Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 26. April 2020

Avanafil (Handelsname Spedra)

Sepdra ist der neueste PDE-5-Hemmer und kann die schnellste Wirkungszeit aufweisen. Der Wirkstoff ist seit 2014 zur Behandlung erektiler Dysfunktion zugelassen. 

Die Einnahme erfolgt bei Bedarf etwa eine halbe Stunde vor dem Geschlechtsverkehr. Avanafil erweitert die Gefäße im Penis, sodass das Blut in die Schwellkörper einströmt und es zur Erektion kommt.

Avanafil ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff, der als Phosphodiesterase-5(PDE-5)-Hemmer funktioniert. Der Wirkstoff wird zur Behandlung der erektilen Dysfunktion eingesetzt.

Avanafil verbessert vereinfacht ausgedrückt die Durchblutung und sorgt damit für eine stärkere und länger anhaltendere Erektion. Dabei wird der maximale Plasmaspiegel innerhalb von 30 bis 45 Minuten erreicht und kann 6 bis 17 Stunden anhalten. 

Avanafil gilt als deutlich verträglicher als die PDE-5-Hemmer der ersten Generation. 

Da Avanafil deutlich später als Sildenafil oder Tadalafil erscheinen ist, konnte die gewünschte Wirkung gezielter erforscht werden. Der Wirkstoff zeichnet sich durch einen besonders schnellen Wirkungseintritt und geringe Nebenwirkungen aus. 

Ja, Avanafil ist wie jeder andere PDE-5-Hemmer ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff. Der Erwerb von Medikamenten wie Spedra, welche den Wirkstoff enthalten, können nur mit gültigen Rezept erfolgen. 

Avanafil ist in der E.U. seit April 2014 unter dem Handelsnamen "Spedra" zugelassen. Der Vertrieb erfolgt von der Berlin-Chemie AG.

In den USA ist der Wirkstoff bereits seit April 2012 unter dem Handelsnamen Stendra erhätlich. 

Nein. Da der Wirkstoff erst vor kurzem zugelassen worden ist, herrscht noch ein Patentrecht über den Wirkstoff. Generika können frühestens ab 2024 zugelassen werden. 

avanafil-strukturformel
StudioMolekuul / shutterstock.com
Übersicht:
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    Steckbrief

    • Wirkstoffklasse: PDE-5-Hemmer
    • Handelsname: Spedra
    • Hersteller: Menarini Berlin Pharma
    • Generika: Nicht verfügbar
    • Abgabe: Verschreibungspflichtig
    • Einnahme: Orale Tabletten
    • Dosierung: 50 mg; 100 mg; 200 mg
    • Wirkt ab: 20 - 30 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr
    • Wirkt bis: 6 Stunden bei sexueller Stimulation

    Anwendungsgebiet

    Ausschließlich erektile Dysfunktion

    Avanafil wird ausschließlich zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion bei Männern über 18 Jahren verordnet. Zwar kann der Wirkstoff auch bei einer pulmonalen arteriellen Hypertonie hilfreich sein, eine Zulassung hat Avanafil allerdings nur für die Behandlung der erektile Dysfunktion.

    Wie wirkt Avanafil?

    Der bei sexueller Erregung ausgeschüttete sekundäre Botenstoff cGMP spielt eine Schlüsselrolle, wenn es um die Entstehung einer Erektion geht. Er sorgt für die Entspannung der glatten Muskelzellen in den Gefäßwänden des Penis, wodurch die Adern sich erweitern, sodass das Blut in die Schwellkörper einströmen kann. Klingt die Erregung ab, wird das Enzym PDE-5 ausgeschüttet. Dieses sorgt als Gegenspieler dafür, dass die Erektion nachlässt, indem es den cGMP-Spiegel senkt.

    Avanafil greift in diesen Mechanismus ein und hemmt die Ausschüttung von PDE-5. Hierdurch bleibt der cGMP-Spiegel erhöht, wodurch die Erektion verstärkt und verlängert wird. Auch bei Einnahme von Avanafil ist ein sexueller Reiz erforderlich, um die Erektion auszulösen, da der Wirkstoff keinen direkten Einfluss auf die Ausschüttung von cGMP ausübt.

