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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 9. März 2020

 

Vakuumpumpe (Penispumpe)

Zu den ältesten Behandlungsmethoden einer erektilen Dysfunktion zählt die sogenannte Vakuum-Erektionshilfe, Vakuumpumpe oder auch einfach ausgedrückt "Penispumpe".

Die Anwendung bringt so gut wie keine Nebenwirkungen bei sehr guten Ergebnissen. Die Handhabung einer Vakuum-Erektionshilfe ist allerdings umständlich und sollte geübt werden. Zudem kann die Anwendung nicht diskret erfolgen.

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Axel Bueckert / shutterstock.com

Mit Hilfe des erzeugten Unterdrucks hilft die Vakuum-Pumpe dabei eine Erektion zu erlangen. Zusätzlich kann nach der Anwendung ein Penisring übergezogen werden, wodurch die Erektion noch länger aufrecht erhalten werden kann. 

Grundsätzlich für alle Männer, die mit Erektionsproblemen zu kämpfen haben. Besonders aber für jene, deren Erektion aufgrund eines krankheitsbedingten verminderten Blutflusses (z.B. wegen einer Diabetes-Erkrankung) nicht ausreichend vorhanden ist.

Eine Penispumpe kann auch zur Penisvergrößerung (nicht belegbar) oder Penisbegradigung verwendet werden.

Ja, die Kosten werden in Deutschland von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Allerdings nur, sofern die medizinische Notwendigkeit einer Penispumpe von einem Arzt bescheinigt wurde. Dieser stellt eine Verordnung für das medizinische Hilfsmittel aus.

Die Verwendung ist unbegrenzt möglich. Zu Trainingszwecken sollte der Unterdruck 2 Minuten gehalten werden, anschließend wird der Druck abgelassen. Der Vorgnag wird etwa 10 mal wiederholt.

Um anschließende Beeinträchtigungen zu vermeiden, sollte die Anwendung ohne Schmerzen erfolgen. Bei ersten Anzeichen von Blutstau, Rötungen oder Taubheitsgefühl im Penis, sollte die Anwendung unterbrochen und der Unterdruck über das Ablassventil ausgelassen werden.

Besonders von Billig-Produkten und Fabrikaten aus China sollte Abstand genommen werden. Diese günstigen Geräte können Weichmacher und andere gefährliche Inhaltsstoffe enthalten. Über die Schleimhäute könnten diese Stoffe in den Körper gelangen.  Beim Kauf gilt es daher, auf CE Zeichen und Herstellungsort zu achten.

Übersicht:
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    Was ist eine Penispumpe?

    Eine Vakuum-Pumpe ist eine Unterdruckpumpe für Männer, die mit Erektionsstörungen zu kämpfen haben. Sie unterstützt dabei, mittels Unterdruck eine Erektion zu erlangen, auch wenn andere Krankheiten wie Diabetes, Gefäßerkrankungen oder Operationen keine natürliche Erektion zulassen.

    Die Wirksamkeit wurde in zahlreichen Studien getestet. Über 90% der Männer konnten in Studien (mit ausreichend Übung) eine zufriedenstellende Erektion durch Penispumpen erreichen.9 Die Wirkung tritt in einem Zeitfenster von 30 Sekunden bis zu 7 Minuten ein.7 8

    Die Penispumpe ist eine gute Alternative zu medikamentöser Behandlung mit Potenzmitteln oder Implantation einer Penisprothese.

    Die Penispumpe, welche – anders als Potenzmittel auf Medikamentenbasis oder Infusionsbasis – als rein natürliche mechanische Methode angesehen wird, kann beliebig oft verwendet werden. Ersatzteile sind in der Regel leicht erhältlich, zudem ist sie handlich und kann auch auf Reisen jederzeit mitgeführt werden. Auch die Reinigung ist relativ einfach. So wird die Vakuum-Pumpe nach dem Gebrauch einfach mit warmem Wasser abgespült.

    Übernimmt die Krankenkasse eine Penispumpe?

