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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 20. April 2020

Stoßwellentherapie gegen Erektionsstörungen?

Gibt es neben der medikamentösen Therapie auch stimulative Methoden der physikalischen Natur die eine Behandlung von erektiler Dysfunktion ermöglichen?

In diesem Zusammenhang sind vor allem zwei Techniken mittlerweile sehr gefragt: Elektrostimulation und Stoßwellentherapie.

Ähnlich wie bei EMS oder auch TENS, zwei Arten welche vor allem im Bereich des Kraftsportes bekannt sind, kommen auch bei der Behandlung von Erektionsstörungen Elektroden zum Einsatz welche niedrigfrequentierte Stromreize von sich geben. Durch die Aktivierung der Stromreize sollen Nerven und Muskulatur schonend aktiviert und aufgebaut werden.

Bei der Stoßwellentherapie werden schockartige Schallwellen mit entsprechend hoher Frequenz und im Gegenzug niedriger Energie freigesendet, welche die Neubildung von bereits verlorengegangen Gewebsstrukturen anregen sollen und somit den Heilungsprozess auf schonende Art und Weise aktivieren sollen.

Auch wenn die Beschreibung vielleicht etwas rau und brachial klingen sollte, die Behandlung ist besonders sanft und schonend und mit keinerlei Schmerzen verbunden.

Wenn bisherige Therapieversuche mit PDE-5-Hemmer nicht anschlagen oder nur eine leichte Form der Erektionsstörung vorliegt stellen sich viele die Frage, ob es nicht andere Therapieformen gibt welche innovativer und auch schonender für den Körper sind.

Um auch tatsächlich einen Erfolg zu erzielen ist vor allem die Psyche des Betroffenen besonders wichtig, denn bei diesem heiklen und intimen Thema haben nach wie vor viele Menschen Scheu und Angst. Je offener man mit dem Thema umgeht desto höher sind auch die Chancen eine Heilung zu erzielen.

Übersicht:
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    Elektrostimulation gegen erektile Dysfunktion

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    rumruay / shutterstock.com

    Grundprinzip der Elektrotherapie

    Das Grundprinzip dieser Behandlungsform ist so aufgebaut dass ein speziell entworfenes elektrisches Gerät zwischen zwei Klebeelektroden auf der Haut eine Spannung legt. Zwischen diesen zwei Elektroden werden niedrigfrequente Ströme freigesetzt welche durch die Haut hindurch wandern. Man merkt deutlich dass die Stromreize im Verlauf direkt auf die glatte Muskulatur und die Nervenzellen einwirken. Es gibt mittlerweile schon Geräte, welche unterschiedliche Programme mit bereits definierten Parametern wie Frequenz, Form sowie Breite der elektrischen Impulse anbieten.

    Wie wird Elektrostimulation richtig angewendet?

    Erfahrungsberichten zufolge sollen die elektrischen Reize die Nerven und glatte Muskulatur der Schwellkörper anregen. Der Betroffene kann somit in den eigenen vier Wänden seinen Erektionsapparat trainieren, egal ob er gerade sexuell erregt ist oder nicht.

    Während der Behandlung ist unmittelbar eine deutlich bessere Durchblutung auf der Oberfläche erkennbar. Der gleiche Effekt ist vergleichbar mit dem Beckenbodentraining, welches Ärzte zufolge ergänzend dazu ausgeführt werden sollte. Diese Therapiemethode soll für mindestens 3 Monate durchgehend erfolgen, davon spricht man von einer Zeitdauer von 20-30 Minuten pro Tag.

    Bei dieser Behandlungsmethode treten an sich keine Nebenwirkungen auf, doch sollten Betroffene, die einen elektrischen Schrittmacher implantiert haben oder eine frisch operierte Hüftprothese haben diese Therapieform nicht anwenden. Hierzu ist aber der behandelnde Arzt aufzusuchen um die beste Therapieform zu erörtern.

    Gibt es wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit?

    Es gab bereits Forscher die sich in den 90er Jahren mit dem Thema beschäftigten, doch fassbare wissentliche Studien wurden bis dato noch nicht durchgeführt. Studienteilnehmer von einzelnen kleinen Studien konnten nach der Therapieform jedoch eine deutliche Besserung verzeichnen.

    Stoßwellentherapie – eine bessere Alternative?

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    Vershinin89 / shutterstock.com

    Alternativbehandlung mittels Stoßwellentherapie

    Es ist keine neue Entdeckung dass Ärzte mit hochfrequentem Schall Gelenk- und Bänderverkalkungen lösen können. Doch hat sich die Stoßwellentherapie auch auf den Bereich der Erektionsstörungen ausgedehnt, denn durch die neuesten innovativen Geräten mit gedrosselter Energie können Erektionsstörungen reduziert werden.

