Startseite » Behandlung » Natürliche Potenzmittel » Natürliche Aphrodisiaka

Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 17. Februar 2020

Natürliche Aphrodisiaka

In so ziemlich jeder Kultur gibt es Kräuter oder Nahrungsmittel, denen aphrodisierende Wirkungen nachgesagt werden und die zur Steigerung der Potenz verwendet werden.

Obwohl die moderne Medizin heutzutage verschiedenste Präparate anbietet, um die männliche Potenz zu steigern – wie beispielsweise PDE5-Hemmer – ist die Nachfrage nach natürlichen Aphrodisiaka immer noch groß. Doch wirken diese wirklich und was gibt es bei der Einnahme zu beachten?

Ein Aphrodisiakum ist ein natürliches Mittel, das die Libido eines Menschen anregt. Dabei kann es sich um eine Pflanze oder Kraut, eine tierische Substanz oder ein bestimmtes Lebensmittel handeln. Es existieren viele verschiedene natürliche Produkte, denen eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt werden.

Jedes Aphrodisiakum hat seine eigene spezielle Wirkung auf den menschlichen Körper. Durch verschiedene Inhaltsstoffe wird die Lust auf Geschlechtsverkehr ausgelöst oder verstärkt.

Die Wirkung der meisten Aphrodisiaka ist nicht wissenschaftlich belegt. Viele natürliche Potenzmittel haben allerdings eine lange Tradition und werden seit Jahrhunderten bei Potenzstörungen eingesetzt. Bei einigen Pflanzen liegen zudem wissenschaftliche Studien vor, die eine potenzfördernde Wirkung bestätigen. Pflanzliche Mittel sind allerdings nicht mit Präparaten wie Viagra zu vergleichen. Denn pflanzliche Mittel haben eine deutlich schwächere Wirkung und funktionieren nicht bei allen Männern gleich.

In der Regel haben pflanzliche Mittel nur selten Nebenwirkungen, da ihre Wirkung nur leicht ist. Eine zu hohe Dosis kann allerdings unangenehme Symptome auslösen. Man sollte sich daher immer an die Einnahmeanweisungen halten und sich mit einem Arzt oder Apotheker vorher absprechen.

Aphrodisiaka-impotenz-potenz-erektion
Africa Studio / shutterstock.com
Übersicht:
    Add a header to begin generating the table of contents

    Was ist ein Aphrodisiakum?

    Unter Aphrodisiakum versteht man einen Wirkstoff, der die Libido steigert bzw. die Lust auf Sex verstärkt. Dabei kann sich ein Aphrodisiakum sowohl auf das sexuelle Verlangen als auch auf die Geschlechtsorgane auswirken.

    Bei einem Aphrodisiakum kann es sich um vielfältige Stoffe handeln. So werden den unterschiedlichsten Pflanzen, Lebensmitteln und sogar tierischen Substanzen eine luststeigernde Wirkung nachgesagt.1

    Der Begriff Aphrodisiakum stammt aus dem Griechischen und bedeutet Liebesgenuss. Er ist außerdem an die griechische Göttin Aphrodite angelehnt, welche die Göttin der Liebe ist.

    Die Wirkung von vielen angeblichen Aphrodisiaka ist allerdings nicht bewiesen. Es existieren noch nicht viele Studien zu diesem Thema. Auch bei der Zusammensetzung vieler verarbeiteten Substanzen kann man sich nicht sicher sein, dass sie immer identisch sind, da es keine regulativen Behörden gibt, die dies kontrollieren.

    natürliche Aphrodisiaka

    Wie wirken Aphrodisiakum?

    Jedes Aphrodisiakum hat einen anderen Effekt auf den menschlichen Körper.

    Die Gemeinsamkeit von Aphrodisiaka liegt darin, dass sie Inhaltsstoffe besitzen, die durch unterschiedliche Weisen, sei es durch die Förderung der Durchblutung oder Sensibilisierung von Geschlechtsorganen, die Libido eines Menschen anregen.

    Wie erfolgt die Einnahme?

    In der Regel werden Aphrodisiaka oral eingenommen in Form von Pulvern, Kapseln, Tinkturen oder Lebensmitteln. Es kommt allerdings immer auf das jeweilige Aphrodisiakum an.

    Bei Kapseln und Tinkturen sollten sich Betroffene immer an die Anweisungen halten und sich am besten bei einer Apotheke oder einem Arzt beraten lassen. Denn auch bei pflanzlichen Mitteln kann eine Überdosis unangenehme Nebenwirkungen haben.

    Welche natürlichen Aphrodisiaka gibt es?

