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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 10. Februar 2020

PDE-5-Hemmer

Als PDE-5-Hemmer (Phosphodiesterase-5-Hemmer) werden Medikamente bezeichnet, die zur Behandlung der erektilen Dysfunktion verschrieben werden.

Ja, alle Medikamente, die der Wirkstoffklasse PDE-5-Hemmer angehören, fallen in Deutschland unter die Verschreibungspflicht. 

Wenn Sie unter einer erektilen Dysfunktion leiden (*Definition), können Sie ein Rezept vom Haus-, oder Facharzt (Urologe) ausgestellt bekommen. 

Der bekannteste PDE-5-Hemmer ist ganz klar Viagra mit dem Wirkstoff Sildenafil. Seit 1998 ist Viagra zugelassen und wird noch immer am häufigsten verschrieben. 

Die PDE-5-Hemmer sorgen dafür, dass mehr Blut in den Penis fließen kann und dadurch die Erektion verbessert wird. Außerdem wird dafür gesorgt, dass die Erektion länger gehalten und nicht mehr so schnell abgebaut wird. 

Nein, PDE-5-Hemmer erzeugen keine Erektion, sondern können diese nur verbessern. Es ist also eine sexuelle Stimulation nötig, damit die Wirkung sich auch zeigen kann. Eine Erektion aus heiterem Himmel, ist also nicht zu erwarten. 

Die Dauer der Wirkung ist von Medikament zu Medikament unterschiedlich. Grundsätzlich hält die Wirkung allerdings mindestens 5 Stunden und teilweise sogar bis zu 36 Stunden lang an. 

Auch der Wirkungseintritt ist bei den Medikamenten unterschiedlich. Die meisten Potenzmittel wirken nach etwa 30 bis maximal 60 Minuten. 

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PaulSat / shutterstock.com
Übersicht:
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    Wie wirken PDE-5-Hemmer?

    Kurzfassung:

    Alle PDE-5-Hemmer haben eine gefäßerweiternde Wirkung. Der Blutzufluss in den Penis wird durch die Einnahme erhöht.  Dadurch kann eine Erektion leichter entstehen und gehalten werden.

    Die Schwellkörper im Penis sind im nicht-erigierten Zustand verengt. Das bedeutet, dass nur wenig Blut in den Penis gelangen kann.

    Findet eine sexuelle Erregung statt, wird ein Botenstoff, genauer gesagt zyklische Guanin-Monophosphat (cGMP), in den Muskelzellen ausgeschüttet. Dieser Botenstoff sorgt dafür, dass sich die Gefäßmuskulatur entspannen und somit auch mehr Blut in den Penis fließen kann. Weil mehr Blut in den Penis fließen kann, findet auch eine Erektion statt.

    Ein Medikament mit dem Wirkstoff PDE-5-Hemmer blockiert - wie der Name bereits verrät - das Enzym Phosphodiesterase-5 (PDE-5). Das Enzym ist für den Abbau des oben genannten Botenstoffes cGMP verantwortlich. Wird ein PDE-5-Hemmer eingenommen, wird die Konzentration des Botenstoffes erhöht und somit mehr Blut in den Penis befördert.

    Hinweis:

    Der Botenstoff cGMP wird nur bei sexueller Lust ausgeschüttet. Somit wirken diese Medikamente nur dann, wenn auch Lust auf Sex besteht.

    PDE-5-Hemmer im Vergleich

    Es gibt vier zugelassene PDE-5-Hemmer auf dem Markt. Alle Medikamente mit diesen Wirkstoffen sind verschreibungspflichtig.

    Sildenafil
    Medikamente: Viagra & Generika Cialis & Generika Generika Spedra
    Wirkt ab: 40 Minuten 30 Minuten 25 Minuten 15 Minuten
    Wirkt bis: 5 Stunden 36 Stunden 5 Stunden 6 Stunden
    Dosierungen: 25, 50, 100 mg 2,5, 5, 10, 20 mg 5, 10, 20 mg 50, 100, 200 mg

    Sildenafil (Viagra)

    Der bekannteste Wirkstoff in der PDE-5-Hemmer Klasse, nennt sich Sildenafil. Der Wirkstoff wurde 1998 mit dem Markennamen "Viagra" vom Pharmakonzern "Pfizer" erstmalig zugelassen. Seit dem wurde Viagra millionenfach an Männer mit erektiler Dysfunktion verschrieben.

