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Autor: Michael Rothenberg, Medizinredakteur
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 26. April 2020

Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT)

Bei der intrakavernöse Injektionstherapie wird ein Medikament in den Penisschwellkörper gespritzt. Abgekürzt wird die Behandlungsform SKAT genannt. Diese Behandlungsmethode wird häufig dann gewählt, wenn eine Schädigung der Nerven vorliegt und PDE-5-Hemmer nicht effektiv helfen können.

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Funstock / shutterstock.com

Die Wirkstoffe in der Spritze sorgen für eine Erschlaffung der (glatten) Penismuskulatur. Durch diesen Effekt werden die Hohlräume im Penis größer und das Blut kann besser einfließen. Dadurch ist eine Erketion möglich. 

Für alle Männer, die unter erektiler Dysfunktion leiden und keine PDE-5-Hemmer einnehmen können, eignet sich die Injektionstherapie. 

Sollte beispielsweise eine Störung im Nervensystem vorliegen, kann die Spritze helfen, wo es PDE-5-Hemmer nicht tun können. 

  • Bei einer Penisverkrümmung
  • Bei Penisimplantaten
  • Oder bei Erkrankungen wie Sichelzellanämie, Leukämie & multiples Myelom. 

Eine Behandlung bei gleichzeitiger Einnahme von blutverdünnenden Mitteln ist keine Kontraindikation. Um zu starke Blutungen zu vermeiden, sollte allerdings mit einem Alkoholtupfer einige Minute Druck auf die Einstichstelle ausgeübt werden. 

Die Wirkung tritt innerhalb von etwa 10 Minuten in Kraft. Die Wirkung hält bis zu einer Stunde an.

Nein, in der Regel werden bei korrekter Anwendung keine schmerzen empfunden, da die Nadel sehr dünn ist. Schmerzen zählen allerdings zu den möglichen Nebenwirkungen. 

Aktuell gibt es 4 zugelassene Medikamente, die als Schwellkörper-Auto-Injektions-Therapie (SKAT) genutzt werden können.

  • Caverject
  • Caverject Impuls
  • Viridal
  • Androskat
Übersicht:
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    Die Schwellkörper-Injektionstherapie

    Die Schwellkörper-Injektionstherapie ist eine sehr wirksame Behandlung der erketilen Dysfunktion. Erstmalig wurde diese Form der Behandlung breites in den 80er Jahren angewandt.

    Ein großer Vorteil der Spritze ist, dass die Wirkung auch dann einsetzen kann, wenn Nervenbahnen gestört sind, beispielsweise durch eine Querschnittslähmung.

    Für die Anwendung wird eine sehr dünne Nadel mit einem Wirkstoff direkt in den Schwellkörper des Penis gespritzt. Dadurch wird innerhalb von etwa 10 bis 15 Minuten eine Erektion ausgelöst, welche etwa eine Stunde anhalten kann.

    Die Anwendung sollte also unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr statt finden.

    Wirkungsweise:

    • Wirkung beruht auf den körpereigenen Botenstoff Alprostadil (Prostaglandin E1)

    • Der Botenstoff sorgt dafür das Muskelzellen der Penisarterien erschlaffen

    • Die Blutgefäße können sich somit weiten und Blut störmt in den Schwellkörper

    • Hinweis: Die Wirkung setzt auch bei geschädigtem Nervensystem ein.

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    Vorteile und Nachteile

    Die Autoinjektionstherapie bringt gewisse Vor- aber auch Nachteile mit sich.

    Männer, die keine geschädigten Nevenbahnen haben, sollten es aufgrund der einfachen Anwendung zu erst mit PDE-5-Hemmer probieren. Auch die längere Wirkungsdauer und das Preis-/ Leistungsverhätlnis spricht eher für die medikamentöse Therapie.

    Bleibt einem allerdings aufgrund gewisser Umstände keine andere Möglichkeit, bietet die Spritze eine gute Alternative.