    Die Wirkung der Stoßwellentherapie

    Die Geräte, welche eingesetzt werden, senden auf den Punkt genau kurze schockartige Signale in das betroffene Gewebe. Es wird nicht nur eine bessere Blutversorgung dadurch erzielt sondern können auch weitere Effekte durch die Therapie erzielt werden wie:

    • Stimulation von lokalen Wachstumsfaktoren

    • Aktivierung der körpereigenen Stammzellen

    • Neubildung von Gefäßen

    Auch diese Art der Therapie hat das Ziel eine komplette Heilung zu ermöglichen und defekte Strukturen zu erneuern. Die Behandlung ist schmerzlos und laut Aussagen von Betroffenen vollkommen harmlos. Es sind bis dato auch noch keine nachweisbaren Nebenwirkungen dokumentiert worden.

    Ablauf der Therapie

    Die Therapie erfolgt direkt in den Behandlungsräumen des behandelnden Arztes. Am gestreckten Penis werden an unterschiedlichen Punkten Schockwellen gesetzt. Um einen Erfolg zu erkennen muss die Therapie zumindest sechs bis zwölfmal durchgeführt werden. Die Therapieeinheiten sollten jedoch nur einmal in der Woche im Ausmaß von 30 Minuten durchgeführt werden. Besserungen sind in der Regel schon nach den ersten Sitzungen erkennbar.

    Studien sind vielversprechend jedoch noch nicht eindeutig

    Die Stoßwellentherapie zur Behandlung von erektilen Dysfunktion wird in der Praxis derzeit intensiv erforscht da bisherige Therapieversuche bereits gute Ergebnisse liefern könnten. Doch sind die aktuellen Ergebnisse wie auch bei anderen Behandlungsmethoden aktuell noch mit Vorsichtig zu genießen. Es gibt aber mittlerweile schone eine Reihe von Urologen welche derart überzeugt davon sind, dass diese spezielle Therapieform auch schon bei manchen Ärzten in den Behandlungsräumen angeboten wird.

    Zwar wurde von der europäischen Gesellschaft für Urologie bekannt gegeben dass bei einer leichten Form der erektilen Dysfunktion mögliche Therapieansätze mithilfe der Stoßwellentherapie vielsprechend sind, doch gibt es bis dato noch keine ausdrückliche Empfehlung dafür. Bis dato befindet sich dieser Therapieansatz noch im experimentellen Stadium und bedarf noch weiteren Testungen und Studien mit einer großen Anzahl an Teilnehmern.

    Unklar ist derzeit aktuell noch die Frage wann genau die Behandlung mit Stoßwellentherapie sinnvoll ist und wie stark die Erektionsstörung ist denn die Behandlung wird nicht in einer einmaligen Sitzung durchgeführt sondern dauert mehrere Monate an.

    Durch diesen langen Therapiezeitraum entstehen dem Betroffenen nicht nur deutlich hohe Kosten sondern wird auch die Behandlungsdauer gegenüber einer medikamentösen Therapie deutlich verlängert.

    Video aus der Urologie am Ring

    Potenzmittel als Alternative:

    Eine Stoßwellentherapie mag zwar in manchen Fällen sinnvoll sein, wird allerdings nur selten angeboten und hat einen stolzen Preis. Deutlich häufiger werden dagegen PDE-5-Hemmer (Potenzmittel) wie Viagra (Sildenafil) oder auch das lang wirkende Cialis (Tadalafil) verschrieben.

    • Functional electromyostimulation of the penile corpus cavernosum (FEMCC). Initial results of a new therapeutic option of erectile dysfunction. – ncbi.nlm.nih.gov
    • Treatment of erectile dysfunction by an external ischiocavernous muscle stimulator. – ncbi.nlm.nih.gov
    • AWMF-Registernummer: 030/112 © DGN 2015 – Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie – Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion – dgn.org
    • SMSNA Position statement on restorative therapies for ED – smsna.org
    • Shockwave Therapy for ED? – pcf.org
    • Stoßwellentherapie – Jungbrunnen für den Penis gefunden? – aerztezeitung.de
    • Shock wave therapy: ED cure or unproven treatment?: Page 2 of 4 – urologytimes.com
    • Male Sexual Dysfunction – K. Hatzimouratidis (Chair), F. Giuliano, I. Moncada, A. Muneer, A. Salonia (Vice-chair), P. Verze Guideline Associates: A. Parnham, E.C. Serefoglu – uroweb.org

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