    Die Wirkung von Sildenafil tritt durchschnittlich nach etwa 25 Minuten ein. Laut offiziellen Beipackzettel, sollte das Medikament allerdings 40 bis 60 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Auch noch 4 bis 5 Stunden nach der Einnahme, genügt der Wirkstoff im Blutkreislauf um noch eine ausreichend Erektion aufbauen zu können. 13

    Die höchste Konzentration im Blut (maximaler Plasmaspiegel), erreicht der Wirkstoff nach 60 Minuten. 13

    • Das bekannteste & älteste Potenzmittel

    • Wirkungseintritt: Nach 40-60 Minuten

    • Wirkungsdauer: Bis 5 Stunden

    • Dosierungen: 25, 50, 100 mg

    • Handelsname: Viagra (Pfizer)

    sildenafil-strukturformel
    StudioMolekuul / shutterstock.com

    Nebenwirkungen

    Weil Sildenafil der erste zugelassene PDE-5-Hemmer war, waren die Forschungen noch nicht weit fortgeschritten wie sie es Heute sind.

    Andere PDE-5-Hemmer, welche die Wirkstoffe Tadalafil, Vardenafil oder Avanafil enthalten, gelten als nebenwirkungsärmer. Nichts desto trotz ist Sildenafil noch immer das am häufigsten verschriebene Potenzmittel. Die bekannteste Nebenwirkung sind Kopfschmerzen.

    Nebenwirkungen lassen sich durch eine geringe Dosierung verringern und werden von Patient zu Patient unterschiedlich intensiv wahrgenommen.

    Nebenwirkungen laut Erfahrungsberichten:

    • Kopfschmerzen

      0%
    • Verstopte Nase

      0%
    • Keine Nebenwirkungen

      0%
    • Gesichtsrötung

      0%
    • Sodbrennen

      0%

    Quelle: sanego.de

    Generika schon seit 2013

    Im Jahre 2013 konnte Pfizer das Patent für den Wirkstoff Sildenafil nicht erneut verlängern. Seit diesem Zeitpunkt dürfen auch andere Pharmahersteller ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff vermarkten.

    Um dem zuvor zu kommen, hat Pfizer selbst ein "Viagra Generikum" auf dem Markt gebracht. Trotzdem werden seit 2013 immer mehr günstige Sildenafil-Generika und weniger Marken-Viagra verkauft.

    • SildeHEXAL
    • Sildaristo
    • Sildenafil STADA
    • Sildenafil Ratiopharm
    • Sildenafil 1 A Pharma
    • Duraviril
    • Sildenafil Pfizer
    • Tadalafil Arifil
    • Revatio (Lungenhochdruck)

    Insgesamt gibt es über 122 Arzneimittel mit dem Wirkstoff Sildenafil.

    Generika müssen 80 bis 125 % des Original-Wirkstoffs enthalten. In den meisten Fällen ist nur eine Abweichung bis zu 5 % bemerkbar. 

    Generika können aufgrund der geringeren Forschungskosten deutlich günstiger angeboten werden. 

    Während das Original-Produkt zahlreiche Forschungen und Studien bewältigen musste, bevor es zugelassen werden konnte, sparen sich Generika-Hersteller diese Kosten, da der Wirkstoff bereits zugelassen und geprüft ist. 

    Generika sind prinzipiell genauso häufig vorrätig wie das Original Handelsmarken Produkt. Teilweise ist es sogar schwieriger an das Marken-Medikament als an das Generikum zu gelangen. Die Nachfrage an Generika wird immer größer.

    Tadalafil (Cialis)

    Tadalafil wurde mit dem  Handelsnamen Cialis vom Hersteller Lilly Ende 2002 auf den Markt gebracht. Damit war es nach Viagra das zweite Potenzmittel, das als PDE-5-Hemmer wirkt und verschreibungspflichtig ist.

    Neben dem Einsatz als Potenzmittel wird Tadalafil auch bei der pulmonalen arteriellen Hypertonie (Lungenhochdruck) und benignen Prostatasyndroms verschrieben.

