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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 30. Dezember 2019

Tadalafil (Handelsname Cialis)

Zu den bekanntesten Wirkstoffen für die Behandlung von Erektionsstörungen gehört Tadalafil, welches sich mit einer sehr langen Wirkungsdauer auszeichnet. Tadalafil ist in niedriger Dosierung auch zur konstanten Behandlung geeignet. Bekannt geworden ist Tadalafil mit dem Handelsnamen Cialis.

Kurz erklärt sorgt Tadalafil für eine verbesserte Durchblutung im Penis. Dadurch kann bei einer sexuellen Erregung eine längere und härtere Erektion erzeugt werden. 

Die Wirkung tritt innerhalb von 30 Minuten ein.

Alkohol und fettige Mahlzeiten sollen im Gegensatz zu Sildenafil den Wirkungseintritt nicht beeinflussen können. 

Die größte Besonderheit liegt bei Tadalafil in der längeren Wirkungszeit. Außerdem ist Tadalafil in niedriger Dosierung, anders als Sildenafil, auch zur konstanten Behandlung erektiler Dysfunktion geeignet, sodass sexuelle Aktivitäten wieder ohne Vorplanung möglich werden.

  • 10 & 20 mg: Wirkung bis zu 36 Stunden
  • 2.5 & 5 mg : Konstante Wirkung (24 Stunden täglich)

Die Nebenwirkugnen fallen bei Tadalafil geringer als bei Sildenafil aus. Die häufigste Nebenwirkung sind Kopfschmerzen, Gesichtsrötungen und eine verstopfe Nase. 

Bei der Konstanztherapie fallen die Nebenwirkungen nochmals geringer raus. 

Grundsätzlich ist der Wirkstoff Tadalafil sowohl im Original Cialis als auch beim Generikum identisch. 

Es kann allerdings zu unterschiedlichen Verträglichkeiten der einzelnen Präparate kommen. Dies hängt mit der Zusammensetzung der Tablette und gewisser Zusatz- und Hilfsstoffe zusammen. Die Effektivität der Wirkung ist davon allerdings nicht betroffen. 

tadalafil-strukturformel
StudioMolekuul / shutterstrock.com
Übersicht:
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    Steckbrief

    • Wirkstoffklasse: PDE-5-Hemmer
    • Handelsname: Cialis
    • Hersteller: Lilly Icos
    • Generika: Verfügbar
    • Abgabe: Verschreibungspflichtig
    • Einnahme: Orale Tabletten
    • Dosierung: 2.5 mg; 5 mg; 10 mg; 20 mg
    • Wirkt ab: 40 - 60 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr
    • Wirkt bis: 24 - 36 Stunden bei sexueller Stimulation

    Wie wirkt Tadalafil?

    Kommt es zur sexuellen Stimulation eines Mannes, sorgt der Botenstoff cGMP für eine Weitung der zuführenden Blutgefäße, wodurch sich die Schwellkörper füllen: Der Penis wird steif.

    Für den anschließenden Abbau der Erektion sorgt das Enzym Phosphodiesterase-5, auch bekannt unter der Abkürzung PDE-5. Tadalafil hemmt die Ausschüttung von PDE-5, sodass die Erektion leichter eintritt und länger erhalten bleibt.

    Aufgrund seiner gefäßerweiternden und blutdrucksenkenden Eigenschaften kommt der Wirkstoff auch zur Behandlung von pulmonaler Hypertonie zum Einsatz. Darüber hinaus ist er in einigen Ländern auch zur Therapie gutartiger Prostatavergrößerungen (benigne Prostatahyperplasie) zugelassen.

    Studienergebnisse

    Zahlreiche Studien belegen eine effektive Wirkung von Tadalafil.1

    Für die folgenden Ergebnisse wurde Tadalafil in 16 klinischen Studien an 3250 Männern, die unter erektiler Dysfunktion litten, getestet.

