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Autor: Anja Behrens, Medizinredakteurin
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 17. Februar 2020

Paartherapie & Partnerschaftlicher Umgang

Der Umstand einer erektilen Dysfunktion, wirkt sich früher oder später auf die Beziehung aus. Zwar wissen die Betroffenen, dass sie der Bindung damit schaden, sie neigen jedoch dazu, die unangenehmen Wahrheiten zu verdrängen.

Der Weg in die Paarberatung ist oft kein einfacher, denn oft wird sie fälschlicher Weise als Niederlage verstanden. Bei erektiler Dysfunktion mit psychischen Ursachen, ist diese Therapieform allerdings eine der besten Möglichkeiten, um die angeschlagene Partnerschaft zu retten und beiden Seiten eine große Last zu nehmen.

Ja, denn innerhalb der Gespräche können beide Partner emotionale Lasten abbauen, die die Beziehung andernfalls gefährden. Ohne klärende Gespräche werden nur Vermutung darüber angestellt, was im Kopf des Partners vorgeht.

Bei Beziehungsproblemen sind die Gemüter oft erhitzt und Emotionen wie Wut, Ärger und Angst verhindern eine sachliche Kommunikation.

Die Anwesenheit einer neutralen dritten Person wie einem geschulten Paarberater oder einer Beraterin hilft beiden Partnern zu Wort und gemeinsam zu einer Lösung zu kommen.

Nicht zwangsläufig. Manchmal ist es ratsam, hin und wieder Einzelgespräche mit einem der Partner oder abwechselnd beiden, im Laufe der Beratung zu führen.

Grundsätzlich werden in einer Paartherapie zunächst die Probleme der Beziehung ermittelt. Oft entsprechen die Sorgen der Partner nicht oder nur teilweise dem, was sich Mann und Frau in ihrer Vorstellung aus Vermutungen zusammenreimen. Wenn die Konfliktpunkte klar sind, kann ein gemeinsamer Lösungsweg ermittelt werden.

Informationen zur Paartherapie erhalten Männer bei ihrem Arzt, Therapeuten, im Internet oder in Selbsthilfegruppen. Im Vorfeld kann telefonisch oder per E-Mail mit dem Berater oder der Beraterin Kontakt aufgenommen werden.

Das entscheidet sich während der einzelnen Termine. Für viele Paare nimmt die Therapie mehrere Monate in Anspruch, wobei die Zahl der Treffen variiert. Bei dieser Therapieform ist Geduld gefragt, denn die angesprochenen Probleme können nicht von heute auf morgen gelöst werden.

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    Den Unwille überwinden

    Männer, die unter Potenzproblemen leiden, gehen den Weg in die Paartherapie nur selten freiwillig. Meist sind es die Frauen, die auf einen Ausweg aus dem Dilemma drängen oder mit der Trennung drohen.

    Sie wollen eine Veränderung und liegen damit richtig, denn die erektile Dysfunktion kann die Beziehung langfristig zerstören, falls beide Partner nicht richtig mit dem Thema umgehen.

    Doch warum fällt es vielen betroffenen so schwierig, an einer Paarberatung teilzunehmen?

    Warum kostet die Paartherapie so viel Überwindung?

    Bei dieser Therapieform kommen genau die Themen auf den Tisch, vor denen sich Männer gern drücken. Es wird über Gefühle, Ängste und Emotionen gesprochen.

    Wer unter einer psychologisch bedingten erektilen Dysfunktion leidet, fürchtet sich oft davor, seine lang unterdrückten Sorgen in Worte zu fassen. Solange ich sie nicht ausspreche, sind sie nicht real - lautet die Überzeugung.

    Negative Emotionen brodeln ähnlich wie in einem Kochtopf. Diesen zu öffnen fällt vielen Männern schwer, da sie glauben von den Problemen überwältigt zu werden und sich nicht mehr kontrollieren zu können. Klärende Gespräche werden deshalb vermieden und aufkommende Krisen ignoriert oder schön geredet.

    Es bedarf viel Mut, die Beziehungskonflikte nicht länger abzuwinken und sich ihnen zu stellen. Dabei hilft es, in kleinen Schritten zu denken. Den Weg in die Paartherapie zu finden, wäre ein guter Anfang. Es ist nicht nötig, alle Probleme sofort zu beseitigen und die richtigen Strategien bereit zu halten. Männer können lernen Hilfe anzunehmen und zu verstehen, dass sie den Kampf gegen die Erektionsstörung nicht allein austragen müssen.

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    Gesprächsthemen in der Paartherapie

    Die Paartherapie bietet eine sichere Umgebung, in der Themen angesprochen werden, denen bislang nicht ausreichend Beachtung geschenkt wurde. Beide Partner haben die Möglichkeit, einmal ihr Herz auszuschütten und damit ein Stück weit innere Ruhe zurück zu gewinnen.