    Der größte Unterschied zu Sildenafil (Viagra) ist die deutlich längere Wirkungszeit. Denn Cialis wirkt nicht nur 5 Stunden, sondern bis zu 36 Stunden.7 Dadurch bekam Cialis auch den Spitznamen "Die Wochenendpille" verliehen.

    • Spitzname "Die Wochenendpille"

    • Wirkungseintritt: Nach 30-40 Minuten

    • Wirkungsdauer: Bis 36 Stunden

    • Dosierungen: 2,5, 5, 10, 20 mg

    • Für Bedarfs-, & Konstanztherapie geeignet

    tadalafil-strukturformel
    StudioMolekuul / shutterstrock.com

    Bedarfs- und Konstanztherapie

    Durch die Besonderheit der langen Wirkungsdauer, wurde 2010 Tadalafil auch in 2,5 und 5 mg als "Cialis einmal täglich" für die Konstanztherapie zugelassen.

    Bei der Konstanztherapie wird täglich eine Tablett eingenommen, wodurch jederzeit spontaner Geschlechtsverkehr möglich ist. *Vorausgesetzt es findet eine sexuelle Stimulation statt.

    Durch die dauerhafte Einnahme baut sich ein konstanter Wirkstoffspiegel im Blut auf. Neben der Behandlung der erektilen Dysfunktion, hat die dauerhafte Einnahme noch viele weitere Vorteile für die Lebensqualität der Patienten.

    Vorteile gegenüber Sildenafil

    Während Tadalafil eine Halbwertszeit von 17,5 Stunden hat, bietet Sildenafil nur eine Halbwertszeit von 4 Stunden.7

    Tadalafil erreicht nach 2 Stunden bereits die maximale Plasmakonzentration, während Sildenafil diese bereits nach einer Stunde erreicht. Bis Sildenafil seine Wirkung zeigt, benötigt es allerdings 40 Minuten. Dies erfordert oft eine genauere Planung.

    Weitere Einschränkungen, die Sildenafil, aber nicht Tadalafil betreffen:

    • Keine Kombination mit Alkohol

    • Vermeidung fettreicher Nahrung

    Bereits nach wenigen Jahren wurde die Tadalafil in 5 mg (Konstanztherapie) in 42 % der Fälle verordnet. Die Bedarfsmedikation (20 mg) wurde an etwa 53 % der Patienten verordnet.

    Auch die Nebenwirkungen können bei der Konstanztherapie deutlich geringer als bei einer Einnahem nach Bedarf ausfallen. Schließlich muss sich der Körper nicht jedes mal aufs neue auf die Wirkstoffe einstellen.

    Nebenwirkungen

    Tadalafil wurde 4 Jahre nach Sildenafil zugelassen und konnte daher die Nebenwirkungen etwas besser einschränken.

    Laut Erfahrungsberichten der Patienten, treten folgende Nebenwirkungen am häufigsten auf:

    • Kopfschmerzen

      0%
    • Keine Nebenwirkungen

      0%
    • Verstopfte Nase

      0%
    • Muskelschmerzen

      0%
    • Rückenschmerzen

      0%

    Quelle: sanego.de

    Zu beachten ist, dass diese Nebenwirkungen sich bei der Kostanzeinnahme von 5 mg nochmals deutlich reduzieren.

    Generika seit Ende 2017

    Im November 2017 lief das Patent für den Wirkstoff Tadalafil ab. Dadurch konnten seit diesem Zeitpunkt auch andere Pharmakonzere Generika mit diesem Wirkstoff zulassen.

    • TadaHEXAL
    • Tadalafil STADA
    • Tadalafil 1 A Pharma
    • Tadagis
    • Tadalafil Aristo
    • Adcirca (Lungenhochdruck)
    • Tadalafil Heumann
    • Tadalafil Ratiopharm
    • Taraketin

    Insgesamt gibt es über 100 Arzneimittel mit dem Wirkstoff Tadalafil.

    Vardenafil (Levitra)

    Kurz nachdem Tadalafil auf dem Markt erschienen ist, wurde vom deutschen Pharmaunternehmen Bayer im Jahre 2003 der Wirkstoff "Vardenafil" bekannt gemacht.

