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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 26. April 2020

Testosteronersatztherapie (TRT)

Wenn ein Mangel an Testosteron besteht, kann eine Testosteronersatztherapie für einen Ausgleich sorgen. Dadurch wird die Lust auf Sex angekurbelt und Erektionsprobleme können behoben werden. 

Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon (Androgen). Das Hormon steuert viele wichtige Aufgaben und sorgt unter anderem für die Lust auf Sex, kann beim Aufbau von Muskelmasse helfen und sorgt für eine gute Fettverbrennung

Leider sinkt der natürliche Testosteronwert bei Männern ab 30 Jahren von Jahr zu Jahr. Eine Testosteronersatztherapie ist bei einem zu niedrigen Wert, eine gängige Behandlungsmöglichkeit. 

Ein niedriger Testosteronwert kann zu Erektionsstörungen führen. Nicht nur die Lauf auf Sex kann darunter leiden, sondern auch die Fähigkeit eine Erektion aufzubauen und diese lange genug zu halten. 

Mit einer Testosteronersatztherapie kann dann für eine deutliche Besserung gesorgt werden. Diese Therapie kann allerdings nicht wirken wenn die eigentliche Ursache der Erektionsstörungen in anderen Bereichen liegt. 

Ein einer Testosteronersatztherapie wird, in den meisten Fällen, entweder mit einem Gel oder einer Spritze dem Körper exogen mehr Testosteron zugeführt. 

Diese Behandlung wird von den meisten Krankenkassen übernommen, allerdings nicht wenn es sich rein um die Behandlung der Behandlung der Erektionsstörung handelt. 

Aktuell gibt es in Deutschland 5 zu gelassene Arzneimittel für die Testosterontherapie:

  • Andriol Kapseln
  • Axiron Lösung
  • Nebido (Injektion)
  • Testavan (Gel)
  • Testogel (Gel)

Besonders in jüngeren Jahren ist nicht nur selten eine Testosteronersatztherapie erforderlich. Häufig können Sie über natürliche Methoden Ihren Testosteronwert wieder ankurbeln.

Darunter fällt:

Ja, wenn der Testosteronmangel labormedizinisch bestätigt wurde werden die Kosten in der Regel übernommen. Dies betrifft allerdings nur den Testosteronmangel im allgemein, nicht die reine Behandlung der erektile Dysfunktion

Artikelempfehlung im ED Magazin: Kostenübernahme durch die Krankenkasse?

Übersicht:
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    Testosteronmangel erkennen

    Bevor mit einer Testosteronersatztherapie begonnen werden kann, muss ein Testosteronmangel diagnostiziert werden.

    Bekannte Anzeichen für einen Mangel an Testosteron:

    • Wenig Lust auf Sex

    • Eretkionsstörungen

    • Depressive Verstimmung

    • wenig Muskelmasse

    • Müdigkeit, Karftlosigkeit & Leistungsabfall

    • Blutarmut (Anämie)

    • reduzierter Knochendichte (Osteoporose)

    Damit der Mangel medizinisch festgestellt wird, wird das Gesamt-Testosteron im Blut gemessen. Da der Wert Testosteronwert früh am morgen um etwa 20% erhöht ist, wird sehr wahrscheinlich auch dieser Wert genommen. Tagessschwankungen sind üblich.

    Testosteron Referenzbereiche (Normalbereiche):

    Kindheit 0,05 - 3,0 µg/l
    Jugend 0,10 - 9,0 µg/l
    Erwachsen 3,5 - 9,0 µg/l
    Hohes Alter 2.15 - 6.71 µg/l

    Befindet sich Ihr Testosteronwert dauerhaft unterhalb dies Referenzbereichs, kann von einem Testosteronmangel gesprochen werden. Ob eine Testosteronersatztherapie dann bereits sinnvoll ist oder nicht, muss im Einzelfall mit dem Arzt entschieden werden.

    In einer Studie mit 434 Männern, konnte bei einem Wert unter 8 nmol/l (2,3 ng/ml) eine erhöhte Wahrscheinlichkeit auf eine erektile Dysfunktion nachgewiesen werden. Eine verringerte Lust auf Sex konnte bereits unter 15 nmol/l (4,32 ng/ml) festgestellt werden.1

    Wie funktioniert die Testosteronersatztherapie?