    Einnahmezeitpunkt

    Wirkungseintritt nach 15 bis 30 Minuten

    Eine Besonderheit an Avanafil ist der schnelle Wirkungseintritt. Offiziell wirkt Avanafil nach 30 bis 45 Minuten. Laut Studien konnten einige Männer allerdings bereit seine Wirkung nach 15 bis 30 Minuten bemerken.

    Laut Erfahrungsberichten soll bereits eine Wirkung nach nur 10 Minuten möglich gewesen sein. Damit ist Avanafil eindeutig der am schnellsten wirkende PDE-5-Hemmer.

    Wirkungseintritt & Wirkungsdauer

    Dieser rasche Wirkungseintritt hat den Vorteil, dass sexuelle Aktivitäten keiner längeren Vorplanung bedürfen und die Lust an Spontanität gewinnt. Die Wirkungsdauer beträgt etwa 6 Stunden, Sildenafil und Vardenafil wirken dagegen nur 5 Stunden.

    Die Einnahme sollte maximal einmal täglich erfolgen, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

    Zu beachten ist außerdem, dass die Wirkung verzögert eintreten kann, wenn die Einnahme von Avanafil zusammen mit einer üppigen Mahlzeit erfolgt. Ergänzend ist hierzu zu sagen, dass schwere Mahlzeiten auch bei erektiler Normalfunktion einer beglückenden sexuellen Begegnung eher im Wege stehen. Dasselbe gilt für übermäßigen Alkoholgenuss, der sich ebenfalls negativ auf die natürliche Erektionsfähigkeit auswirkt.

    Wie sollte Avanafil dosiert werden?

    Avanafil ist unter dem Handelsnamen Spedra in drei verschiedenen Dosierungen erhältlich:

    • 50 mg

    • 100 mg

    • 200 mg

    Welche Dosierung im Einzelfall geeignet ist, entscheidet der Arzt nach eingehender Beratung und Risikoabschätzung.

    Als Faustregel gilt: Wer bereits andere kreislaufwirksame Medikamente einnimmt, sollte mit der niedrigsten Dosierung (50 mg) beginnen.

    Für Patienten ohne Kreislaufprobleme empfiehlt sich die mittlere Dosierung (100 mg), die in den meisten Fällen ausreichend ist, um die Symptome der erektilen Dysfunktion wirksam zu bekämpfen.

    • 78% Zufriedenheit mit der Wirkung bei 100 mg

    Wenn keine unerwünschten Nebenwirkungen auftreten, die Erektion aber ebenfalls ausbleibt, empfiehlt sich, nach Rücksprache mit dem Arzt, eine Steigerung auf die Tageshöchstdosis von 200 mg.

    • 83% Zufriedenheit mit der Wirkung bei 200 mg

    Welche Nebenwirkungen können auftreten?

    Wie jedes Medikament kann auch Avanafil unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen.

    Zu den häufigen Symptomen zählen unter anderem Kopfschmerzen, Flush (Gesichtsrötung), Hitzeempfindungen und Nasenverstopfung.

    Gelegentlich kann es zu Schwindelgefühlen, Müdigkeit, erhöhtem Puls, Verdauungsstörungen, Atemlosigkeit oder Augenproblemen kommen.

    Deutlich gezieltere Wirkung

    Dadurch das Avanafil später als die PDE-5-Hemmer der ersten Generation zugelassen worden ist, konnte die Wirkung genauer erforscht werden. Ein großer Vorteil ist die genauere Ansprache von PDE-5 gegenüber PDE-3 und PDE-6. Während ältere PDE-5-Hemmer diese ungewollt ebenfalls zu einem Teil ansprechen, kann Avanafil hier deutlich gezielter wirken. Die Folge sind weniger Nebenwirkungen, die mit dem Herzen oder dem Sehvermögen zusammenhängen.

    Selektivität gegenüber PDE-5 als PDE-3

    Avanafil 20.000
    Sildenafil 4000
    Tadalafil 10.000
    Vardenafil 1000

    Diese gezielter Ansprache von Phosphodiesterase 5 gegenüber PDE-3 ist ein großer Vorteil von Avanafil im Vergleich zu den anderen Potenzmittel. Avanafil hat eine 20.000 höhere Selektivität auf die PDE-5 als auf die PDE-3. Dies ist wichtig da PDE-3 ein Enzym ist, das im Herz- und Blutgefäßen vorkommt und somit auch an der Kontrolle der Herzkontraktilität beteiligt ist.