    In Deutschland übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für eine medizinisch indizierte Verwendung einer Penispumpe. Das bedeutet, wird beim Betroffenen vom Arzt eine erektile Dysfunktion diagnostiziert, werden die Kosten für die Anschaffung auch von der Krankenkasse übernommen. Durch den Arzt wird die Pumpe per Rezept als medizinisches Hilfsprodukt verordnet.

    Worauf sollte beim Kauf einer Penispumpe geachtet werden?

    Bei Billig-Fabrikaten oder aus China importierten Modellen sollte Vorsicht gewahrt sein. Penispumpen aus Fernost bestehen meist aus Weichmitteln und enthalten nicht selten giftige Inhaltsstoffe. Diese gelangen bei der Anwendung über die Schleimhäute am Penis direkt in den Körper und können so zum Gesundheitsproblem werden.

    • Beim Kauf von Penispumpen sollte daher auf das CE-Zeichen, Herstellungsort und andere Zertifizierungen der Händler geachtet werden.

    Wie funktioniert eine Penispumpe?

    Zu aller erst wird die Vakuum-Pumpe über den Penis gestülpt. Anschließend wird durch Pumpen ein Unterdruck erzeugt, welcher dazu führt, dass das männliche Glied steif wird. Nach Erreichen der gewünschten Erektion, wird die Penispumpe entfernt.

    Bei Bedarf kann der Vorgang wiederholt werden. Um die Erektion noch länger aufrecht zu erhalten, kann auch direkt nach dem Ablegen der Penispumpe ein Penisring zur Aufrechterhaltung der Erektion angebracht werden.

    Die Penispumpen werden mittlerweile auch zur Masturbation oder andere erotische Spiele verwendet – beispielsweise bei der Cock- und Ball Torture. Zudem werden die Vakuum-Pumpen oft auch als Geräte zur dauerhaften Vergrößerung des Gliedes beworben. Eine wissenschaftliche Wirksamkeit zur Gliedvergrößerung ist allerdings nicht belegbar.10

    Mechanische Behandlung einer erektilen Dysfunktion

    Wann hilft eine Penispumpe?

    Viele Männer (besonders im Alter ab 50 Jahren) leiden erektiler Dysfunktion. Die Ursachen sind oft sehr unterschiedlich. Der überwiegende Teil lässt sich auf organische Ursachen zurückführen.

    Besonders bei Männern, deren Blutfluss im Penis krankheitsbedingt (beispielsweise aufgrund einer Diabetes-Erkrankung) vermindert ist, kann der Einsatz einer Penispumpe zur Verbesserung der Erektionsfähigkeit führen.

    Zusätzlich gib es Penispumpen, die zur Behandlung eines krummen Penis (Penisdeviation) eingesetzt werden können. 1

    Wirkung bei Erektionsproblemen

    Der schlaffe Penis wird in den Vakuum-Zylinder eingeführt, durch das Absaugen der Luft entsteht ein Unterdruck, welcher den Blutfluss in den Schwellkörpern erhöht und somit zu einer Erektion führt. Nach Erreichen einer Erektion wird die Pumpe wieder abgestreift und ein Penisring aufgesetzt.

    Penispumpe als Trainingsgerät für die Erektion

    Die Vakuum-Pumpe hilft die eigentliche Infrastruktur des Penis wiederherzustellen, sodass die nachfolgende Erektion härter und länger wird.

    Um die eigene Erektion mittels Trainingspumpe zu trainieren, sollte der Unterdruck für 2 Minuten gehalten werden. Anschließend wird der Druck abgelassen und das Prozedere nach einer kurzen Pause von 15 Sekunden 10 – 12 Mal wiederholt.

    Wirkung als Trainingsgerät

    Die Unterdruck-Therapie kann beim Wiederherstellen bzw. -aufbau der Schwellkörper unterstützen und die spontane oder natürliche Erektion wieder hervorrufen.

     

     

    Hinweis:

    Hierzu sollte unbedingt die individuelle Packungsbeilage der Penispumpe beachtet werden. Es gilt auf Besonderheiten des jeweiligen Modells zu achten.