    Es existieren viele verschiedene Aphrodisiaka, die bekanntesten sind unter anderem:

    • Damiana (Tunera diffusa)

      Damiana ist ein bis zwei Meter hoher Strauch mit gelben Blüten und wird in die Familie der Passionsblumen eingestuft. Er wächst vorwiegend in Süd- und Mittelamerika.

      Wirkungsweise: Man sagt der Pflanze eine entspannende Wirkung nach, die sich auch auf die Libido auswirkt. Bei einem Versuch mit Ratten wurde bewiesen, dass Damiana die Kopulationsfrequenz der Ratten gesteigert hat. Dabei geht man davon aus, dass Damiana die Aromatase hemmt und dadurch de Testosteronspiegel stabilisiert. Testosteron ist das wichtigste Sexualhormon des Mannes und für die Steuerung der Sexualfunktionen zuständig. Außerdem fördert Damiana die Durchblutung des Schwellkörpers und verbessert dadurch eine Erektion.

    • Johanniskraut (Hypericum perforatum)

      Johanniskraut zählt zu einem der ältesten Arzneimittel der Welt und ist vor allem als Stimmungsaufheller bekannt. Man verwendet es insbesondere zur Behandlung von Depressionen.

      Wirkungsweise: Das im Johanniskraut enthaltene Tannin regt das Nervensystem und die Sexualorgane an. Die Geschlechtsorgane werden dadurch sensibler und empfindsamer.

    • Ginkgo (Ginkgo Biloba)

      Ginkgo Biloba ist ein Baum, der in China und Japan wächst. Die Samen des Baumes wurden schon Jahrhunderte in der chinesischen Medizin als potenzsteigerndes Hilfsmittel verwendet.

      Wirkungsweise: Ginkgo fördert die arterielle Durchblutung und verbessert die Fließfähigkeit des Blutes. Dies wirkt sich positiv auf eine Erektion aus. Es gibt einige Studien, welche die Wirkung von Ginkgo auf die Potenz bestätigen. Es wird vor allem in Form von Aufgüssen, Tees und Tinkturen verwendet.

    • Bischofsmütze (Epimedium grandiflorum)

      Bischofsmütze ist ein Kakteengewächs, dessen kugelförmige Gestalt an die Mütze eines Bischofs erinnert. Es gehört zum festen Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM).

      Wirkungsweise: Studien haben gezeigt, dass sich Bischofsmütze positiv auf die Hormone auswirkt und die Durchblutung fördert. Alkaloide und Glykoside haben außerdem einen psychisch anregenden Effekt. Auch die Verstärkung der Libido und die Erhöhung der Samenproduktion wird der Bischofsmütze nachgesagt. Bischofsmütze ist als „pflanzliches Viagra“ bekannt, da es ähnliche Wirkung haben soll wie das chemische Mittel. Belege dafür gibt es allerdings keine.

    • Yin Yang Huo /Ziegenkraut/Elfenblume (Epimedium grandiflorum)

      Ziegenkraut ist eine strauchartige Pflanze mit Blüten in Weiß, Rosa, Violett oder Gelb und ist bekannt für seine positive Wirkung auf die Sexualität. Der chinesische Name „Yin Yang Huo“ bedeutet „unzüchtige Ziegenwurzel“, auf Englisch wird es „Horny goat weed“ genannt, also „geiles Ziegenkraut“. Diese Namen rühren wohl daher, das Hirten angeblich beobachten konnten, wie Ziegenböcke nach dem Verzerren des Krautes ungewöhnliche Libido und sexuelle Ausdauer aufwiesen.

      Wirkungsweise: Studien konnten belegen, dass durch die Einnahme von Ziegenkraut eine leichte Hemmung der Phosphodiesterase Typ 5 entsteht und somit eine Erektion verbessert wird. Es beinhaltet die Kämpferolderivate Icariin und Des-O-methylicariin. Diese beiden Stoffe wirken sich fördernd auf die Blutzufuhr zu den Geschlechtsorganen aus. Auch der Testosteronspiegel soll durch das Kraut positiv beeinflusst werden.

    • Beere von Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)

      Mönchspfeffer gehört zu den Eisenkrautgewächsen und wächst vor allem in Mittelmeerraum. Es wird neben der Verwendung bei Potenzstörungen auch für viele anderen Beschwerden als Heilmittel genutzt.

      Wirkungsweise: Man geht davon aus, dass die Beere eine positive Wirkung auf die Hormone Prolaktin und Progesteron hat.

    • Yohimbin (Pausinystalia yohimbe)

      Yohimbin ist ein Baum, der in Afrika wächst und aus dessen Blätter und Rinden eine Substanz entnommen wird, die zur Behandlung von Erektionsstörungen verwendet wird.