    Bei der Testosteronersatztherapie wird dem Körper exogen Testosteron zugeführt. Damit wird der Testosteronwert künstlich angehoben.

    Dies erfolgt meistens über Gel's oder Spritzen, kann aber auch über Tabletten oder Pflaster aufgenommen werden.

    Die Verabreichung von Gel, Pflaster oder Talbetten kann der Patient selbst, von zu Hause aus, anwendenden. Bei den Testosteronhaltigen Spritzen, muss alle 3 bis 4 Wochen der Arzt für die Anwendung besucht werden.

    Hinweis:

    Während der Therapie müssen die Blutwerte ständig kontrolliert werden. 

    Viele Werte müssen in regelmäßigen Abständen überwacht werden. Die meisten Ärzte entscheiden sich daher für ein Blutbild alle 3 Monate um verschiedene Werte im Auge zu behalten. Vorrangig natürlich die Werte des freien & Gesamt-Testosteron.

    Behandlung mit dem Testogel

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    Marc Bruxelle / shutterstock.com

    Testogel wird auf die Haut aufgetragen und zieht innerhalb kürztest Zeit ein.

    Vor Beginn einer Behandlung mit Testogel muss anhand klinischeer Symptome der Testosteronmangel nachgewiesen werden. Entscheidend ist hierbei eine labormedizinische Untersuchung mittels Blutabnahme.

    Wie wird Testogel angewendet?

    • Täglich 5 g (Ein Beutel)

    • Auftragen auf die Haut

    • 5 Minuten einwirken lassen

    • Gründlich Hände waschen

    Empfohlen wird eine tägliche Dosis von 5 Gramm Gel. Dies entspricht 50 Milligram, wobei die tatsächlich erforderliche Dosis durch einen Arzt entsprechend den Untersuchungsergebnissen und dem Behandlungserfolg angepasst wird.

    In aller Regel wird der Arzt ab dem dritten Tag nach Beginn einer Behandlung den Hormonspiegel im Blut überprüfen. Eine Dosis-Steigerung erfolgt normalerweise in Schritten von 2,5 Gramm Gel.

    Nach Öffnung muss der gesamte Beutelinhalt ausgedrückt und direkt verwendet werden. Das Gel sollte einmal täglich, nach Möglichkeit immer zur gleichen Zeit, aufgetragen werden.

    Am sinnvollsten wird das Gel, in einer dünnen Schicht, morgens auf die gesunde, saubere und trockene Haut der beiden Schultern oder Arme aufgetragen. Es ist nicht notwendig, das Gel in die Haut einzureiben. Nach dem Auftragen sollte man das Gel etwa 5 Minuten trocknen lassen, bevor man sich anzieht.

    Anschließend müssen die Hände gründlich mit Seife und Wasser gereinigt werden. Der hohe Alkoholgehalt kann örtliche Reizungen verursachen und darf deshalb keinesfalls auf die Geschlechtsteile aufgetragen werden.

    Welche Nebenwirkungen sind möglich?

    Die möglichen Nebenwirkungen sind von der Art der Anwendung abhängig. Laut Erfahrungsberichten geben Patienten zu 29% der Fälle an, gar keine Nebenwirkungen verspürt zu haben.

    Die Nebenwirkungen laut Erfahrungsberichten:

    • Keine Nebenwirkungen

      0%
    • Gewichtszunahme

      0%
    • Haarwuchs

      0%
    • Kopfschmerzen

      0%
    • Aggresvität

      0%

    Quelle: sanego.de

    Laut dem offiziellen Beipackzettel können folgende Nebenwirkungen häufig eintreten:4

    • Hautreizungen & trockene Haut

    • Kopfschmerzen

    • Haarausfall

    • schmerzhafte, empfindliche oder vergrößerte Brustdrüsen

    • Verändung der Prostatadrüse

    • Bluthochdruck

    • Stimmungsschwankungen

    • Vermehrung der roten Blutkörperchen

    Selten können Gelbsucht oder Veränderungen der Ergebnisse von Leberfunktionstest auftreten.

