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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 5. März 2020

 

Operative Behandlung einer erektilen Dysfunktion

Sollte keine andere Behandlungsmethode bei einer erektilen Dysfunktion helfen, kommen Penisprothesen und die Gefäßchirurgie in Frage. Diese operative Maßnahmen gelten als letzte Maßnahme.

Unter einer Penisprothese wird ein künstlicher Schwellkörper im Penis, welcher operativ eingesetzt wird, verstanden.

Vor allem bei Männern, deren erektile Dysfunktion durch keine der anderen Behandlungsmöglichkeiten Besserung erlangen konnte.

Mittlerweile werden Penisprothesen auch zum Aufbau eines künstlichen Gliedes verwendet, beispielsweise nach Verletzungen oder bei transsexuellen Menschen.

Der Patient ist unter Vollnarkose, der Arzt öffnet den Schwellkörper mit einem Schnitt in die Peniswurzel und entfernt das Bindegewebe, wodurch Platz für das Implantat geschaffen wird.

Bei einer hydraulischen Penisprothese muss der Arzt zusätzlich noch das Flüssigkeitsreservoir in der Harnblase anbringen, zudem eine kleine Pumpe im Hodensack. Durch die Betätigung dieser Taste wird der Patient später im Stande sein, eine Erektion zu erzeugen. 

Beim operativen Eingriff können unter anderem die Harnröhre oder die Nervenbahnen beeinträchtigt werden. Narben der Operation oder zu lange Prothesen können auch dazu führen, dass sich der Penis auf die Seite krümmt.

Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen rund um die Prothese sind allerdings die häufigsten Nebenerscheinungen einer Operation.

Anders als bei der Behandlung mit Medikamenten ist das Schwellkörper-Implantat eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse und wird daher auch übernommen. Voraussetzung ist die medizinische Notwendigkeit.

Hierzu sollte sich hierzu im Einzelfall ausführlich informiert werden.

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Artemida-psy / shutterstock.com
Übersicht:
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    Operative Maßnahmen gegen Erektionsstörungen

    Führen selbst medikamentöse Behandlungsmethoden wie PDE-5-Hemmer oder die Autoinjektionstherapie nicht zum gewünschten Ergebnis, so können oft nur operative Eingriffe eine Alternative bieten.

    Operationen bzw. Eingriffe der Gefäßchirurgie können dann helfen, wenn andere vorgeschaltete Behandlungsversuche erfolglos blieben. Sie werden zwar nur selten und nur bei besonders schwerwiegenden Fällen angewandt und sind oft die letzte Alternative.

    Penisprothesen (Penisimplantate)

    Bei einer solchen Prothese handelt es sich um ein Implantat, welches chirurgisch in den Penis eingebracht wird. Dadurch soll wieder eine Erektion und somit auch wieder Geschlechtsverkehr ermöglicht werden.

    Eine Penisprothese ist ein künstlicher Schwellkörper, welcher operativ eingesetzt werden muss. In seiner Form und Härte ist die Penisprothese mit einem erigierten Glied vergleichbar.

    Je nach Art des Implantats und seiner Festigkeit unterscheiden Mediziner unterschiedliche Formen von Penisprothesen:

    Hydraulische Penisprothese

    Flüssigkeitsgefülltes Implantat

    Rigide Penisprothese

    formstabil & hart

    Semirigide Penisprothese

    hart, aber biegsam

    • Hydraulische Penisprothese

      Bei dieser Form der Prothese wir eine Pumpe eingesetzt, welche aus einem Flüssigkeitsbehältnis und zwei Schwellkörperzylindern besteht. Durch das manuelle Pumpen und Füllen der Schwellkörper mit Flüssigkeit wird die Erektion simuliert. An der Pumpe befindet sich zudem ein Ventil, über welches der Zylinder bei Bedarf auch komplett entleert werden kann.

    • Biegsame Schwellkörper-Implantate

      Diese sollen die natürlichen Schwellkörper im Penis ersetzen. Der natürliche Schwellkörper wird während der Operation entfernt. Nachteil ist die ständige semi-rigide Erektion.