    Unter den Handelsnamen "Levitra" wurde ein PDE-5-Hemmer in 5, 10 und 20 mg vermarktet. 

    Als Besonderheit gegenüber den anderen PDE-5-Hemmern wird immer wieder von einem noch schnelleren Wirkungseintritt und geringeren Nebenwirkungen berichtet.

    • Gilt als gut verträglich

    • Wirkungseintritt: Nach 20-30 Minuten

    • Wirkungsdauer: Bis 5 Stunden

    • Dosierungen: 5, 10, 20 mg

    • Häufig nur noch als Generika erhätlich

    vardenafil-strukturformel
    StudioMolekuul / shutterstock.com

    Laut Studien und Erfahrungsberichten konnte bei manchen Patienten bereits eine Wirkung nach nur 10 Minuten festgestellt werden.3 Offiziell wirkt Vardenafil allerdings dennoch erst ab 25 bis 60 Minuten.4

    Nebenwirkungen

    Die Nebenwirkungen bei Vardenafil, fallen grundsätzlich geringer, als bei Sildenafil oder Tadalafil aus.

    Laut Erfahrungsberichten geben die meisten Patienten (35%) an, keinerlei Nebenwirkungen bemerkt zu haben.

    • Keine Nebenwirkungen

      0%
    • Kopfschmerzen

      0%
    • Verstopfte Nase

      0%
    • Gesichtsrötung

      0%
    • Hitzewallungen

      0%

    Quelle: sanego.de

    Generika seit Ende 2018

    Ein Jahr nachdem das Patent von Lilly Icos über Tadalafil ausgelaufen ist, wurde auch das Patent von Bayer über Vardenafil nicht verlängert. Der Hersteller TAD brachte mit dem Handelsnamen "Vardegin" als erstes ein Vardenafil Generika auf dem Markt.

    • Vardegin
    • Vardenaristo
    • Vardenafil AbZ
    • Vardenafil Holsten
    • Vardenafil neuraxpharm
    • Vardenafil 1 A Pharma
    • Vardenafil Zentiva

    Avanafil (Spedra)

    Der neuste PDE-5-Hemmer stammt aus dem Hause Berlin-Chemie und wird seit 2014 unter dem Handelsnamen "Spedra" vertrieben.

    Da Avanafil deutlich später als die anderen PDE-5-Hemmer entwickelt worden ist, konnte bei der Entwicklung gezielter darauf geachtet werden, weniger Nebenwirkungen zu verursachen.

    Außerdem kann die Wirkung von Avanafil, laut Erfahrungsberichten, bereits nach etwa 10 Minuten einsetzen.5 Laut Beipackzettel wirkt Spedra nach 15 bis 30 Minuten.6

    Auch die Länge der Wirkung ist mit 6 Stunden länger als bei Sildenafil und Vardenafil. Die Halbwertszeit von Avanafil beträgt sogar maximal 17 Stunden.6

    • Der neueste PDE-5-Hemmer

    • Wirkungseintritt: Nach 10-30 Minuten

    • Wirkungsdauer: 6 Stunden

    • Dosierung, 50, 100, 200 mg

    • Gilt als Nebenwirkungsarm

    avanafil-strukturformel

    Nebenwirkungen

    Über die Nebenwirkungen lässt sich bis dato nur schlecht ein Diagramm erstellen, da es nur wenige Erfahrungsberichte gibt.

    Insgesamt treten die Nebenwirkungen allerdings geringer als bei den Konkurrenten auf. Dies hängt vor allem mit der genaueren Wirkung zusammen.

    Avanafil hat eine 20.000-fach höhere Selektivität gegenüber der PDE-5 als der PDE-3. Dieser Wert liegt bei Sildenafil nur bei 4000. Das bedeutet das Avanafil gezielter PDE-5 hemmt und weniger Enzym PDE-3 anspricht. Das Enzym PDE-3 kommt im Herz-, und Blutgefäßen vor. Es ist an der Herzkontraktilität beteiligt.8

    Auch das Enzym PDE-6 wird bei Avanafil deutlich weniger angesprochen als es bei Sildenafil der Fall ist. Das Enzym PDE-6 ist für das Sehvermögen verantwortlich. Daher tritt bei Sildenafil unter den seltenen Nebenwirkungen auch ein verändertes Sehvermögen auf. Dies ist bei Avanafil nicht der Fall.