    In 5 Wirksamkeitsstudien mit 1112 Patienten bestätigten 81% der Männer eine verbesserte Erektion bei der Verwendung von Tadalafil in 20 mg. 75% davon konnten den Geschlechtsverkehr erfolgreich und zufriedenstellend vollenden. Bei der Dosis von 10 mg bestätigen 67% der Männer die Wirksamkeit und 61 % einen erfolgreichen Geschlechtsverkehr.2

    • Wirksamkeit 20 mg

      0%
    • Wirksamkeit 10 mg

      0%

    Wirkungseintritt & Wirkungsdauer

    Nach oraler Einnahme tritt die maximale Wirkung nach etwa zwei Stunden ein. In der Regel genügt es zur situativen Therapie, Tadalafil etwa 30 Minuten vor dem geplanten Geschlechtsverkehr einzunehmen.3

    Bei der täglichen Einnahme der konstanten Therapie, muss nicht auf ein Wirkungseintritt gewartet werden, da das Medikament jederzeit wirkt.

    Da die Halbwertzeit mit 17,5 Stunden wesentlich länger ist als bei anderen PDE-5-Hemmern, hält die Wirkung bis zu 36 Stunden an, sodass auch spontaner Geschlechtsverkehr in vielen Fällen möglich wird.

    Für den zuverlässigen Eintritt der Erektion ist auch unter Verwendung von Tadalafil ein sexueller Reiz erforderlich.

    Gibt es Tadalafil-Generika?

    Ja, seit dem 15. November 2017 gibt es auch neben dem Original Cialis von Lilly Icos auch zahlreiche Generika mit dem identischen Wirkstoff.

    Die Wirkung ist dabei identisch, kann allerdings aufgrund anderer Zusatz- oder Hilfsstoffe zu einer unterschiedlichen Verträglichkeit führen. Patienten sind in der Regel aber mit einem Generika genauso zufrieden wie mit dem Original Präparat.

    Manche Patienten berichten auch darüber das die Verträglichkeit der Generika besser ausfällt.

    Informationen zur Wirkung von Generika:

    Die Bioäquivalenz eines Generikums muss bei einer behördlichen Zulassung nachgewiesen werden. Wichtig hierfür ist das die Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve (AUC) zwischen 80 % und 125 % des Originalpräparats liegt.4 In den häufigsten Fällen ist nur eine Abweichung bis zu 5% nachgewiesen.

    Welche Dosis ist für mich geeignet?

    Tadalafil ist in mehreren Dosierungen erhältlich. Dabei unterscheidet sich auch der Einsatz einer Konstanz- wie auch der Bedarfstherapie,

    Konstanztherapie:

    • 2.5 mg;
    • 5 mg;

    Bedarfsanwendung:

    • 10 mg;
    • 20 mg;

    Grundsätzlich ist es sinnvoll, mit der niedrigsten Dosierung zu beginnen. Häufig wird dennoch die größere Dosis gewählt, um bei Bedarf die Tabletten teilen zu können.

    Tritt die erwünschte Wirkung nicht ein, so ist es in Absprache mit dem Arzt möglich, die Dosis zu erhöhen, bis die Erektionsfähigkeit sichergestellt ist.

    Im Falle einer konstanten Therapie mit Tadalafil wird der Arzt die optimale Einstellung ermitteln, von welcher im Sinne der kontinuierlichen Wirkung nicht ohne Rücksprache abgewichen werden sollte. In den meisten Fällen wird bei der dauerhaften Einnahme Tadalafil in 5 mg verwendet.

    Welche Nebenwirkungen sind bekannt?

    Wie jedes wirksame Medikament kann auch Tadalafil unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen.

    Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Kopfschmerzen, Flush (Hautrötungen), Verdauungsprobleme, eine verstopfte Nase, Schmerzen in den Armen, Beinen oder im Rücken.

    Gelegentliche Nebenwirkungen:

    • Schwindel
    • verschwommenes Sehen
    • beschleunigter Herzschlag
    • Nasenbluten
    • Hautausschlag
    • Schlaflosigkeit
    • Hörstörungen
    • hoher oder niedriger Blutdruck

    In seltenen Fällen können allergische Reaktionen, Atemnot oder Schwellungen der Extremitäten auftreten.

    Tadalafil kann gezielter da PDE-5 ansprechen und hemmt weniger das Enzym PDE-6. Dadurch entstehen deutlich seltener Sehstörungen als bei Sildenafil.

    Die Nebenwirkungen können durch eine angepasste Dosierung vermindert werden. Bei der täglichen Einnahme von Tadalafil in der Konstanztherapie fallen laut Erfahrungsberichte weniger Nebenwirkungen an.

