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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 26. April 2020

Selbsthilfegruppen für erektile Dysfunktion

Selbsthilfegruppen bieten bei Impotenz eine sichere Umgebung in der Teilnehmer über ihre Sorgen sprechen können. Der Weg zu einer Selbsthilfegruppe bei Erektionsstörungen, benötigt allerdings viel Mut. Dennoch kann sich der Weg zu einer SHG lohnen.

Durch Selbsthilfegruppen wird offen über das Problem gesprochen und dadurch das völlig Nebenwirkungsfreier Behandlungsweg gewählt. Durch ein gestärktes Selbstbewusstsein und neue Gedankenansätze wird das Problem oft an der Wurzel gepackt und kann bei psychischen Ursachen die erketile Dysfunktion beheben oder zumindest verbessern. 

Zusätzlich zur Gesprächstherapie kann dennoch die Behandlung über den Arzt erfolgen. Dabei kann in der Selbsthilfegruppe über Fortschritte und Erfahrungen der unterschiedlichen Behandlungsmethoden berichtet werden. 

Bei einem Treffen in der Selbsthilfegruppe für erektile Dysfunktion werden häufig folgende Themen angesprochen:

  • Arztsuche, Erfahrungen & Tipps für den Arztbesuch
  • Erfahrungen mit den unterschiedlichen Behandlungsmethoden
  • Andere Ansätze der Behandlung durch Gespräche & Selbsthilfe
  • Kostenübernahme der Krankenkassen
  • Persönliche und Partnerschaft bezogene Themen
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Michael Ebardt / shutterstock.com
Übersicht:
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    Adressen von Impotenz Selbsthilfegruppen

    Die bekanntesten Selbsthilfegruppen für erektile Dysfunktion in Schriftform:

    • Sekis Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle

    In Berlin finden die Gruppentreffen an jedem 3. Freitag im Monat von 19:00 bis 21:00 Uhr im 5. Obergeschoss (Fahrstuhl) im Raum 5.010 der Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle (SEKIS), Bismarckstraße 101 (Eingang Weimarer Str.), 10625 Berlin-Charlottenburg, in unmittelbarer Nähe zur U-Bahn-Station Deutsche Oper / Linie U2 statt.
    • Gesundheitsladen, Venloerstr. 46, 50672 Köln
    In Köln finden die Gruppentreffen an jedem 2. Donnerstag im Monat von 19:00 bis 21:00 Uhr im Gesundheitsladen, Venloerstr. 46, 50672 Köln statt. Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Selbsthilfegruppe Erektionsstörungen Köln.
    • Selbsthilfezentrums (SHZ), Westendstr. 68, 80339 München
    In München treffen wir uns jeden 2. Montag im Monat von 20:00 bis 22:00 Uhr im Gruppenraum G3 des Selbsthilfezentrums (SHZ) München, Westendstr. 68, 80339 München. Wie man zum SHZ kommt, ist auf den Internetseiten des SHZ München beschrieben. Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion München.
     
    • Eilbekerweg 214 (EG), 22089 Hamburg
    Die Gruppe in Hamburg trifft sich jeweils am 2. und 4. Dienstag im Monat um 18:00 Uhr im Eilbeker Weg 214. Weitere Auskünfte erhalten Sie telefonisch beim Gruppenleiter (Tel.: 0176 500 101 50).
    • Freizeitheim Ricklingen, Ricklinger Stadtweg 1, 30459 Hannover
    In Hannover finden die Gruppentreffen an jedem 2. Montag im Monat von 18:30 bis 20:30 Uhr im Freizeitheim Ricklingen, Ricklinger Stadtweg 1, 30459 Hannover statt. Weitere Informationen gibt es über die Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle im Selbsthilfebereich (KIBIS) Hannover (Tel.: 0511 66 65 67) und die E-Mailadresse erektile.dysfunktion-hannover@web.de.
    • KISS Stuttgart, Tübinger Str. 15, 70178 Stuttgart

    In Stuttgart finden Gruppentreffen an jedem 2. Donnerstag in einem geraden Monat (also Februar, April, Jumi usw.) von 17:30 bis 19:30 Uhr im Raum 3 der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (KISS), Tübinger Straße 15, 70178 Stuttgart statt. Weitere Auskünfte erhalten Sie telefonisch (Tel.: 07251 - 8 12 12) oder per E-Mail (w.amadee@gmail.com).

    Selbsthilfegruppen erfordern Mut

    Treten Probleme mit der Potenz auf, haben die Betroffenen häufig das Gefühl, keinen Ansprechpartner um Hilfe bitten zu können. Mit einer erektilen Dysfunktion stehen Männer jedoch keinesfalls alleine da.

    Doch der Schritt in eine Gruppenberatung ist für viele Männer nicht einfach. Oftmals bestehen hartnäckige Glaubenssätze, die das Sprechen über Ängste und Gefühle als unmännlich bezeichnen. Nur wer potent ist, ist auch männlich, so scheint es sich über viele Jahre in die Köpfe der Männer einzuprägen.

