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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 26. April 2020

Vardenafil (Handelsname Levitra)

Vardenafil zählt zu den Phosphodiesterasehemmern Typ 5 (PDE-5-Hemmer) und wurde von Bayer Health Care als Alternative zu Potenzmitteln wie Sildenafil und Tadalafil entwickelt. Die Besonderheiten dieses seit 2003 zugelassenen Wirkstoffs sind seine gute Verträglichkeit sowie der verhältnismäßig schnelle Wirkungseintritt.

Durch die Einnahme von Vardenafil werden die Gefäße in den Geschlechtsorganen erweitert. Dies geschieht durch die Blockierung des Enzyms Phosphodiesterase Typ 5. Der verbesserte Blutfluss sorgt für eine lang anhaltende und stärkere Erektion.

Vardenafil wurde später als Sildenafil erforscht und kann daher gezielter wirken. Die Nebenwirkungen fallen dadurch geringer aus und der Wirkungseintritt ist mit 25 Minuten schneller erreicht. 

Vardenafil wird in drei unterschiedlichen Dosierungen angeboten:

  • 5 mg
  • 10 mg
  • 20 mg
vardenafil-strukturformel
StudioMolekuul / shutterstock.com
Übersicht:
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    Steckbrief

    • Wirkstoffklasse: PDE-5-Hemmer
    • Handelsname: Levitra
    • Hersteller: Bayer
    • Generika: Verfügbar
    • Abgabe: Verschreibungspflichtig
    • Einnahme: Orale Tabletten
    • Dosierung: 5 mg; 10 mg; 20 mg
    • Wirkt ab: 20 - 30 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr
    • Wirkt bis: 5 Stunden bei sexueller Stimulation

    Auf welche Weise wirkt Vardenafil?

    Die glatten Muskelzellen in den Gefäßwänden des Penis sorgen im Alltag dafür, dass es nicht zu einer Dauererektion kommt. Erst im Falle sexueller Erregung entspannt der sekundäre Botenstoff cGMP die Muskelzellen, wodurch die Blutgefäße sich erweitern und den Weg zu den Schwellkörpern freigeben.

    Für die Beendigung der Erektion ist das Enzym PDE-5 zuständig, welches cGMP abbaut. Vardenafil hemmt die Ausschüttung von PDE-5. Durch den auf diese Weise erhöhten Spiegel von körpereigenem cGMP verlängert und verstärkt sich die Erektion.

    Damit die erwünschte Wirkung eintreten kann, ist ein sexueller Reiz erforderlich.

    Wie schnell und wie lange wirkt Vardenafil?

    Der PDE-5-Hemmer Vardenafil wird rasch vom Körper aufgenommen und entfaltet bereits nach etwa 25 Minuten seine Wirkung. Es empfiehlt sich deshalb, das Medikament 25 bis 60 Minuten vor dem geplanten Geschlechtsverkehr einzunehmen.

    • Die höchste Konzentra­tion im Blutplasma erreicht Vardenafil nach etwa 60 Minuten.

    Danach hält der potenzsteigernde Effekt etwa 5 Stunden lang an. Durch den schnellen Wirkungseintritt ist auch nahezu spontaner Geschlechtsverkehr wieder möglich.

    Auf schwere Mahlzeiten im Vorfeld sollte am besten verzichtet werden, da es hierdurch zu Wirkungsverzögerungen kommen kann.

    Welche Dosierung ist die richtige?

    Für die Entscheidung über die im Einzelfall beste Dosierung von Vardenafil kommt es auf mehrere Faktoren und deren richtige Abwägung an:

    • Wie alt sind Sie?

    • Wie stark ist die erektile Dysfunktion ausgeprägt?

    • Bestehen Vorerkrankungen?

    • Sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu befürchten?

    Aus diesem Grund sollte der Einnahme von Vardenafil eine ausführliche ärztliche Beratung vorausgehen. In den meisten Fällen wird mit der Dosierung von 10 mg für ein ausreichendes Ergebnis gesorgt. Viele Patienten erwerben allerdings die 20 mg Tabletten, um diese anschließend zu teilen.