    Tipps für die Verwendung einer Penispumpe

    • Ausgiebig informieren

      Vorab sollte sich über die Verwendung und die unterschiedlichen Modelle informiert werden. Es gibt neben manuellen auch batteriebetriebene Geräte. Zudem sollte erkannt werden, welches Ziel erreicht werden soll. Die Penispumpe kann für die Behebung einer Erektionsstörung, einer Penisvergrößerung oder auch Penisbegradigung verwendet werden. Die entsprechende Verwendung ist für die Auswahl der passenden Pumpe entscheidend.

    • Schmerzgrenze nicht überschreiten

      Bei richtiger Verwendung der Penispumpe sollten keine Komplikationen oder gar Schmerzen auftreten. Andernfalls sollte der Pumpvorgang abgebrochen werden und über das eingebaute Ablassventil mit der Absenkung des Drucks beginnen.

    • Haut nicht einklemmen

      Besonders beim Überstülpen der Vakuum-Pumpe sollte darauf geachtet werden, keine Hautteile einzuklemmen. Dies könnte besonders beim nachfolgenden Pumpvorgang zu Schmerzen und Rötungen führen.

    • Genitalbereich vorab rasieren

      Damit die Penispumpe luftdicht am Körper angebraucht werden kann, sollte keine Intimbeeharung vorhanden sein.  Zudem erleichtert eine Intimrasur auch das schmerzfreie Anbringen eines Penisringes.

    • Gleitgel verwenden

      Zur Vorbereitung der Verwendung sollte nicht nur die Innenseite des Zylinders, sondern auch das Glied und die Peniswurzel mit ausreichend Gleitgel versorgt werden. Dies beugt Schmerzen vor und erleichtert den anschließenden Geschlechtsakt.

       
    • Pausen einlegen

      Bei regelmäßiger Verwendung der Penispumpe ist zu sehen, dass das männliche Glied auch während der Pumppausen weiter anwächst. Es ist daher vollkommen ausreichend, erst dann weiter zu pumpen, wenn das Wachsen des Penis stoppt. So wird im übrigen auch eine natürliche Erektionsfähigkeit trainiert.

    Welche Nebenwirkungen hat eine Penispumpe?

    Da die Penispumpe rein mechanisch funktioniert, gibt es in der Regel keine Nebenwirkungen wie bei der Einnahme von Arzneimitteln.6

    Um negative Folgeerscheinungen zu minimieren, ist es allerdings notwendig, den Druck richtig zu dosieren. Andernfalls kann es zu einem unerwünschten Blutstau kommen, welcher zu Blutblasen, Verfärbung des Penis oder Taubheitsgefühlen führt.

    Normalerweise verschwinden diese Beeinträchtigungen allerdings meist nach kurzer Zeit. Sollte dies nicht der Fall sein, gilt es einen Arzt aufzusuchen.

    Alternativen zur Penispumpe:

    Beliebte Alternativen zu Penispumpen sind PDE-5-Hemmer (Potenzmittel). Diese Tabletten werden oral eingenommen und wirken innerhalb von 30 bis 40 Minuten. Die bekanntesten Potenzmittel sind Viagra (Sildenafil) und Cialis (Tadalafil). Diese Mittel sind verschreibungspflichtig, können aber mit einer Online Diagnose bestellt werden.

    1. The role of vacuum pump therapy to mechanically straighten the penis in Peyronie's disease. doi.org
    2. Penispumpe - de.wikipedia.org
    3. Erectile Dysfunction: Vacuum Constriction Devices – webmd.com
    4. How to Use a Penis Pump, Plus Buying Tips, Cost, and More – healthline.com
    5. Penisvergrößerung - netdoktor
    6. Unusual complications of the vacuum erection device. – doi.org
    7. Sidi AA, Becher EF, Zhang G, Lewis JH . Patient acceptance of and satisfaction with an external negative pressure device for impotence. J Urol 1990; 144: 1154–1156 – doi.org
    8. Witherington R . Vacuum constriction device for management of erectile dysfunction. J Urol 1989; 141: 320–322 – doi.org
    9. Witherington R . Vacuum constriction device for management of erectile dysfunction. J Urol 1989; 141: 320–322 – doi.org
    10. BJU Int. 2006 Apr;97(4):777-8. A vacuum device for penile elongation: fact or fiction? – doi.org
     

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