    Negative und schlichtweg falsche Glaubensmuster werden in den Sitzungen der Selbsthilfegruppen langsam aufgelöst.

    Falsche Glaubensmuster:

    • Ich muss das Problem selbst lösen

    • Hilfe anzunehmen macht mich unmännlich

    • Ich bin unfähig über Emotionen zu sprechen

    • Männlichkeit ist nur bei Potenz gegeben

    • Potenzprobleme machen mich zum Versager

    • Es bringt mir nichts mit anderen darüber zu sprechen

    • Außenstehende werden schlecht über mich denken

    • Andere respektieren mich weniger, wenn sie von meinem Problem erfahren

    • Ich ernte Mitleid oder Spott, wenn ich über meine Sorgen spreche

    Versagen ist nicht unmännlich

    Die moderne Gesellschaft grenzt sich immer mehr von diesem falschen Bild der Männlichkeit ab.

    Dennoch ist der Unwille über die eigene Gefühlswelt zu sprechen bei vielen Männern noch groß. Sie wissen theoretisch, dass es völlig in Ordnung ist, über persönliche Probleme zu reden, haben es aber nie wirklich gelernt.

    Die meisten Betroffenen leiden im mittleren oder fortgeschrittenen Alter unter einer erektilen Dysfunktion. Sie sehen sich mit dem Auftreten der Erkrankung häufig zum ersten Mal in ihrem Leben mit schweren psychischen Belastungen konfrontiert, bei denen sie die Unterstützung außenstehender Personen benötigen.

    In den Selbsthilfegruppen für Männer die an erektiler Dysfunktion leiden, sind die anwesenden Therapeuten und Betreuer auf diese Problematik geschult. Sie wissen, dass es für die Teilnehmer zu Beginn nicht leicht ist sich zu öffnen und können die Schwierigkeit mit dem Schritt in die Beratung nachvollziehen.

    Über die eigenen Probleme zu sprechen ist eine Fähigkeit die erlernt werden kann. Wie viele Dinge im Leben Bedarf es Übung und Zeit, bis sich Fortschritte bemerkbar machen. Genau das bieten die Selbsthilfegruppen. Bei den Treffen lernen Männer, sich langsam zu öffnen und mit der Zeit immer besser darin zu werden, über ihre persönlichen Probleme zu reden.

    Vielseitige Inhalte bei den Gruppentreffen

    Die Gruppendynamik einer Selbsthilfegruppe wirkt sich bestärkend auf die einzelnen Mitglieder aus.

    Neue und noch unsichere Teilnehmer können sich zunächst selbst davon überzeugen, dass auch gestandene Männer nicht vor gesundheitlichen Problemen geschützt sind. Sie erkennen, wie wichtig und unkompliziert es ist Hilfe anzunehmen.

    In den Sitzungen kommen darüber hinaus eine ganze Reihe wichtiger Themen zur Sprache. So klären Therapeuten und Betreuer beispielsweise über die möglichen Ursachen und Behandlungsansätze einer erektilen Dysfunktion auf. In vielen Fällen fehlen betroffenen Männern ausreichende Informationen, über den Zusammenhang der Erkrankung mit verschiedenen Faktoren.

    Wie stark die Impotenz von der körperlichen Verfassung, der seelischen Gesundheit oder zusätzlichen Krankheiten beeinflusst wird, ist vielen nicht bewusst. Um den Erektionsstörungen entgegenzuwirken, ist eine umfassende Aufklärung wichtig.

    • Betroffene lernen in der Gruppe, wie sie selbst aktiv gegen ihre Beschwerden vorgehen können.

    Dies ist ein wichtiger Aspekt, da sich die Teilnehmer weniger machtlos fühlen und lernen sich selbst zu helfen.

    Darüber hinaus wird besprochen, an welche Ärzte sich Männer im Falle von Beschwerden wenden können und ob es ratsam ist, weitere Untersuchungen zu vereinbaren um z.B. Krebserkrankungen zu erkennen oder auszuschließen.

    Die Selbsthilfegruppen vereinen daher praktische Ratschläge, Aufklärung und seelische Unterstützung.

    Was passiert bei Selbsthilfegruppen für Impotenz?

    Selbsthilfegruppen für Männer mit erektiler Dysfunktion organisieren in den meisten deutschen Großstädten regelmäßige Treffen.

    Diese folgen keinen strikten Ablaufplan, sondern orientieren sich an den Wünschen und Bedürfnissen der Teilnehmer. Hin und wieder kommen auch hilfesuchende Frauen in die Sitzung.

    • Viele Männer sind von der Vorstellung einer Selbsthilfegruppe zunächst nicht begeistert.