    Selektivität gegenüber PDE-5 als PDE-6

    Avanafil > 100.000
    Sildenafil 10
    Tadalafil > 700
    Vardenafil > 15

    Auch bei der deutlich höheren Selektivität auf PDE-5 gegenüber der PDE-6 ist sehr wichtig und für die Nebenwirkungen entscheidend. Denn dieses Enzym kommt in der Retina vor und ist für die Phototransduktion verantwortlich.

    Einfach ausgedrückt kommt es bei Sildenafil häufig zu verändertes Farbsehen, was durch eine Inhibition der PDE-6 verursacht wird. Bei Avanafil wird diese Nebenwirkung aufgrund der deutlich höheren Selektivität nur sehr selten vorkommen. Quelle

    Wechselwirkungen und Gegenanzeigen

    Aufgrund der blutdrucksenkenden Eigenschaften von Avanafil kann es in Kombination mit Blutdrucksenkern auf Nitratbasis, NO-Donatoren oder Amylnitrit zu einem gefährlichen Absacken des Blutdrucks kommen. Eine gemeinsame Einnahme ist deshalb kontraindiziert.

    Eine unkontrollierte Wirkungsverstärkung kann außerdem durch die Kombination mit Antibiotika, Antimykotika oder Virenhemmern entstehen. Diese wirken in der Leber enzymhemmend, weshalb Avanafil in diesen Fällen nur schwer abgebaut werden kann.

    Auch eine Verminderung der Wirkung von PDE-5-Hemmern ist durch einige Medikamente (u. a. Antiepileptika) möglich. Diese sollten sicherheitshalber ebenfalls nicht gemeinsam mit Avanafil eingenommen werden.

    Weitere Warnhinweise

    Avanafil darf in folgenden Fällen nicht eingenommen werden:

    • wenn sich allergische Reaktionen gegen den Wirkstoff zeigen;

    • wenn es bereits zu schweren unerwünschten Nebenwirkungen gekommen ist;

    • bei notwendiger Einnahme kontraindizierter Medikamente;

    • bei stark erhöhtem oder vermindertem Blutdruck;

    • bei schweren Funktionsstörungen von Leber oder Nieren;

    • bei Herzmuskelschwäche;

    • bei Erkrankungen des Sehnervs oder der Netzhaut.

    Avanafil & Alkohol

    Wer besonders in erotischen Stunden auf ein Gläschen Alkohol nicht verzichten möchte, sollte im Zusammenhang mit Avanafil Vorsicht walten lassen, da es zu einer unkontrollierten Wirkungsverstärkung kommen kann.

    Der plötzliche Blutdruckabfall kann zu Schwindel oder sogar Ohnmachtsanfällen führen, weshalb es empfehlenswert ist, die Kombination von PDE-5-Hemmern mit Alkohol auf ein Minimum zu beschränken.

    Abgabeverordnung

    Der PDE-5-Hemmer Avanafil unterliegt der Verschreibungspflicht und ist in Deutschland ausschließlich nach eingehender ärztlicher Beratung auf Rezept erhältlich.

    Alternativen:

    Da der Preis für Avanafil noch sehr hoch ist (Patentschutz), nutzen die meisten Männer Alternative PDE-5-Hemmer. Die bekanntesten Alternativen sind Sildenafil oder auch Tadalafil.

    • Avanafil – wikipedia.org
    • Avanafil - PharmaWiki
    • Besser als Viagra und Co? Neuer PDE-5-Hemmer Avanafil – DAZ
    • EMA/321885/2013 Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) International non-proprietary name: avanafil – ema.europa.eu
    • Avanafil for male erectile dysfunction: A systematic review and meta-analysis – ncbi
    • Yuan-Shan C et al. Avanafil for male erectile dysfunction: a systematic review and meta-analysis. Asian Journal of Andrology 2014; 16:472-477. Doi: 10.4103/1008-682X.123670
     

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