Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 26. April 2020

L-Arginin als Potenzmittel nutzen

Die Aminosäure L-Arginin sorgt für eine Verbesserung des Gefäßsystems, wodurch auch eine verbesserte Durchblutung im Genitalbereich erfolgt. In der Folge ist auch eine stärkere Erektion möglich. 

Manche Männer kombinieren Sildenafil mit L-Arginin um die Wirkung zu verstärken. Dies ist allerdings keine medizinische Empfehlung, da sich dadurch auch die Nebenwirkungen verstärken.

L-Arginin ist eine von 21 Aminosäuren, aus denen sich menschliche Eiweiße zusammensetzen. Die Aminosäure dient als Baustein für Proteine und ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt.

Konsumiert wird L-Arginin besonders häufig von Bodybuildern, um in den Muskeln ein besseres Spannungsgefühl während des Kraftsports zu erreichen.

Was die therapeutischen Zwecke von L-Arginin betrifft, gibt es aktuell noch zu wenig medizinische Studien. Die größte Anwendung findet L-Arginin im Sport und in der Behandlung erektiler Dysfunktion.

Offiziell wurde die Wirkung von L-Arginin als Potenzmittel nie in Studien bestätigt. Durch die verbesserte Durchblutung im Genitalbereich sorgt die Aminosäure allerdings für eine stärkere Erektion.

Dadurch ist L-Arginin eine schwächere, aber in manchen Fällen bereits ausreichende Alternative zu den verschreibungspflichtigen PDE-5-Hemmern.

Die Aminosäure ist in zahlreichen Pflanzen enthalten.

Angaben pro 100g:

  • Kürbiskerne (5353 mg)
  • Erdnüsse (3460 mg)
  • Mandeln (2750 mg)

Am häufigsten wird L-Arginin allerdings isoliert als Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform konsumiert. Dadurch lässt sich gezielt eine hohe Dosierung einnehmen, welche für den Kraftsport und auch die Erektion förderlich ist.

Für eine Verbesserung der Erektion wird von 3 bis 5 Gramm pro Tag gesprochen.

Zwar wird immer wieder erwähnt, dass erst nach dauerhafter Einnahme eine Wirkung zu bemerken ist, viele Männer berichten aber auch von einem direkten Wirkungseintritt schon wenige Stunden später.

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Casimiro PT / shutterstock.com
Übersicht:
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    Was genau ist L-Arginin?

    L-Arginin (häufig auch nur Arginin genannt) ist eine semi-essenzielle Aminosäure. Dies bedeutet, dass diese Aminosäure nicht ausschließlich exogen zugeführt werden muss, sondern der Körper sie in begrenztem Ausmaß auch selbst bilden kann.

    Die Aminosäure gehört zu den Bausteinen der Eiweiße (proteinogene Aminosäure) und ist somit im genetischen Code angelegt. L-Arginin hat eine entscheidende Funktion beim Aufbau der Gewebe im Körper.

    Durch diese Aminosäure werden zahlreiche Aufgaben im menschlichen Organismus übernommen. So bessert sie beispielsweise durch eine Weitung der Blutgefäße die Durchblutung und regt das Herz-Kreislaufsystem an. Dies wirkt sich auch als erektionsfördernder Effekt aus, welcher am deutlichsten bei täglicher Einnahme zu spüren ist.

    l-arginin

    Funktionen von L-Arginin

    L-Arginin löst zahlreiche wichtige Funktionen im Körper aus:

    • Durchblutungsförderung

    • regt die Spermienproduktion an

    • Entgiftung über den Harn-Stoffwechsel

    • fördert Aufbau körpereigenen Kollagens & Eiweißes

    • beeinflusst die Ausschüttung von Wachstumshormonen

    • kann das Immunsystem stärken

    Die Einnahme von L-Arginin hat also viele positive Effekte. Der Körper kann die semi-essenzielle Aminosäure zwar auch selbst herstellen, allerdings nur in einer gewissen Menge.

