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Autor: Anja Behrens, Medizinredakteurin
Überprüft von: Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert: 26. April 2020

Gesunde Lebensweise gegen erektile Dysfunktion

Die Lebensweise kann sich sowohl positiv als auch negativ auf die Erektionsfähigkeit auswirken.

Sie sollten wissen, wie sie im Falle einer erektilen Dysfunktion ihren Speise- und Bewegungsplan effektiv umgestalten. Denn mit den richtigen Maßnahmen kann einer Potenzstörung entgegengewirkt werden.

Folgende Lebensweisen beeinflussen die Potenz negativ:

  • Wenig Bewegung
  • Ungesunde Ernährung
  • Alkohol & Nikotin
  • Stress & Schlafmangel

Positive Lebensweisen für die Erektionsfähigkeit sind:

  • Gesunder BMI (Körpergewicht)
  • Sportliche Betätigung
  • Gesunde Lebensmittel
  • Ausreichend Schlaf
  • Stressminderung

Leiden Sie unter einer schweren erektilen Dysfunktion, können diese Umstellungen oft nicht ausreichend. In den meisten Fällen müssen andere Behandlungsmethoden eingeleitet werden.

Haben Sie allerdings nur gelegentlich Schwierigkeiten mit der Stehkraft, können diese positiven Umstellungen in der Lebensweise, bereits positive Effekte erzeugen.  

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KucherAV / shutterstock.com
Übersicht:
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    Einfluss der Lebensweise auf die Potenz

    Leiden Männer an einer erektilen Dysfunktion, sind meist mehrere Faktoren an deren Entstehung beteiligt. Die Potenz ist unter anderem stark von der körperlichen Verfassung abhängig. Wer seine Gesundheit im fortschreitenden Alter vernachlässigt, muss weitreichende Folgen befürchten.

    Eine ungesunde Lebensweise zeichnet sich beispielsweise durch folgende Verhaltensweisen aus:

    • mangelnde Bewegung, kein Sport

    • fetthaltige und unausgeglichene Ernährung

    • regelmäßiger Alkoholkonsum

    • Rauchen

    • Stress und Schlafmangel

    Diese Faktoren beeinflussen Stoffwechselvorgänge im gesamten Körper negativ.

    Eine Erektion ist ein komplexer Ablauf. Sie erfordert sowohl einen intakten Hormonhaushalt und die Reizweiterleitung über die Nervenbahnen. Geht es dem Körper schlecht, ist mindestens einer dieser Vorgänge oftmals gestört.

    Das Alter – Unverhinderbar

    Das Alter hat einen entscheidenden Einfluss auf körperliche Funktionen wie die Potenz. 

    Im Laufe der Zeit baut der Körper an Leistungsfähigkeit ab. Dabei ist jedoch nicht zwangsläufig das Alter auf dem Personalausweis entscheidend. Viel wichtiger ist das biologische Alter, welches den Zustand unseres Körpers widerspiegelt.

    Männer, die sich verstärkt um eine gesunde Lebensweise bemühen, können ihr biologisches Alter gezielt senken. Dafür ist es nie zu spät.

    • Eine Veränderung der Lebensweise wirkt sich zu jedem Zeitpunkt günstig auf das Wohlbefinden aus.

    Je weiter das biologische Alter gesenkt werden kann, desto Leistungsstarker wird der Körper. Die Chance, dass alle für eine Erektion nötigen Stoffwechselvorgänge reibungslos arbeiten, erhöht sich. Eine erektile Dysfunktion, die auf eine ungesunde Lebensweise zurückgeführt werden kann, ist damit umkehrbar.

    Übergewicht und erektile Dysfunktion

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    Motortion Films / shutterstock.com

    Eine krankhafte Fettleibigkeit wird auch als Adipositas bezeichnet. Besonders gefährlich ist dabei das Bauchfett. 

    Hat der Bauch eines Mannes einen Umfang von mindestens 94 cm, sprechen Ärzte von leichten bis mittelschweren Übergewicht. Erreicht der in der Höhe des Bauchnabels gemessene Umfang einen Wert von über 102 cm, gilt die Person als stark übergewichtig.

    Das Übergewicht begünstigt eine erektile Dysfunktion gleich mehrfach. Zum einen ist das Fettgewebe selbst ein potenzieller Störfaktor des Hormonspiegels. Für eine Erektion benötigt der Körper eine gewisse Menge des männlichen Sexualhormons Testosteron.

    Das hochaktive Fettgewebe wandelt Testosteron jedoch in das weibliche Hormon Östrogen um. Der Testosteronspiegel sinkt ab und die Erektion wird erschwert. Darüber hinaus führt der Testosteronmangel zu weiteren Begleiterscheinungen, die sich negativ auf die Potenz auswirken. Er senkt beispielsweise das sexuelle Verlangen und bewirkt den Abbau von Muskelmasse.

    Nicht nur der Hormonhaushalt ist vom Übergewicht betroffen. Die Fettleibigkeit zieht erhöhte Blutfettwerte nach sich, wodurch das Risiko von Bluthochdruck und Herz-Kreislauferkrankungen steigt. Darüber hinaus wird eine Diabeteserkrankung, auch als Zuckerkrankheit bekannt, in ihrer Entstehung begünstigt.