    Weiter kann es zu Haarausfall, fettiger Haut, Akne, Feindseligkeit, Depression, Nervosität, Muskelkrämpfen und Gewichtszunahmen kommen.

    Bei zu langer oder zu hoher Anwendung kann es zu Überempfindlichkeitsreaktionen, Verminderung der Spermienzahlen, Ödemen, Hodenverkleinerung kommen. Außerdem besteht das Risiko eines Überschusses an Kalzium, Kalium, Chlorid, Natrium und anorganischen Phosphaten im Körper.

    Welche Gegenanzeigen sind zu beachten?

    Bei Überempfindlichkeit gegen Testosteron, hormonabhängigem Krebs der männlichen Brust- oder Vorsteherdrüse ist Testogel nicht anzuwenden.

    Die Arznei darf grundsätzlich nur nach sorgfältiger Abwägung und Kontrolle durch einen Arzt eingesetzt werden. Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder Herzinfarkt schließen den Einsatz von Testogel ebenfalls aus.

    Sollte ein Überschuss an Kalzium im Blut des Patienten festgestellt werden, darf Testogel nur mich größter Vorsicht angewendet werden. Patienten die, aufgrund von Drogenmissbrauch, Alkoholmissbrauch oder wegen psychiatrischen Störungen, nicht in der Lage sind, die notwendigen Vorschriften und Anwendungshinweise einzuhalten, sollten eine andere Therapieform wählen.

    Hinweis:

    Zur Förderung der Muskeln und der Leistungssteigerung im Sport darf Testogel nicht angewendet werden.

    Schwangere oder stillende Frauen dürfen keinen Kontakt mit Hautbereichen bekommen, die mit Testosteron behandelt wurden, da es zu Übertragungen auf das Kind kommen kann. Bei der Behandlung von Kindern ist zu beachten, dass es zu vorzeitiger Geschlechtsreife und vorzeitigem Wachstumsstillstand kommen kann.

    Bei gleichzeitiger Einnahme von Blutgerinnungshemmern und Testosteron kommt es zu einer Verstärkung der beteiligten Wirkstoffe. Daher ist vorher die Blutgerinnung ärztlich zu untersuchen. Sollten zur Zeit einer Testosteronbehandlung Glukokorikiode verabreicht werden, können Ödeme die Folge sein.

    Testogel ist verschreibungspflichtig und kann nur mit gültigen Rezept erworben werden. Der richtige Ansprechpartner ist der Hausarzt oder direkt die Urologie.

    Alternative: Nebido Injektionslösung

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    Lesterman / shutterstock.com

    Eine beliebte Alternative zum Testogel ist die Injektionslösung Nebido, welche 1000 mg Testosteron enthält.

    Die Spritze wird von ärztlichen Person gesetzt und kann alle 6, 8 oder 16 Wochen erfolgen. Besonders zu Beginn werden die ersten Injektionen noch in einem kurzen Abstand von 6 Wochen gesetzt. Damit wird schneller ein hohes Testosterongehalt erzielt.

    Die Anwendung ist häufig deutlich beliebter da somit keine tägliche Anwendung erfolgen muss. Beim Arztbesuch, wird häufig auch direkt das Blutbild besprochen.

    Bekannte Nebenwirkung: Schwellungen

    Bei der Injektion von Testosteron kann es an der Einstichstelle zu Schwellungen kommen. Dabei handelt es sich genauer gesagt um Wassereinlagerung und Ödemen, Schwellungen die durch Flüssigkeitseinlagerung entstehen.

    Dies kann selbst bei der Durchführung von geschulten Person passieren. Zu Linderung der Schwellung sollte schnellst möglichst ein Kühlpad eingesetzt werden.

    Anderen Nebenwirkungen entsprechen den üblichen bekannten Nebenwirkungen einer Testosterontherapie sind.

    Welche Risiken hat eine Testosterontherapie?

    Bis zum aktuellen wissenschaftlichen Stand sind noch keine langfristigsten Risiken & Gefahren der Testosterontherapie erforscht. Dennoch sind bereits heute zahlreiche Risiken bekannt.