    Avanafil erzielte laut einer Studie mit 483 Teilnehmern folgende Ergebnisse:9

    • Nebenwirkungen:

      • Kopfschmerzen: 7 %
      • Gesichtsrötung: 4,6 %
      • verstopfte Nase: 2,3 %

    Aktuell noch keine Generika

    Aktuell gibt es vom Wirkstoff Avanafil noch kein zugelassenes Generikum. Aktuell verfügt noch die Menarini Group über das Patentrecht.

    Ob das Patent verlängert wird, ist nicht bekannt. Da solch eine Patentverlängerung allerdings sehr teuer ist und Avanafil nur einer von vielen PDE-5-Hemmern ist, ist eine Patentverlängerung eher unwahrscheinlich.

    Welcher PDE-5-Hemmer ist der richtige?

    Welcher PDE-5-Hemmer für Sie der richtige ist, hängt von vielen Faktoren ab.

    Laut Erfahrungsberichten zeigen Sildenafil und Avanafil die stärkste Wirkung.

    • Sildenafil, Vardenafil und Avanafil dürfen nur einmal alle 24 Stunde eingenommen werden.
    • Tadalafil wirkt über 36 Stunden lang.
    • Tadalafil in 5 mg kann jeden Tag eingenommen werden und wirkt somit jederzeit. 

    Wird das Potenzmittel also sehr häufig benötigt, würde sich eine Langzeitbehandlung mit Tadalafil 5 mg gut eignen.

    Der Wirkungseintritt unterscheidet sich wie folgt:

    • Sildenafil: Ab 40-60 Minuten
    • Tadalafil: Ab 30-40 Minuten
    • Vardenafil: Ab 20-30 Minuten
    • Avanafil: Ab 10-20 Minuten

    Tadalafil in 5 mg wird täglich eingenommen und wirkt somit dauerhaft. 

    Die Wirkungszeiten unterscheiden sich wie folgt:

    • Sildenafil & Vardenafil: bis zu 5 Stunden
    • Avanafil: bis zu 6 Stunden
    • Tadalafil: bis zu 36 Stunden
    • Tadalafil 5 mg: 24 Stunden, täglich.
    • Sildenafil ist das bekannteste, aber auch das nebenwirkungsreichste Potenzmittel.
    • Vardenafil und Avanafil erzeugen sehr wenig Nebenwirkungen.
    • Auch Tadalafil zeigt laut Erfahrungsberichten weniger Nebenwirkungen als Sildenafil. 

    Preislich sind Generika im Gegensatz zu Markenprodukten deutlich günstiger. Aktuell gibt es nur von Avanafil noch keine zugelassenes Generikum auf dem deutschen Markt.

    Am günstigsten sind Sildenafil-Generika. Der Preis von 4 Tabletten beginnt in Apotheken bereits bei 10 bis 15 €.

    Obwohl das Einsatzgebiet stets das gleiche sein dürfte, können die verfügbaren PDE-5-Hemmer unterschiedlich angewendet werden.

    Immer beliebter wird aktuell die Konstanztherapie mit Tadalafil in 5 mg. Dadurch nehmen Männer täglich eine Tablette ein und sind dauerhaft 24 Stunden lang bereit für Geschlechtsverkehr. 

    Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?

    Alle PDE-5-Hemmer haben durch die verbesserte Durchblutung häufig als Nebenwirkung eine Gesichtsrötung (Flush) zu verzeichnen. Das Gefühl einer verstopften Nase hängt ebenfalls mit der Durchblutung zusammen.

    Die bekannten Kopfschmerzen treten durch die blutdrucksenkende Wirkung ein. Diese können durch eine verminderte Dosis verringert werden.

    Ergebnisse aus mehreren Studien:10

    Sildenafil (5.918)
    Kopfschmerzen: 14,6 % 14 % 14,5 %
    Gesichtsrötung: 14,1 % 4 % 11,1 %
    verstopfte Nase: 2,6 % 5 % 9,2 %
    Verdauungsstörungen: 6,2 % 10 % 3,7 %

    In den Klammern steht die Teilnehmerzahl der Studie.