    Da jedoch auch ihre Partnerinnen oder Partner unter der Situation leiden, sind diese in einigen Selbsthilfegruppen ebenfalls willkommen. Manchmal wird den Frauen empfohlen, zunächst allein zu den Treffen zu kommen, falls der Mann sich noch nicht dafür bereit fühlt. Eine Aufklärung der Partner betroffener Männer kann sehr hilfreich sein, da sie lernen mit dem Thema sensibel und richtig umzugehen.

    Wer sich anfangs noch unsicher fühlt, kann sich bei den ersten Treffen zurück halten, um zunächst einen Eindruck vom Prinzip der Gruppenhilfe zu gewinnen. Im Verlauf der Sitzung erhalten alle Teilnehmer die Möglichkeit, über negative Erlebnisse, Komplikationen oder auch Erfolge zu sprechen und Fragen zu stellen.

    Hin und wieder finden Vorträge statt, die meist von geschulten Fachpersonen aus den Bereichen der Medizin, Psychologie oder Gesundheitsberatung gehalten werden. Interessierte können anschließend Fragen stellen und sich über die Themen austauschen.

    Wie oft die Treffen stattfinden hängt von den jeweiligen Gruppen ab. Diese bestehen in vielen Städten aus ca. 10 Personen. Die Teilnahme ist kostenlos und muss meist nicht angemeldet werden. Wer sich vorab erkundigen möchte, sollte telefonisch oder per E-Mail Kontakt aufnehmen.

    Langfristige Erfolge bei regelmäßiger Teilnahme

    • Die Teilnehmer lernen, sich selbst zu reflektieren und über persönliche Probleme zu sprechen.

    Viele positiven Effekte der Gruppentherapien reichen über die Behandlung der erektilen Dysfunktion hinaus. Wer regelmäßig an den Treffen teilnimmt, wird schnell eine Steigerung der Lebensqualität erfahren.

    Diese Fähigkeiten können sie für den Rest ihres Lebens in sämtlichen Bereichen anwenden. Das Selbstbewusstsein der Männer wird gestärkt und neue positive Glaubenssätze gefestigt.

    Neue Glaubenssätze

    • Ich fühle mich trotz Potenzschwierigkeiten männlich

    • Ich kann über meine Sorgen sprechen

    • Ich weiß, wie ich mir selbst helfen kann

    • Mein Körper verdient eine gesunde Lebensweise

    • Probleme kann ich in Chancen umwandeln

    • Anderen zu helfen stärkt mich

    Betroffene erkennen, dass sie mit dem Problem nicht alleine sind und sehen darüber hinaus, wie sie anderen Leidenden eine Stütze sein können. Anderen zu helfen ist eine enorme Bereicherung des eigenen Wohlbefindens. Das Gefühl gebraucht zu werden und eine gute Tat zu leisten, stärkt das Selbstwertgefühl.

    Selbhilfegruppen können immer hilfreich sein

    Viele Betroffene empfinden die erektile Dysfunktion zu Beginn einer Therapie als übermächtiger Bestandteil ihres Lebens, der alle weiteren Bereiche zunehmend beeinflusst. Die Selbsthilfegruppen ermöglichen es den Teilnehmern, das Problem aus der Vogelperspektive zu betrachten. Lösungsansätze und Zusammenhänge erscheinen plötzlich klarer.

    Die Männer sehen Wege, die sie gehen können, um sich selbst zu helfen. Ein erweitertes Bewusstsein für das eigene Umfeld und das Erkennen von ganzheitlichen Zusammenhänge hilft, die erektile Dysfunktion richtig einzuordnen.

    Für viele Teilnehmer sind die Sitzungen ein Anstoß, den eigenen Lebensstil zu ändern. Sie schöpfen neue Energie, um das erlernte Wissen anzuwenden, den Alltag aktiver zu gestalten, ihre Ernährung umzustellen und verschiedene Aspekte in ihrem Leben zu überdenken.

    Auch wenn Sie aufgrund von organischen Ursachen die erektile Dysfunktion nicht über Gespräche beheben können, verhelfen Selbsthilfegruppen oft für einen offenen Umgang mit der Problematik. Wer die Probleme besser erkennt, kann Sie auch besser behandeln. 

    Alternativen zu Selbsthilfegruppen:

    Ist die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe für Impotenz nicht erwünscht, kann auch ein 1:1 Gespräch mit einem Psychologen in Betracht gezogen werden. Auch eine Paartherapie oder körperliches Training kann gegen Erektionsstörungen helfen.

    Sollten die Probleme nicht mit Kommunikation gelöst werden können, werden gerne Potenzmittel wie Viagra (Sildenafil) oder auch Cialis (Tadalafil) eingesetzt. Diese sind allerdings verschreibungspflichtig und benötigen daher eine ärztliche Konsultation.

    Auch beliebt sind Penisringe, Penispumpen oder natürliche Potenzmittel um die Erektion zu verbessern.

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