    Der Wirkstoff ist in folgenden Dosierungen erhältlich:

    • 5 mg

    • 10 mg

    • 20 mg

    Welche Nebenwirkungen kann Vardenafil aufweisen?

    Vardenafil gilt als gut verträglicher Wirkstoff. Das bedeutet: Nebenwirkungen treten, verglichen mit anderen Potenzmitteln, weniger häufig und in geringerem Schweregrad auf.

    Dennoch sind sie selbstverständlich nicht auszuschließen. So kommt es häufig zu Befindlichkeitsstörungen wie Kopfschmerzen, Gesichtsrötungen, einer verstopfen Nase oder Schwindel.

    Gelegentlich können Hitzewallungen und eine Mundtrockenheit auftreten. Als ernste, jedoch seltene Komplikationen werden Herzrasen, Blutdruckabfall und Luftnot benannt.

    Die meisten schweren Nebenwirkungen treten jedoch bei zu hoher Dosierung oder durch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Alkohol auf. Bei bestimmungsgemäßer Anwendung nach eingehender ärztlicher Beratung kommt es hierzu nur sehr selten.

    Laut Erfahrungsberichten geben die meisten Männern an, keine Nebenwirkungen nach der Einnahme von Vardenafil verspürt zu haben.

    Auf welche Wechselwirkungen sollte geachtet werden?

    Vardenafil kann die Wirkung von Bluthochdruckmitteln verstärken und so zu einem erheblichen Blutdruckabfall führen.

    Besonders die Einnahme eines Medikaments aus der Gruppe der NO-Donatoren stellt deshalb eine Kontraindikation für die Behandlung mit Vardenafil dar.

    Auch Alpharezeptorenblocker sowie Substanzen zur Hemmung des Leberenzyms Cyp3A4 steigern das Risiko des Auftretens erheblicher Nebenwirkungen. Hierzu zählen einzelne HIV-Medikamente, Antibiotika und Antimykotika. Außerdem vermieden werden sollte die gleichzeitige Einnahme von Vardenafil und Grapefruitsaft.

    Weitere Warnhinweise

    Nicht eingenommen werden darf Vardenafil in folgenden Fällen:

    • bei bestehenden Allergien gegen den Wirkstoff

    • bei Einnahme der im vorherigen Absatz gennanten Medikamente

    • bei schweren Bluthochdruck

    • bei schweren Leberfunktionsstörungen

    Vardenafil und Alkohol

    Für manche Menschen gehört der Konsum von Alkohol zu einer sexuellen Aktivität dazu. Der Konsum sollte allerdings auf ein Minimum gehalten werden. Denn zu viel Alkohol kann den Blutdruck senken, was in Kombination mit Vardenafil zu einem zu niedrigen Blutdruck führen könnte.

    Dieser kann nicht nur die sexuelle Begegnung unmöglich machen, sondern auch zu Schwindelgefühlen und Ohnmachtsanfällen führen.

    Dieses Risiko wird durch bereits bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch verstärkt, weshalb es in diesem Fall besser ist, komplett auf den Genuss von Alkohol zu verzichten.

    Bei gesunden Männern gilt der Alkoholkonsum bis zu 0,5 ‰ laut Erfahrungsberichten allerdings als unbedenklich. Mögliche Nebenwirkungen könnten allerdings bereits bei dieser Menge verstärkt werden.

    Abgabevorschriften

    PDE-5-Hemmer wie Vardenafil sind in Deutschland grundsätzlich rezeptpflichtig und nur nach eingehender ärztlicher Beratung erhätlich.

    Alternativen:

    Da Vardenafil nur selten verschrieben wird und das Marken Levitra kaum noch vorrätig ist, sind Alternativen gefragt. Am häufigsten wird Sildenafil (bekannt aus Viagra) oder Tadalafil (Cialis) verschrieben.

    • Vardenafil demonstrates first-dose success and reliability of penetration and maintenance of erection in men with erectile dysfunction — RELY-II – ncbi.nlm.nih.gov
    • Vardenafil – Wikipedia
    • Levitra, INN-vardenafil - .pdf
    • Vardenafil: Bereits 30 000 Männer in Studie untersucht – Dtsch Arztebl 2005; 102(21): A-1537 – aerzteblatt.de

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