Autor: Anja Behrens, Medizinredakteurin
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 20. April 2020

Hypnose gegen Erektionsstörungen

Falls eine erektile Dysfunktion auf psychischen Ursachen basiert, liegen die Auslöser häufig auch auf der Ebene des Unterbewusstseins. Um dort ansetzten zu können muss das Überbewusstsein passiert werden. Dies kann neben dem Einsatz von PDE-5-Hemmern auch mittels einer Hypnose-Behandlung erfolgen.

Während einer Hypnose befinden wir uns in einem maximal entspannten, schlafähnlichen Zustand, der auch als Trance bezeichnet wird. Die Trance ermöglicht es dem Hypnotiseur, Zugang zu unserem Unterbewusstsein zu erlangen und darin Botschaften zu verankern. Dadurch werden mentale Blockaden aufgelöst und psychisch bedingte Probleme behoben.

Ja, insofern die erektilen Dysfunktion durch psychische Ursachen hervorgerufen wird. In diesem Fall können negative Glaubenssätze, die im Unterbewusstsein verankert sind, aufgelöst und durch positive Botschaften ersetzt werden. Durch die Auflösung der mentalen Blockaden ist eine Erektion wieder möglich.

Eine Garantie kann natürlich nicht gegeben werden, die Erfolge der Behandlung sind unter den Patienten sehr individuell. 

Patienten befinden sich in einer Trance und blenden Einflüsse aus dem Umfeld völlig aus. Sie können sprechen und Antworten frei von der Wertung ihres Überbewusstseins geben. In diesem Zustand kann der Therapeut beispielsweise Fragen stellen, die die genauen Ursachen der Impotenz ans Licht bringen. 

Interessierte können einen Termin in einer therapeutischen Praxis vereinbaren, welche Hypnose-Behandlungen anbietet. Informationen dazu liefert der Hausarzt oder das Internet. Auch Fern- und Eigenhypnosen, beispielsweise mittels Audiodatein und CDs werden angeboten.

Abhängig vom Mann können sich erste Erfolge bereits nach einer Sitzung einstellen. In den meisten Fällen nimmt die Behandlung nicht mehr als einige Wochen in Anspruch. Da es keine Garantie gibt, kann eine Behandlung in besonders schweren Fällen auch mehr Zeit in Anspruch nehmen. 

Bei der von vielen gefürchteten Gehirnwäsche während einer Hypnose handelt es sich um eine unbegründete Angst. Die Trance ist ein Zustand, in den wir nur dann sinken, wenn wir für die Behandlung bereit sind. Wir können auch selbstständig aus der Hypnose erwachen.

Dennoch sollte im Gespräch vor Beginn der Behandlung eine gute Vertrauensbasis zum Therapeuten aufgebaut werden. 

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Kaspars Grinvalds / shutterstock.com
Übersicht:
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    So funktioniert Hypnose

    Die Hypnose ist eine Behandlungsmethode aus dem Feld der Psychotherapie. Sie beschreibt einen Zustand, der dem Schlaf sehr nahe kommt. Beim Schlafen sind wir jedoch nicht ansprechbar und reagieren nicht auf an uns gerichtete Worte.

    Während der Hypnose sind wir in der Lage, eine Unterhaltung zu führen, weshalb man den hier erreichten Zustand als Trance und nicht als Schlaf bezeichnet. Die hypnotisierte Person wird dabei in absolute Entspannung versetzt und öffnet so ihr Unterbewusstsein gegenüber dem Hypnotiseur.

    Im Verlauf der Hypnosebehandlungen findet eine Art Umprogrammierung des Unterbewusstseins statt. Auch wenn es zunächst erschreckend klingt, handelt es sich dabei um einen völlig normalen Prozess, der täglich im Gehirn stattfinden. Im Laufe unseres Lebens programmieren wir uns selbst durch neue Überzeugungen und äußere Einflüsse immer wieder selbst um. Die Hypnose ist lediglich ein Weg, um diesen Prozess zu beschleunigen und in die richtige Richtung zu lenken.

    Vorteile der Hypnose

    Im Gegensatz zu Medikamenten wie den gängigen PDH-5-Hemmern, zu denen auch Viagra zählt, behandelt Hypnose die Ursache der erektilen Dysfunktion und nicht nur deren Symptome.

    Zwar ist eine Medikamentengabe schnell und effizient, die positiven Effekte wirken allerdings nur solange, wie die Pillen eingenommen werden und verschwinden mit deren Absetzten.

    Psychische Auslöser einer Impotenz können sich dadurch verschlimmern, da Betroffene eine psychische Abhängigkeit gegenüber der Medikamente entwickeln. Das Gefühl auf den Wirkstoff angewiesen zu sein und ohne diesen generell keinen Sex haben zu können, schädigt das bereits instabile Selbstbewusstsein zusätzlich. Es entsteht eine Abwärtsspirale, aus der die Hypnose einen Ausweg liefern kann.

    Weitere Vorteile der Hypnose-Behandlung:

    • es sind schnelle Erfolge erzielbar

    • psychische Probleme werden dauerhaft behoben

    • Selbsthypnose ist möglich und kann erlernt werden

    • Hypnose gleicht innere Unruhen aus

    • positive Effekte der Hypnose reichen über die Potenz hinaus

    • Medikamente sind im Idealfall nicht mehr nötig

    Hypnose bei erektiler Dysfunktion

    Eine erektile Dysfunktion kann mittels Hypnose behandelt werden, solange es sich bei den Ursachen nachweislich um psychische Probleme handelt.