    Vorteile

    ✅ Sehr schneller Wirkungseintritt

    ✅ Hohe Wirksamkeit & Erfolgsquote

    ✅ Funktioniert auch bei geschädigten Nervenbanhnen

    Nachteile

    ❌ Anfängliche Dosierungsschwierigkeiten

    ❌ Mögliche verlängerte, schmerzhafte Erektion

    ❌ Blutergüsse (oder Knotenbildung) an der Einstichstelle

    ❌ Mögliche Schmerzen führen häufig zu Abbruch

    Mögliche Nebenwirkungen

    Wie bei allen Medikamenten, kann es auch bei einer Injektionstherapie zu Nebenwirkungen kommen. 

    Die bekanntesten Nebenwirkungen sind Dauererektionen, Knotenbildung an den Einstichstellen, Blutergüsse oder auch Schmerzen am Penis. Wieso es zu diesen Nebenwirkungen kommen kann und was Sie dagegen tun können, erklären wir jetzt im Detail.

    Dauererektion über 4 Stunden

    Sehr lang anhaltende Erektionen können zu Schäden im Schwellkörper führen. Bei einer Erektion, die über 4 Stunden anhält, sollten Sie sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben. Erste Anlaufstelle: Urologische Kliniken.

    Solche eine unerwünschte Dauererektion kann vor allem dann auftreten, wenn Sie noch nicht die richtige Dosis gefunden haben und zu viel Wirkstoff gewählt haben.

    Tipp: Tasten Sie sich langsam an die richtige Dosis heran. Entscheiden Sie sich anfangs für eine geringe Einstiegsdosis und steigern Sie diese falls die Wirkung nicht ausreichen sollte. 

    Knotenbildung an den Einstichstellen

    An den Einstichstellen könnte eine Knotenbildung entstehen. Um dies zu verhindern, wird dazu geraten, einen systematischen Wechsel der Einstichstellen zu wählen. Im Idealfall notieren Sie die letzte Einstichstelle, um beim nächsten Mal, nicht erneut die gleiche zu wählen.

    Mögliche Einstichstellen:

    • Wahlweise: Rechts oder Links am Penis

    • Nah am Körper (Begin)

    • Etwa auf der Hälfte der Länge

    • An 2/3 der Penislänge

    Tipp:

    Hilfreich ist es nach dem Spritzen mit einem Alkoholtupfer etwa 3-5 Minuten lang auf die Einstichstelle zu drücken.

    Blutergüsse am Penis

    Kleine Blutergüsse sind nichts untypisches. Oft verschwinden diese wieder nach wenigen Tagen. Dies kommt vor allem dann zu Stande, wenn Sie eine Vene beim Einstechen getroffen haben sollten.

    Tipp:

    Auch hier kann es helfen auf die Einstichstelle zu drücken und dadurch die Bildung von Hämatome zu mindern.

    Schmerzen & Spannungsgefühle

    Besonders anfänglich wird ein leichtes Spannungsempfinden relativ häufig wahr genommen. Auch ein Schmerzempfinden, besonders nach operativen Eingriffen, ist keine Seltenheit.

    Häufig führen dann zu starke Schmerzen dazu, dass die Behandlung mit der Schwellkörper-Autoinjektionstherapie abgebrochen wird. Um dies zu verhindern können Sie es auch erst noch mit ein paar Tipps gegen die Schmerzen probieren.

    Tipps gegen Schmerzen

    • Schmerzen zu Beginn

    Nach etwa 20 bis 30 Anwendungen lassen die Schmerzen laut zahlreichen Erfahrungsberichten deutlich nach. Es kann also nützlich sein, wenn es Ihnen möglich ist, die Phase der Schmerzen ohne weitere Änderungen zu überwinden.

    • Dosis verringern

    Auch hier ist wieder eine geringere Dosis empfehlenswert. Es wäre sogar sinnvoll anfangs eine zu geringe Dosis zu wählen, damit wie oben erwähnt, die Schmerzen durch häufige Anwendung verringert werden.

