Was nicht bedeutet, dass jüngere Männer gar nicht betroffen sein können.

    Symptome einer erektilen Dysfunktion

    • Penis wird nicht oder nicht ausreichend steif

    • Erektionen lassen schnell wieder nach

    • Zustand der Erektionsstörungen dauert bereits seit mindestens sechs Monaten an

    • Betroffener ist nicht fähig, Geschlechtsverkehr zu haben

    • vorzeitige oder verzögerte Samenergüsse

    • Verminderung der sexuellen Lust

    Verlauf und Komplikationen

    Der Verlauf einer erektilen Dysfunktion hängt immer von der Ursache ab. Hat eine erektile Dysfunktion organische Ursachen, entwickelt sie sich versteckt und kann sehr schleichend verlaufen. Es kommt dabei sowohl beim Geschlechtsverkehr als auch bei der Selbstbefriedigung zu Erektionsproblemen.

    Sind die Erektionsprobleme psychisch bedingt, z. B. durch Stress oder Ängste, treten sie meist plötzlich und nur in bestimmten Situationen auf, wie beispielsweise während des Geschlechtsverkehres mit der Partnerin oder dem Partner.

    Weiters hängt der Verlauf einer erektilen Dysfunktion auch von der Art der Behandlung ab. Betroffene sollten möglichst schnell Hilfe suchen, denn je früher das Problem erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

    Potenzstörungen bedeuten für Betroffene immer auch eine zusätzliche emotionale und psychische Belastung. Erektionsstörungen sind für viele noch immer ein Tabuthema. Viele schämen sich dafür, fühlen sich in ihrer Männlichkeit versagt, wollen nicht darüber reden und suchen sich daher auch keine Hilfe. So kommen sie in einen Teufelskreis, der das Problem immer mehr verstärkt, denn der emotionale Druck, den sich Betroffene machen, wirkt sich wiederum negativ auf die Potenzfähigkeit aus.

    Auch Depressionen können so entstehen. Kommunikation ist daher ein wichtiger Faktor bei der Behandlung der erektilen Dysfunktion. Betroffene sollten offen und ehrlich mit dem Arzt reden, damit die Ursache ermittelt und somit die optimale Behandlungsmethode angewendet werden kann.

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    Was kann man gegen eine erektile Dysfunktion tun?

    Heutzutage ist eine erektile Dysfunktion gut behandelbar.

    Die Chancen, die Potenzfähigkeit durch Hilfsmittel zu verbessern oder ganz zu heilen, sind sehr hoch. Gerade wenn sich Betroffene gleich zu Beginn der Probleme Hilfe suchen und somit ein früher Behandlungsstart möglich ist. Reine Selbsthilfe empfiehlt sich bei einer erektilen Dysfunktion nicht. Es ist immer empfehlenswert, einen Spezialisten aufzusuchen. Wichtig ist, dass man über das Problem spricht und es nicht ignoriert.

    Diagnostik

    Im ersten Schritt der Behandlung einer erektilen Dysfunktion muss eine Diagnose erstellt werden, um die Ursache des Problems zu finden. Die Diagnostik bei einer erektilen Dysfunktion beinhaltet unter anderem:

    • Anamnese und klinischer Befund

    • Sexualanamnese

    • klinische Untersuchung

    • Laboruntersuchungen

    • psychologische/ psychiatrische Diagnostik

    • neurophysiologische Diagnostik

    Hinweis: Selbsttests

    Es gibt mittlerweile auch verschiedene Selbsttest im Internet, die Betroffene im Vorfeld anwenden können. Diese gelten allerdings nicht als Ersatz einer professionellen Diagnose eines Arztes, sondern sind eher als Hilfsmittel für Betroffene zu betrachten, die sich im Vorfeld unsicher sind und sich weiter zu dem Thema informieren wollen. Ein Spezialist sollte allerdings trotzdem aufgesucht werden.

    Behandlung

    Je nach Ursache gibt es verschiedene Therapieansätze, die angewendet werden können.

    Um die passende Therapieform zu finden, sollte man sich nach der Diagnose von einem Arzt ausführlich beraten lassen. Eine Behandlung der erektilen Dysfunktion erfolgt individuell und sollte an die Bedürfnisse und Wünsche des Betroffenen angepasst werden.

    Bekannte Behandlungsmethoden sind:

    Vorbeugende Maßnahmen

    Eine 100 % wirksame Vorbeugung gibt es nicht, da gerade im Alter die Chancen, an einer erektilen Dysfunktion zu leiden, hoch sind. Allerdings gibt es Maßnahmen, die dieses Risiko verringern können.

    Dazu gehören ein gesunder und aktiver Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und Sport, regelmäßige Kontrollen beim Arzt und der Verzicht auf Alkohol, Zigaretten und Drogen.

    Was ist bei einer erektilen Dysfunktion zu beachten?

    Wer an einer erektilen Dysfunktion leidet, sollte es vermeiden, das Problem nur durch Selbsthilfe zu behandeln. Oft können Erektionsstörungen, die schon seit langer Zeit auftreten, eine Begleiterscheinung von diversen Krankheiten sein, die ärztliche Behandlung benötigen.

    Auch sollten Medikamente immer nur von Ärzten verschrieben werden. Unseriöse Bestellungen von möglicherweise gefälschten Medikamenten aus dem Internet sollten vermieden werden.

    Kommunikation ist sehr wichtig und hilfreich. Partnerinnen und Partner sollten immer miteinbezogen werden, da dies emotionalen Leistungsdruck und andere psychische Zusatzbelastungen verhindert. Betroffene sollten sich nicht für das Problem schämen und sich trauen, Hilfe aufzusuchen, denn oft ist das Problem schnell und unkompliziert lösbar.

    Wer das Problem vermeidet und ignoriert, läuft Gefahr, es so nur zu verschlimmern und weitere Nebeneffekte, wie Depression, zu erlangen.

    1. Everything You Need to Know About Erectile Dysfunction (ED) – healthline.com
    2. Die erektile Dysfunktion – Potenzstörung beim Mann Quell – krank.de
    3. Erektile Dysfunktion (erektile Impotenz) – beobachter.ch
    4. Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion – awmf.org
    5. Gerbild H, et al. (2018). Physical activity to improve erectile function: A systematic review of intervention studies – doi.org
    6. Capogrosso P, et al. (2013). One patient out of four with newly diagnosed erectile dysfunction is a young man - worrisome picture from the everyday clinical practice – doi.org
    7. Mayo Clinic Staff. (2018). Erectile dysfunction – mayoclinic.org
    8. Blood supply to the penis during an erection – healthlinkbc.ca
    9. Erectile dysfunction - Nat Rev Dis Primers. Author manuscript; available in PMC 2017 Feb 4. Published in final edited form as: Nat Rev Dis Primers. 2016; 2: 16003. Published online 2016 Feb 4 – doi.org

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