    Ergebnisse dieser Studien ergeben ein ähnliches Bild wie jenes aus Erfahrungsberichten im Internet.

    Ergebnisse der Erfahrungsberichte:11

    Sildenafil (245)
    Kopfschmerzen: 38 % 30 % 35 %
    Gesichtsrötung: 14 % 6 % 17 %
    verstopfte Nase: 23 % 17 % 20 %
    Verdauungsstörungen: < 1 % < 1 % 2 %

    In den Klammern steht die Anzahl der abgegeben Erfahrungsberichte.

    Hierbei ist anzumerken, dass bei Vardenafil die meisten Männer gar keine Nebenwirkungen verspürt haben.

    • Keinerlei Nebenwirkungen:

      • Sildenafil: 23 %
      • Tadalafil: 22 %
      • Vardenafil: 35 %

    Aktuell liegen noch nicht genug Erfahrungsberichte über Avanafil vor, um ein aussagekräftiges Bild der Nebenwirkungen - basierend auf Erfahrungen - zu erstellen.

    Tadalafil in 5 mg wird täglich eingenommen und senkt dadurch nach einigen Tagen die Nebenwirkungen. Aktuell liegen noch keine ausreichenden Langzeitstudien über die Nebenwirkungen bei einer täglichen Einnahme vor. Es ist davon auszugehen das die  Nebenwirkungen ähnlich wie bei der Bedarfstherapie, allerdings in geringeren Ausmaße, ausfallen.

    Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

    Nicht jeder Mann darf PDE-5-Hemmer bedenkenlos einnehmen. Dies ist auch ein Grund für die Verschreibungspflicht.

    Unter Kontraindikation (auch Gegenanzeigen genannt) sind bestimmte Umstände beschrieben, unter denen ein Medikament nicht eingenommen werden darf. Da es sonst zu gefährlichen, gesundheitlichen Folgen kommen kann.

    Zu den Gegenanzeigen der PDE-5-Hemmer gehören:

    • Eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff

    • Bei einer Einnahme von Nitraten oder Stickstoffmonoxid-Donatoren

    • Kombination mit Guanylatcyclase-Stimulatoren

    • Schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Herzmuskelschwäche

    • Einem Herzinfarkt in den letzten 3 Monaten

    • Einem Schlaganfall in den letzten 6 Monaten

    • Schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen

    • Schwerem Lungenhochdruck (Klasse IV)

    • Bei neidrigen Blutdruck (Systolenwert unter 90 mmHg)

    Eine vollständige Liste kann aus dem jeweiligen Beipackzettel entnommen werden.

    Schwangerschaft & Stillzeit

    Da PDE-5-Hemmer erst vor kurzem auch für Frauen zur Behandlung von Lungenbluthochdruck zugelassen worden ist, gilt es diesen Punkt auch zu beachten.

    Es gibt aktuell noch keine medizinischen Erkenntnisse über das Risiko für das ungeborene Kind. Studien an Tieren konnten allerdings Schaden nach der Geburt zeigen.12

    Daher gilt es aktuell noch als nicht empfehlenswert PDE-5-Hemmer während der Schwangerschaft oder Stillzeit einzunehmen.  Befragen Sie hierfür bitte im Einzelfall Ihren Arzt oder Mediziner.

    Erstattungsfähigkeit durch die Krankenkasse?

    In aller Regel werden PDE-5-Hemmer nicht von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen.

    2004 gab es eine Gesundheitsreform, bei der es vor allem um die Gesetze zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) ging. Dabei wurden auch die PDE-5-Hemmer aus dem Leistungskatalog der GKV gestrichen.

    Dies hängt vor allem damit zusammen, dass diese Medikamente in die Kategorie der "Lifestyle-Medikamente" eingeordnet werden.

    Darunter zählen:

    • Verbesserung des Haarwuchses
    • Verbesserung des Aussehen
    • Verbesserung der Erektion

    Einzig Tadalafil stellt mit der Dosis in 5 mg Ausnahme dar. Denn die dauerhafte Einnahme von Tadalafil in der 5 mg Dosierung kann zur Behandlung des Prostatasyndroms (BPS) eingesetzt werden. Unter dieser Behandlungsform kann das Medikament zu Lasten der Krankenkasse verordnet werden. Allerdings muss somit auch eine gutartige Prostatavergrößerung diagnostiziert worden sein.