    Zusätzlich können anfangs andere Behandlungsmethoden gewählt werden, um eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion aufzubauen. (Beispiel Penisring, natürliche Potenzmittel)

    • Wirkstoff wechseln

    Bleibt Ihnen nichts anderes überlassen, sollten Sie sich für einen anderen Wirkstoff entscheiden. Ideal wäre eine Mischung aus Papaverin und Phentolamin. Diese Wirkstoffe sind im Medikament Androskat enthalten.

    Bei diesem Medikament sprechen Erfahrungsberichte von deutlich weniger Schmerzen, allerdings häufiger von einer Dauererektion. Die Dauererektion lässt sich allerdings gut durch geringere Dosierungen und wechselnden Einstichstellen reduzieren.

    Auch das beimischen von einem Schmerzmittel wie Lidocain in die Spritze, wäre eine Möglichkeit die Schmerzen von SKAT zu reduzieren. Diese Handhabung erfordert allerdings Erfahrung in sterilem Arbeiten und ist daher für unerfahrene Anwender nicht empfehlenswert.

    MUSE - Die Alternative zu SKAT

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    Als mögliche Alternative zu SKAT, welche ebenfalls lokal anzuwenden ist, wäre ein Potenzstäbchen.

    Dadurch wird der benötigte Wirkstoff Alprostadil in Form einer sehr kleinen Tablette mittels Applikator in die Harnröhre eingeführt. Die Wirkung tritt hierbei ebenfalls bereits nach etwa 5 bis 10 Minuten ein, soll allerdings eine geringere Erfolgsrate haben. Das bekannteste Medikament mit dieser Wirkungsweise nennt sich "MUSE".

    • MUSE (Medicated Urethral System for Erection)

    MUSE wird von MEDA Pharma vertrieben und steht für Medicated Urethral System for Erection.

    Der Wirkstoff wird bei MUSE über einen Applikator wenige Zentimeter in die Harnröhre eingeführt. Durch betätigen eines Stempels wird der Wirkstoff im Stäbchen dann in die Harnröhre abgegeben.

    Anschließend wird empfohlen, den Penis für etwa 10 Sekunden zwischen den Handflächen zu rollen. Dies ermöglicht es dem Wirkstoff sich entlang der Harnröhre gleichmäßig zu verteilen.

    Die Anwendung von MUSE ist für viele Patienten anfänglich umständlich und kostet Überwindung. Insgesamt ist die Anwendung allerdings für viele Patienten angenehmer als bei SKAT, denn immerhin ist MUSE keine direkte Injektion.

    Wer die Anwendung übt, muss keinerlei Angst haben sich durch das Einführen des Applikators die Harnröhre Verletzungen zu zuführen. Nach es Training ist die Anwendung für die meisten Patienten kein Problem mehr.

    Alternativen:

    Wenn Männer ein Stäbchen oder eine Injektion zur Behandlung der Impotenz zu unangenehm ist, können auch Potenzmittel oral geschluckt werden. Die bekanntesten hierfür sind Viagra oder auch Cialis. Diese können allerdings nur wirken, wenn keine Nervenschäden vorliegen und sexuelle Lust besteht.

    1. Current status of local penile therapy. – ncbi.nlm.nih.gov
    2. Transurethral alprostadil with MUSE (medicated urethral system for erection) vs intracavernous alprostadil--a comparative study in 103 patients with erectile dysfunction. – ncbi.nlm.nih.gov
    3. ORIGINAL RESEARCH—ED PHARMACOTHERAPY: Patient‐Reported Pain with Initial Intracavernosal Injection – onlinelibrary.wiley.com
    4. Treatment Options for Erectile Dysfunction – sciencedirect.com
    5. Intracavernous injections: Past, present, and future – link.springer.com
    6. http://www.medapharma.de/fileadmin/user_upload/DE/Gebrauchsinformationen/Muse_500mcg_10-2013.pdf
    7. Long-term efficacy and compliance of MUSE for erectile dysfunction following radical prostatectomy: SHIM (IIEF-5) analysis. – ncbi.nlm.nih.gov

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