    L-Arginin Mangel erkennen:

    Ein Mangel an L-Arginin kann sich durch folgende Symptome bemerkbar machen:

    • erektile Dysfunktion

    • verringerte Leistung

    • Schlafstörungen & Unruhe

    • Herzbeschwerden

    • Infektanfälligkeit

    • Bluthochdruck

    • Zuckerkrankheit

    • Stimmungsschwankungen

    Um einem Mangel vorzubeugen wird die zusätzliche Einnahme von L-Arginin empfohlen. Die richtige Dosierung hängt allerdings von der Menge des bereits im Körper befindlichen Arginins ab.

    Der genaue Arginin-Wert kann durch eine Blutabnahme bestimmt werden. Normale Arginin-Werte sollten über 100 Mikromol pro Liter liegen.

    ADMA (asymmetrisches Dimethylarginin) ist ein Abkömmling des Arginins, welcher als Hemmstoff für die Bildung von Stickstoffmonoxid aus Arginin dient. Ist der Wert von ADMA zu hoch, stellt dies ein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar. Befindet sich der Argininspiegel auf einem normalen Niveau, verbessert dies wieder das Gleichgewicht zwischen ADMA und Arginin.

    Daher ist es sinnvoll, bei einer Blutabnahme auch die ADMA-Werte testen zu lassen.

    Ein Mangel ist durch folgende Ergebnisse erkennbar:

    Weniger als 100 µmol/l über 0,7 µmol/l

    Die Menge von L-Arginin im Körper lässt sich erhöhen über entsprechende argininhaltige Lebensmittel oder es kann auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgegriffen werden.

    Die richtige L-Arginin Dosierung

    Dosierungsempfehlung bei Mangel:

    • 500 bis 6.000 mg täglich

    Nein, selbst bei einer Überdosierung konnten in Studien keine schweren Nebenwirkungen festgestellt werden.

    • Von einer Überdosierung spricht man ab 15g pro Tag.

    Solch hohe Dosierungen können allerdings zu Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen führen. Auch die Menge an zusätzlichen Inhaltsstoffen einer Tablette oder Kapsel ist zu berücksichtigen.

    Laut aktuellem wissenschaftlichem Stand sollte langfristig die Einnahme von über 20 g Arginin täglich nicht überschritten werden.

    Lebensmittel mit hohem L-Arginin-Gehalt

    Der Blutspiegel der Aminosäure L-Arginin lässt sich durch die Ernährung erhöhen. Liste von Lebensmitteln mit einem hohen L-Arginin-Gehalt:

    • Kürbiskerne (5353 mg auf 100 g)

    • Erdnüsse (3460 mg auf 100 g)

    • Mandeln (2750 mg auf 100 g)

    • Pinienkerne (2413 mg auf 100 g)

    • Linsen (2240 mg auf 100 g)

    • Haselnüsse (2030 mg auf 100 g)

    • Garnelen (1740 mg auf 100 g)

    • Rindfleisch (1540 mg auf 100 g)

    • Hähnchenbrust (1350 mg auf 100 g)

    • Lachs (1330 mg auf 100 g)

    • Edamer (1030 mg auf 100 g)

    • Buchweizen (970 mg auf 100 g)

    • Eier (840 mg auf 100 g)

    Es gilt zu beachten, dass nicht zwangsläufig die gesamte Menge der zugeführten Aminosäuren auch vom Körper aufgenommen wird. Denn einerseits kann sich die Menge des Arginingehalts durch Kochen oder Braten der Lebensmittel verringern.

    Andererseits spielen auch die Gesundheit des Darms und die Verdauungsleistung eine Rolle bei der Resorption im Körper.

    Tipp: Pfefferextrakt kann als sogenannter Bio-Enhancer die Aufnahme & Bioverfügbarkeit von L-Arginin etwas verbessern.

    Warnhinweise

    Zwar ist die Zufuhr von L-Arginin in der Regel kein Problem, trotzdem sollten einige Warnhinweise beachtet werden.

    So sollte nach einem Herzinfarkt auf die Einnahme verzichtet werden. Falls Sie unter Herpesinfektionen leiden, können Überdosierungen die Viren fördern. Auch Allergien und Asthma können durch L-Arginin verstärkt werden. Quelle

    Wechselwirkungen

    Eine erhöhte Einnahme von L-Arginin kann zu Wechselwirkungen mit Arzneimitteln führen.