    Zu den wichtigsten Themen innerhalb der Paarberatung zählen:

    • Die Erwartungen an den Partner

    • Angestaute Sorgen beider Partner

    • Erklärung der eigenen Ansichten

    • Was beide Partner wütend und traurig macht

    • Wünsche für die Zukunft

    Natürlich ist der Verlauf der Gespräche flexibel und variiert je nach Paar. Oft fällt es beiden Partnern zu Beginn noch schwer, frei über die genannten Themen zu sprechen. Mit der Zeit erlernen sie eine offene Kommunikation zu führen, um damit die Beziehung wieder zu stabilisieren.

    Ziel: Der richtige partnerschaftliche Umgang

    Leiden Männer unter Potenzproblemen, vergessen sie dabei oft auf die Gefühle der Partnerin zu achten. Doch auch auf dieser lastet ein großer emotionaler Druck und Selbstzweifel. 

    Im Idealfall reagieren Sexualpartner feinfühlig und verständnisvoll auf Erektionsprobleme. Ist dies nicht der Fall, müssen Männer auch lernen, unangemessene Reaktionen zu verzeihen. Besonders Frauen nehmen eine ausbleibende Reaktion oft als Beleidigung an und äußern ihren Unmut mitunter vorschnell. Ihr gekränkter Stolz sollte nicht ignoriert werden.

    Missverständnisse sind bei diesen Szenarien schon fast vorprogrammiert und können nur mit einer offenen Kommunikation beseitigt werden. Es hilft daher, nicht jedes Wort oder jede verletzende Bemerkung persönlich zu nehmen. Versuchen zu verstehen, was der andere Partner durchmacht, ist ein wichtiger Bestandteil der Problembewältigung.

    Gedanken wie "Ich bin nicht mehr attraktiv genug für meinen Mann" oder "Ich habe nicht richtig auf seine Probleme reagiert und damit die Beziehung gefährdet" sind die Folge mangelnder Kommunikation. 

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    Was wirklich zählt

    Eine Paartherapie benötigt Zeit. Je nach dem wie tief der Beziehungskonflikt schon verankert ist und wie schnell sich beide Partner öffnen können, benötigt jedes Paar eine andere Behandlungsdauer.

    In der Regel erstrecken sich die einzelnen Termine auf mehrere Monate. Für viele Paare werden die Gespräche sogar ein regelmäßiger Bestandteil der Beziehung.

    Geduld und Beharrlichkeit zahlen sich langfristig aus und beide Partner können von den vielen positiven Effekte der Paarberatung profitieren. Sind die Ursachen einer erektilen Dysfunktion psychische Probleme, kann sich auch die Erektionsstörung im Laufe der Behandlung verbessern. Da mentale Blockaden wie Versagensängste und Sorgen um die Partnerschaft abgebaut werden, ist der Kopf wieder frei für die sexuelle Lust.

    Die Paartherapie, kann neben vielen weiteren Ergebnissen, dem Paar einen gemeinsamen Weg aus dem Beziehungstief ermöglichen. 

    Weitere Ergebnisse der Paarberatung:

    Zusammengehörigkeitsgefühl

    Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Partner kann deutlich gestärkt werden.

    Hoffnung

    Beide Partner können neue Hoffnung für die Beziehung schaffen.

    Anziehung

    Die Anziehung zwischen den Partnern kann wieder zunehmen.

    Druckreduzierung

    Der emotionale Druck für beide Partner kann sich deutlich reduzieren. 

    Paartherapie bei psychologischer Ursache sehr hilfreich

    Abschließend sei gesagt, das die Paartherapie eine vielversprechende Möglichkeit bietet, die Beziehung zwischen beiden Partnern wieder zu stärken.

    Leiden Männer unter psychologisch verursachten erektiler Dysfunktion, besteht viel Gesprächsbedarf. Sorgen und Ängste sollten nicht verdrängt werden, da sie ansonsten die Partnerschaft enorm gefährden.

    Innerhalb der Paarberatung sprechen beide Partner aus, über was sie sich zuhause noch nicht äußern konnten. Das Gefühl der Machtlosigkeit verschwindet auf beiden Seiten zunehmend im Verlauf der Therapie. Bereits nach den ersten Gesprächen können Paare eine deutliche Erleichterung verspüren und eine Verbesserung ihrer Situation beobachten.

    Ergänzend hierzu kann natürlich dennoch mit anderen Behandlungsmethoden gearbeitet werden. So ist der Einsatz von PDE-5-Hemmern bei psychologischen Ursachen sehr vielversprechend, bietet allerdings nur eine temporäre Lösung. Eine primäre, dauerhafte Behebung der Erektionsstörung, kann in solchen Fällen häufig nur durch eine offene Kommunikation und therapeutischer Hilfe erfolgen.  

    • Psychosoziale Therapie von Impotenz/Erektionsstörungen – sexmed.at
    • Discussing Erectile Dysfunction With Your Partner - WebMD
    • Healing Erectile Dysfunction | Psychology Today

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