      Wirkungsweise: Yohimbin erweitert die Blutgefäße und fördert den Blutfluss in Richtung der Geschlechtsorgane. Auch auf das Nervensystem soll es lustfördernd wirken.

    • Kakao (Theobroma)                                                         

      Der Kakaobaum gehört zur Gattung der Storchschnabelgewächse und die Kakaobohne wird hauptsächlich zur Herstellung von Schokolade verwendet. Legenden zu Folge nutzten bereits die Azteken Kakao als Potenzmittel.

      Wirkunsgweise: In Schokolade befindet sich eine höhere Konzentration an Aminosäuren und Canabinoidartigen Fettsäuren, welche eine aphrodisierende Wirkung haben. Außerdem geht man davon aus, dass Schokolade den Serotoninlevel im Gehirn steigert. Die Wirkung von Schokolade als Aphrodisiakum ist allerdings nicht wissenschaftlich bewiesen.

    Gibt es auch chemische Möglichkeiten zur Förderung der Lust?

    Die meisten chemischen Mittel, wie PDE-5-Hemmer, wirken sich zwar positiv auf die Erektionsfähigkeit aus aber nicht direkt auf die Libido.

    Allerdings ermöglichen chemische Möglichkeiten wie Sildenafil (Viagra) & Tadalafil (Cialis) Betroffenen eine größere sexuelle Freiheit, da Geschlechtsverkehr wieder öfter und besser möglich ist. Dies kann sich auch psychologisch auf Betroffene auswirken, hemmende Beklemmungen lösen und die Lust dadurch wieder steigern.

    Ist die Einnahme von natürlichen Potenzmittel problematisch?

    Pflanzliche Potenzmittel sind in der Regel nicht gefährlich, solange die richtige Dosierung eingehalten wird. Pflanzliche Aphrodisiaka haben normalerweise allerdings eine eher geringe Wirkung bzw. ist bei vielen eine wirkliche Wirkung nicht nachgewiesen.4

    Vor der Einnahme von pflanzlichen Mitteln sollte man sich immer gut über Inhaltsstoffe, Nebenwirkungen und Wirkungsweisen informieren. Vor allem wenn man bereits andere Medikamente verwendet, da sich die Wirkung der Medikamente durch bestimmte pflanzliche Mittel aufheben oder zu Nebenwirkungen führen kann.

    Bei pflanzlichen Potenzmitteln aus dem Internet sollte man ebenfalls Vorsicht walten lassen, da dort viele gefälschte und fragwürdige Produkte im Umlauf sind. Die Chance auf einen Schwindel reinzufallen ist groß.

    Betroffene einer, nur geringen, erektilen Dysfunktion sollten sich mit einem Arzt absprechen, welche pflanzlichen Methoden sinnvoll sind. Da die Ursachen für Potenzstörungen sehr unterschiedlich sein können, wirkt auch nicht jedes Aphrodisiakum bei jeder Person gleich. Dies gilt es bei der Einnahme zu bedenken.

    1. Natürliche Potenzmittel: Aphrodisiaka im Faktencheck - WELT
    2. Aphrodisiakum – Wikipedia
    3. Exploring scientifically proven herbal aphrodisiacs – ncbi
    4. Recent studies on aphrodisiac herbs for the management of male sexual dysfunction -a review – ncbi
     

    Medizinisch überprüft

    Inhalt überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren

    Unsere Inhalte werden nach höchstem wissenschaftlichen Standard verfasst und anschließend von Ärzten & Medizinern überprüft. Wir informieren Sie vollkommen werbefrei und somit unvoreingenommen. Dennoch sollten diese Informationen nicht für eine Selbstdiagnose oder Selbstmedikation verwendet werden.

    Über uns

    Auf unserem Informationsportal über erektile Dysfunktion finden Sie nur werbefreie Inhalte.

    Das Ziel unserer Seite ist es, wissenschaftliche Informationen in höchster Qualität, aber dennoch verständlicher Sprache zu vermitteln.

    Bei Anregungen können Sie uns gerne jederzeit kontaktieren.

    Medizinisch geprüft

    Alle Inhalte sind nach aktuellem wissenschaftlichen Standard verfasst und von Ärzten überprüft worden.

    Die Überprüfung durch Mediziner & Ärzte ist uns wichtig, damit nur medizinisch einwandfreie & unbedenkliche Informationen an Sie vermittelt werden.

    Alle medizinischen Inhalte werden sorgfältig recherchiert. Verwendete Literatur wird in den Quellen am Ende eines Artikels genannt.

    Werbefrei – Neutral

    All unsere Inhalte sind werbefrei und unabhängig.

    Damit ist es uns möglich, medizinisch einwandfreie Texte zu vermitteln, ohne eine Leistung oder ein Produkt zu bevorzugen.