    Vergleich der Penisprothesen

    Implantat

    3-teiliges hydraulisches Implantat

    Vorteile

    • Natürliche und steife Erektion

    • Keine Behinderung im Alltag

    Nachteile

    • Besteht aus vielen Teilen, die Fehlfunktionen hervorrufen können

    • Reservoir im Bauch

    2-teiliges hydraulisches Implantat

    • Keine Behinderung im Alltag

    • Mechanisch komplizierter als ein biegsames Implantat

    • Keine feste Erektion

    Biegsames Implantat

    • Geringe Wahrscheinlichkeit einer Fehlfunktionen

    • Einfach zu bedienen

    • Penis immer leicht erigiert

    • Übt ständig Druck auf die Innenseite des Penis aus, kann zu Verletzungen führen

    • Behinderung im Alltag (schwierig unter Kleidung zu verbergen)

    Rigide Penisprothesen sind in der heutigen Medizin nicht mehr üblich, da das männliche Glied durch das Implantat dauerhaft künstlich erigiert ist, was für den Patienten im Alltag unangenehm und hinderlich sein kann.5

    Die Weiterentwicklung der rigiden Form ist die semirigide Prothese. Sie wird meist aus Silikon hergestellt und besteht aus einem eingebetteten Metallgeflecht. Die Funktionsweise besteht darin, das Implantat beim Geschlechtsverkehr temporär nach oben zu biegen, was eine natürliche Penisform mit sich bringt.5

    Hydraulische (aufblasbare) Penisplantate

    Meist werden bei Operationen allerdings hydraulische Penis-Implantate eingesetzt. Diese Art der Penisprothese wird vor dem Geschlechtsverkehr manuell mit einer Flüssigkeit gefüllt, wodurch sich das Glied langsam aufrichtet und hart wird.5

    Dies passiert mit einer kleinen Handpumpe, die während des operativen Eingriffes im Hoden des Patienten platziert wird. Durch Betätigen der Pumpe kann das schlaffe Glied aufgerichtet und eine Erektion erreicht werden.

    Penisprothesen dienen als letzte Möglichkeit

    Es sollte beachtet werden, dass solch operative Eingriffe als letzte Möglichkeit der Behandlung einer erektilen Dysfunktion herangezogen werden sollten.

    Erst wenn andere Behandlungen versagen, sollte eine Schwellkörper-Implantation in Betracht gezogen werden. Als Vorstufe zum operativen Eingriff können auch mechanische Potenzhilfen eine Option sein.

    Alternative Penispumpe: Die Penispumpe beispielsweise erzeugt mit Hilfe einer Pumpvorrichtung Unterdruck, um den Blutstrom im Penis zu vergrößern.

    Alternative Penisring: Ist der Penis erigiert, wird ein Penisring über das Glied gestreift, welches den Penis dabei unterstützen soll, die Erektion durch Verhinderung des Blutabflusses, zu erhalten.

    Oft werden andere Behandlungen frühzeitig als erfolglos abgestempelt bzw. die Kombination mehrerer Behandlungsweisen nicht ausreichend getestet. Vorab sollten sich Patienten ausführlich informieren und vor allem mit einem Arzt über die Ursache der Erektionsstörung sprechen.

    Abschließend lässt sich sagen, dass aus Studien der Fachliteratur bekannt ist, dass mehr als 90 % aller Männer mit dem Schwellkörper-Implantat äußerst zufrieden sind. 3 4

    1. Penisprothese - de.wikipedia.org
    2. Penile Prosthesis: Implant, Surgery, Effectiveness, and Sex – WebMD.com
    3. J Sex Med. 2006 Jul;3(4):743-748. Determinants of patient satisfaction following penile prosthesis surgery. – doi.org
    4. A review of surgical strategies for penile prosthesis implantation in patients with Peyronie’s disease James Anaissie and Faysal A. Yafi – ncbi
    5. Implantation von Penisprothesen - Penisimplantate | European Institute for Sexual Health – porst-hamburg.de

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