    Werden Gerinnungshemmer (Antikoagulantien) wie Marcumar oder Dabigatran eingenommen, kann die zusätzliche Einnahme von L-Arginin ein erhöhtes Blutungsrisiko bewirken.

    Auch bei Nitroglycerin, einem Spray zur Behandlung von Herzschmerzen oder Herz-Enge (Angina pectoris), besteht die Gefahr eines zu niedrigen Blutdrucks.

    Falls Sie kaliumsparende Entwässerungsmedikamente kombiniert mit L-Arginin einnehmen, kann die Kaliumkonzentration im Blut ansteigen. Im schlimmsten Fall ist eine Hyperkaliämie möglich, mit lebensbedrohlichen Arrhythmien (Herzrhythmusstörungen) als Folge.

    Werden Medikamente gegen Diabetes eingenommen, kann Arginin den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Die Dosis sollte in diesem Fall angepasst werden.

    Wenn Sie blutdrucksenkende Medikamente wie z. B. ACE-Hemmer oder Beta-Blocker einnehmen, besteht die Gefahr einer Hypotonie: einem sehr niedrigen Blutdruck.

    Auch zusammen mit dem Herzmedikament Isoproterenol kann L-Arginin einen zu niedrigen Blutdruck auslösen.

    Da sowohl PDE-5-Hemmer als auch L-Arginin einen blutdrucksenkenden Effekt haben, wird die kombinierte Einnahme - zumindest im hoch dosierten Bereich - nicht empfohlen. Denn auch hier kann es zu einem zu starken Abfall des Blutdrucks kommen.

    L-Arginin als Potenzmittel nutzen

    Liegt eine erektile Dysfunktion vor, ist die Ursache häufig eine Durchblutungsstörung.

    L-Arginin kann als Vorstufe Stickstoffmonoxids (NO) zur Entspannung der Gefäßwände beitragen. Dadurch wird die Durchblutung verbessert, was sich auch auf die Erektionsfähigkeit auswirkt. Außerdem drücken Muskelzellen die Venen zusammen, welche den venösen Abfluss des Blutes im Penis behindern: mehr Druck kann sich aufbauen.

    Da die Entspannung der Schwellkörpermuskulatur ein Prozess ist, welcher Stickstoffmonoxid benötigt, kann L-Arginin hier ansetzen und die nötige Hilfe liefern.

    Um eine potenzsteigernde Wirkung zu erzielen, lautet die Empfehlung, L-Arginin über mehrere Wochen hinweg täglich einzunehmen.

    Einnahmezeitpunkt und Dosis bei Erektionsstörungen:

    • 3-5 g Täglich

    Ergänzung für Sportler

    Wenn Sie sportlich aktiv sind, können Sie zusätzlich von L-Arginin profitieren.

    Viele Sportler, besonders im Bereich Bodybuilding, nehmen L-Arginin für eine optimierte Nährstoffversorgung der Muskulatur ein. Auch der sogenannte "Pump" verbessert sich durch die gefäßerweiternde Wirkung.

    Sowohl die Leistung als auch die Regeneration können durch diese Prozesse eine Steigerung erfahren.

    Einnahmezeitpunkt und Dosierung für sportliche Aktivität:

    • 3-5 g etwa 30 Minuten vor dem Sport

    Alternativen:

    Wenn L-Arginin nicht als Hilfe genügt, werden oft Potenzmittel wie Viagra (Sildenafil) oder Cialis (Tadalafil) verschrieben. Diese Mittel sind verschreibungspflichtig und wirken nach spätestens einer Stunde. Dabei ist eine starke Erektion möglich.

    • Erectile Dysfunction and L-arginine: Get the Facts - Healthline
    • Levels of l‐arginine and l‐citrulline in patients with erectile dysfunction of different etiology – onlinelibrary.wiley.com
    • Akhondzadeh S, et al. (2010). Efficacy and safety of oral combination of yohimbine and l-arginine (SX) for the treatment of erectile dysfunction: A multicenter, randomized, double blind, placebo-controlled clinical trial. – ncbi.nlm.nih.gov
    • Stanislavov R, et al. (2003). Treatment of erectile dysfunction with pycnogenol and l-arginine [Abstract]. DOI: tandfonline.com

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