    Private Krankenversicherung

    Die gesetzlichen Neuregelungen durch die Gesundheitsreform gilt nur für die gesetzlichen Krankenkassen und nicht für die privaten Krankenversicherungen (PKV). Trotzdem lehnen viele Versicherungen eine Kostenübernahme oder erektilen Dysfunktion ab.

    In den Versicherungsunterlagen ist einsehbar, ob sich eine Klausel findet, bei der eine Behandlung einer erektilen Dysfunktion ausgeschlossen wird.

    Verschreibungspflicht der PDE-5-Hemmer

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    H_Ko / shtterstock.com

    Hinweis:

    Grundsätzlich fallen alle PDE-5-Hemmer unter die Verschreibungspflicht. Für den Erwerb wird gültiges Rezept vom Arzt benötigt. 

    Die Verschreibungspflicht ist vor allem aufgrund möglicher Kontraktionen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem unter Umständen zu starken Blutdruckabfall erforderlich.

    Anbieter, die Ihnen PDE-5-Hemmer rezeptfrei anbieten, handeln illegal und sollten vermieden werden. Die Gefahr bei solchen Anbietern gefälschte Arzneimittel zu erhalten, ist zudem sehr hoch. Fälschungen können erhebliche gesundheitliche Schäden verursachen, da diese häufig mit anderen Wirkstoffen gestreckt worden sind.

    Falls Sie eine erektile Dysfunktion mit einem PDE-5-Hemmer behandeln möchten, kann Ihnen das notwendige Rezept von einem Facharzt ausgestellt werden. Die erste Anlaufstelle kann auch der Hausarzt sein, häufig erfolgt anschließend die Überweisung an einen Urologen oder auch Neurologen.

    Nachdem Ihnen ein Rezept ausgestellt worden ist, können Sie damit in der nächsten Apotheke das gewünschte Potenzmittel erwerben. Dabei haben Sie aufgrund der zahlreichen Generika mittlerweile auch günstige Alternativen zu den Handelsmarken.

    1. PDE-5-Hemmer – de.wikipedia.org
    2. Phosphodiesterase-5-Hemmer - PharmaWiki
    3. J Sex Med. 2004 Sep;1(2):168-78. Earliest time to onset of action leading to successful intercourse with vardenafil determined in an at-home setting: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. – ncbi
    4. Levitra, INN-vardenafil - Europa EU – 4.2 Dosierung und Art der Anwendung – ema.europa.eu (.pdf)
    5. Avanafil for Erectile Dysfunction (PDF). Kyle, Jeffery; Brown, Dana (2013) – Annals of Pharmacotherapy. Sage Publishing. Retrieved 28 September 2013. doi.org
    6. Spedra, INN-avanafil - Europa EU – ema.europa.eu (.pdf)
    7. Tadalafil Lilly, INN-tadalafil - Europa EU – ema.europa.eu (.pdf)
    8. Avanafil for male erectile dysfunction: a systematic review and meta-analysis – Asian J Androl. 2014 May-Jun; 16(3): 472–477. – ncbi
    9. A Randomized, Double‐Blind, Placebo‐Controlled Evaluation of the Safety and Efficacy of Avanafil in Subjects with Erectile Dysfunction – onlinelibrary.wiley.com
    10. Studie: Porst, Hartmut (2006): Oral Pharmacotherapy of Erectile Dysfunction. In: Porst, Hartmut; Buvat, Jacques (Herausgeber): Standard Practice in Sexual Medicine. Blackwell Publishing. doi.org
    11. sanego Gesundheitsportal: Arztbewertung, Medikamente bewerten, Nebenwirkungen, Krankheiten und Gesundheitsfragen - sanego.de
    12. Effects of sildenafil on maternal hemodynamics and fetal growth in normal rat pregnancy – Am J Physiol Regul Integr Comp Physiol. 2010 Feb; 298(2): R433–R438. – ncbi.nlm.nih.gov
    13. Sildenafil-ratiopharm, INN-sildenafil – ema.europa.eu (.pdf)
     

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