    Langzeitstudie der Nebenwirkungen

    In der Klinik für Urologie in Mailand, Italien wurde 2004 eine Langzeitstudie mit Tadalafil durchgeführt. Das Ziel der Studie war die Bewertung der Verträglichkeit und Sicherheit von Tadalafil bei Patienten mit erektiler Dysfunktion. Studie

    • Studiendetails

      • Studiendauer: 24 Monate
      • Teilnehmer: 1173 Männer mit erektiler Dysfunktion
      • Alter: 23 bis 83 Jahre (Durchschnittsalter: 57 Jahre)
      • 30.5 % der Teilnehmer litten unter Diabetes
      • 29.5 % der Teilnehmer litten unter Bluthochdruck
      • Dosierung: 10 mg; bei Bedarf konnte auf 20 mg erhöht werden.

    • Studienergebnis:

      • 433 Männer beendeten die Studie über 24 Monate (42,0 %)
      • 234 Männer beendete die Studie über 18 Monate (19,9 %)
      • Abbruchrate: 6,3 %
      • Insgesamt wurde Tadalafil als sehr gut verträglich und sicher eingestuft

    • Nebenwirkungen aus der Studie:

      • Kopfschmerzen 15,8 %
      • Verdauungsstörungen 11,8 %
      • Entzündung des Nasen- und Rachenraums 11,4 %
      • Rückenschmerzen 8,2 %

    Welche Wechselwirkungen gibt es?

    Zur Vermeidung teils gefährlicher Wechselwirkungen sollten Patienten, die weitere Medikamente einnehmen, offen mit ihrem Arzt über diese Tatsache sprechen.

    Zu Wechselwirkungen im Zusammenhang mit Tadalafil kann es unter anderem bei gleichzeitiger Einnahme folgender Wirkstoffe kommen:

    • Blutdrucksenker auf Nitratbasis können zu einem starken Blutdruckabfall führen.
    • Das Antimykotikum Ketoconazol, das Antibiotikum Erythromycin sowie das HIV-Medikament Ritonavir werden unter Umständen verzögert abgebaut, weshalb der Arzt über die weitere Vorgehensweise entscheiden sollte.
    • Das Antibiotikum Rifampicin sowie verschiedene krampflösende Mittel führen unter Umständen zu einer verminderten Wirkung von Tadalafil.

    Weitere Warnhinweise

    Die Kombination von Tadalafil mit Blutdrucksenkern auf Nitratbasis und bestimmten weiteren Präparaten zur Behandlung von Hypertonie muss aus den oben genannten Gründen unbedingt vermieden werden.

    Dasselbe gilt, wenn ein Patient allergisch auf Tadalafil reagiert. Kontraindiziert ist das Mittel außerdem bei kürzlich überstandenem Schlaganfall oder Herzinfarkt, ebenso bei bestehenden schweren Herzerkrankungen.

    Besondere Vorsicht gilt auch für folgende Krankheitsbildern:

    • Erkrankung des Sehnervs

    • Nieren- und Leberschäden

    • Arterielle Durchblutungsstörungen

    • Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür

    • Leukämie

    • Plasmozytom

    • Missbildung des Penis

    Sollten Sie nach der Einnahme unter einer schmerzhaften Dauererektion leiden, kontaktieren Sie bitte sofort einen Arzt oder Apotheker.

    Abgabevorschriften

    Alle Präparate, die den Wirkstoff Tadalafil enthalten, sind in Deutschland ausschließlich auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Tadalafil kann an Männern über 18 Jahren, die unter einer erektilen Dysfunktion leiden, verschrieben werden.

    1. European medicines agency – Cialis tadalafil – ema.europa.eu
    2. J Urol. 2002 Oct;168(4 Pt 1):1332-6. Efficacy and safety of tadalafil for the treatment of erectile dysfunction: results of integrated analyses. Department of Surgery, Division of Urology, Faculty of Medicine and Dentistry, University of Western Ontario, London, Canada. – ncbi
    3. CIALIS® (tadalafil) tablets DESCRIPTION CIALIS® (tadalafil), an oral treatment for erectile dysfunction – accessdata.fda.gov
    4. AMB 2011, 45, 96a Leserbrief Unterschiede in der Bioverfügbarkeit bei Phenprocoumon-Generika? - der-arzneimittelbrief.de

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