    Prostatakrebs durch Testosteron?

    Ein großes Streitthema unter den Forschern ist der Zusammenhang von Testosteron und Prostatakrebs.

    Während Forscher der Harvard Medical School5 Hinweise für erhöhtes Prostatakrebsrisiko gefunden haben, zweifelten Ärzte diese These in einem neuen Artikel wieder ran.6

    Zusammengefasst ging es darum, dass das Risiko für Prostatakrebs durch Testosteron bei älteren Männern höher ist, obwohl der Testosteronspiegel im Alter sinkt. Bei jungen Männern ist der der Testosteronwert am höchsten. Somit müssten folglich eigentlich besonders junge Männer von Prostatakrebs betroffen sein. Da dies aber nicht der Fall ist, konnte bisher kein relevanter Anstieg der Krebsrate durch exogen zugeführtes Testosteron nachgewiesen werden.

    Leberschäden durch orales Testeron?

    Anders sieht es mit Leberschäden durch oral zugeführte Testosteron-Tabletten oder Kapseln aus. Dieses Risiko ist bestätigt worden.7

    Heutzutage wird daher nur noch selten eine orale Anwendung verschrieben. Das Risiko auf Leberschäden ist durch Gel's oder Spritzen drastisch reduziert.

    Wie reagiert die Haut auf Testosteron?

    Am häufigsten macht sich eine Begleiterscheinung der Testosteronsubstitution durch Hautreaktionen bemerkbar. Dabei entstehen beispielsweise Hautrötungen und Juckreiz an den aufgetragenen Stellen.

    Viele Männer berichten auch von fettiger under unreiner Haut. Bekannt sind auch Pickel und Akne durch die exogene Testosteronzufuhr.  Häufig verschwinden diese Probleme allerdings wieder nach einiger Zeit der Einnahme.

    Weitere bekannte Risiken & Reaktionen

    Eine Hormonersatztherapie kann viele weitere Reaktionen und unerwünschte Risiken verursachen.

    Treten Symptome zu stark auf, kann die Therapie mit einem Gel jederzeit abgebrochen und mit dem Arzt besprochen werden.

    Wurde der Wirkstoff allerdings durch eine Spritze injiziert, muss der Patient warten bis der Wirkstoff vom Körper abtransportiert wird. Dies beläuft sich auf etwa 4 bis 8 Wochen.

    Weitere bekannte Risiken sind:

    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

    • Erhöhtes Cholesterin

    • Erhöhte Blutfettwerte

    • Schlafapnoe-Syndrom

    • Brustveränderung (Gynäkomastie)

    • Hodenverkleinerung

    • Fruchtbarkeitsverlust

    Alternativen:

    Alternativ können auch Potenzmittel wie Viagra (Sildenafil) oder Cialis (Tadalafil) eingesetzt werden. Diese PDE-5-Hemmer werden verschieben, wenn der Testosteronwert nicht alleine für die Impotenz verantwortlich ist.

    1. J Clin Endocrinol Metab. 2006 Nov;91(11):4335-43. Epub 2006 Aug 22. Association of specific symptoms and metabolic risks with serum testosterone in older men. – doi.org
    2. Testosteron-Substitution – aber wann? – deutsche-apotheker-zeitung.de
    3. How does testosterone replacement therapy (TRT) help my erectile dysfunction (ED)?  webmd.com
    4. Beipackzettel Testogel 50 mg – Gebrauchsinformation: Information für Anwender – kade-besins.de
    5. J Natl Cancer Inst. 1996 Aug 21;88(16):1118-26. Prospective study of sex hormone levels and risk of prostate cancer. – doi.org
    6. Risks of Testosterone-Replacement Therapy and Recommendations for Monitoring – Ernani Luis Rhoden, M.D., and Abraham Morgentaler, M.D. – doi.org
    7. Scand J Gastroenterol. 1983 May;18(3):391-6. Oral testosterone load related to liver function in men with alcoholic liver cirrhosis. – doi.org
    8. Testosterone topical. (2016, June 15) nlm.nih.gov

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