    Bevor Betroffene eine Hypnosebehandlung beginnen, sollten organische Auslöser unbedingt ausgeschlossen werden. Viele der Therapeuten, welche ihre Patienten mittels Hypnose behandeln, bestehen vor der Terminvereinbarung auf einen ärztlichen Nachweis, der organische Auslöser der Impotenz ausschließt.

    Zum Beginn der Behandlung verschafft sich der Therapeut zunächst ein Bild über die genauen Ursachen der psychisch bedingten Impotenz.

    Die Hypnotherapie hilft ihm, den Patienten die wahren Gründe der ausbleibenden Erektion zu entlocken. Diese sind häufig komplex und haben sich über einen langen Zeitraum im Unterbewusstsein gefestigt. Zu versteckt und vernetzt sind die tief sitzenden Blockaden, als sie im wachen Zustand erkenn zu können.

    Im Falle einer erektilen Dysfunktion liegen auf der Ebene des Unterbewusstseins Blockaden vor, die eine Erektion verhindern.

    Beispiele für Blockaden:

    • weibliche Reize wirken nicht mehr anziehend
    • Versagensängste
    • Lustlosigkeit
    • Schuldgefühle gegenüber Partnern
    • schlechte Erfahrungen beim Sex in der Vergangenheit

    Die Umprogrammierung für eine erfolgreiche Erektion

    Hinter den genannten Blockaden stecken sogenannte negative Glaubenssätze, die betroffene Männer mit der Zeit verinnerlicht haben, ohne sich darüber völlig bewusst zu sein.

    Ersetzen lassen sich diese im Rahmen der Hypnose durch sogenannte positive Suggestionen. 

    Suggestion

    Was ist das?

    Bei Suggestionen handelt es sich um Botschaften, welche manipulativ auf das Unterbewusstsein einwirken. Diese passieren das Bewusstsein und werden daher nicht wahrgenommen oder gewertet. Spürbar sind nur die Folgen der Suggestionen.

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    Aha-Soft / shutterstock.com

    Welche Suggestionen bei der jeweiligen Hypnose zur Anwendung kommen entscheidet der Therapeut. Natürlich können sie vor der Behandlung erfragt werden.

    • Ziel der Suggestion:

      Bestimmte Reize sollen wieder eine Erektion auslösen

    Im Rahmen der Behandlung verankern die Suggestionen die neuen positiven Glaubenssätze im Unterbewusstsein und ersetzen damit bisherige negative Glaubensmuster.

    Es ist anschließend nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die positiven Botschaften auf das Bewusstsein und aktive Handeln übertragen.

    Die Effekte der Hypnose beruhen auf zwei Faktoren:

    • Blockaden auflösen

      Blockaden, die die Erektion verhindern, werden aufgelöst und die Erektionsfähigkeit wieder hergestellt.

    • Selbstbewusstsein stärken

      Neue Glaubenssätze festigen das Selbstbewusstsein und die mentale Gesundheit, wodurch sich die Potenz zusätzlich verstärkt

    Fazit zur Hypnose gegen Potenzstörungen

    Die Hypnose als Behandlung bei einer erektilen Dysfunktion kann für Betroffene der Ausweg aus der Abwärtsspirale von Selbstzweifeln und Medikamenteneinnahme sein.

    Natürliche Reize wie sexuelle Lust, können nach erfolgreicher Hypnose wieder eine Erektion auslösen. Die psychotherapeutische Behandlungsmethode setzt tief im Unterbewusstsein an und ist dadurch besonders effektiv und langanhaltend.

    Anstelle von Symptomen werden die Auslöser der Impotenz behoben. In wenigen Sitzungen kann betroffenen Männern zu einem neuen Lebensgefühl verholfen werden.

    Dies kann natürlich nur Erfolgreich sein, wenn die Ursache der erektilen Dysfunktion in der Psyche liegt. Bei oragnischen Ursachen kann die Hypnose keinerlei Effekte erreichen. Grundsätzlich kann die Hypnose von Patient zu Patient, unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Daher ist eine gesunde Skpesis bei gewissen Erfolgsversprechen immer angebracht.

    Die Behandlung mittels Hypnose wird deutlich seltener als die Medikamenteneinnahme gewählt, denn schließlich kostet es auch mehr Zeit und Überwindung sich intensiv - insbesondere in der Psyche - mit dem Problem zu beschäftigen.

    Wie viel Sitzungen nötig sind um die erektile Dysfunktion mittels Hypnose vollkommen zu heben und welchen Kostenumfang dies mit sich bringt, kann so allgemein nicht gesagt werden.

    Alternativen:

    Beliebte Alternativen zur Hypnose gegen erektile Dysfunktion, ist der Einsatz von PDE-5-Hemmer. Potenzmittel wie Viagra (Sildenafil) oder auch Cialis (Tadalafil) sind die am häufigsten verschriebenen Arzneimittel gegen Erektionsstörungen. Die Tabletten wirken sehr effektiv, allerdings nur wenn auch eine sexuelle Lust besteht.

     

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