    Genussmittel als Auslöser

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    Genau wie bei einer Fettleibigkeit kann ein übermäßiger Alkoholkonsum den Testosteronspiegel senken. Das Sexualhormon steht damit nicht mehr in ausreichenden Mengen zur Verfügung. 

    Alkohol ist darüber hinaus ein Nervengift. Bei häufigen übermäßigen Genuss schädigt es das Nervensystem und bewirkt das Absterben der Nervenzellen.

    Zur Erektion kommt es nur dann, wenn die nötigen Informationen vom Gehirn über die Nervenbahnen weitergeleitet werden. Wurde das Nervensystem durch den Alkohol zu stark geschädigt, ist dieser Ablauf nicht mehr möglich und die Erektion bleibt aus.

    Männer, die regelmäßig alkoholische Getränke zu sich nehmen, weisen häufig erhöhte Blutfettwerte auf.

    Da die Leber im Blut befindlichen Alkohol zuerst abbaut, wird der Abbau von Fetten aus der Nahrung vernachlässigt. In der Folge können Blutgefäße durch Ablagerungen verengt werden, wodurch kein ausreichender Blutfluss mehr gegeben ist. Ohne ungehinderte Blutversorgung kann keine Erektion entstehen.

    Gleiches gilt für den Konsum von Zigaretten. Rauchen kann die Blutgefäße verengen und damit die Versorgung wichtiger Organe, darunter der Geschlechtsorgane, verhindern.

    Sport und Ernährung mit Plan

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    Viele Männer befassen sich im Laufe ihres Lebens erst mit dem Thema Gesundheit, wenn bereits Erkrankungen oder körperliche Einschränkungen eingetreten sind. Dementsprechend hoch ist die Überforderung bei der Umstrukturierung des eigenen Lebensstils.

    Um bei einer erektilen Dysfunktion die körperliche Verfassung zu verbessern und die Potenz wieder herzustellen, sollten Betroffene mit Plan vorgehen. Ein wenig mehr Obst und Gemüse reicht nicht aus, um die Folgen jahrelanger ungesunder Lebensweise rückgängig zu machen.

    Besser ist es daher, auf den Rat von Experten zu vertrauen. Der behandelnde Arzt, Fitnesstrainer oder Diätassistenten helfen bei der Erstellung eines Sport- und Ernährungsprogramms. 

    Wem es unangenehm ist, über die erektile Dysfunktion zu sprechen, der sollte dennoch zumindest den Hausarzt über die Gründe der gewünschten Veränderungen informieren. Für alle weiteren Personen reicht die Information, dass man seine gesundheitliche Konstitution verbessern möchte, um die eigene Lebensqualität zu erhöhen.

    Ein Sport- und Ernährungsplan bringt mehrere Vorteile mit sich. Die Zufuhr von Nährstoffen und Kalorien kann optimal auf das Alter und die körperliche Verfassung des Mannes angepasst werden. Außerdem berücksichtigt ein Bewegungsplan persönliche Wünsche und kann den eigenen Tagesrhythmus und Vorlieben einbeziehen.

    Wer ein konkretes Ziel vor Augen hat und dieses in schriftlicher Form festhält, hat mehr Motivation, seine Pläne in die Tat umzusetzen.

    Lebensmittel für die Steigerung der Potenz

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    Eine gesunde Ernährung verbesserte die gesamte körperliche Verfassung.

    Darüber hinaus gibt es jedoch Lebensmittel, die die Potenz gezielt steigern können. Bei regelmäßigen Verzehr ist dieser Effekt auf zwei Aspekte zurückzuführen.

    Bestimmte Lebensmittel fördern die Durchblutung und sorgen damit für einen ungehinderten Blutfluss, der auch für die Erektion notwendig ist. Zudem gibt es Mineral- und Nährstoffe, die den Testosteronspiegel ausgleichen und die Produktion des Sexualhormons ankurbeln.

    Das Eiweiß L-Arginin wird normalerweise vom Körper selbst produziert. Es entspannt die Blutgefäße und begünstigt so den Blutfluss. Durch die gesteigerte Blutzirkulation wird die Potenz gefördert.

    L-Arginin ist unter anderem in folgenden Lebensmitteln enthalten:

    • Walnüsse

    • Erdnüsse

    • Kürbiskerne

    • Linsen

    • Fischsorten wie Lachs oder Thunfisch

    Gurke und Zucchini enthalten den Stoff Citrulin, der den L-Argininspiegel längere Zeit hochhalten kann und Abbau verhindern. Die Testosteronproduktion wird durch die Mineralstoffe Zink und Magnesium angeregt.

    Um diesen Effekt zu erzielen, sollten Männer folgende Lebensmittel in ihren Speiseplan einbauen:

    • Nüsse

    • Eier

    • Naturreis

    • Haferflocken

    • Rinderfilet

    • Hähnchen

    • Spargel

    Lebensweise optimieren & Impotenz vermeiden

    Wenn es daran geht, den eigenen Speise- und Bewegungsplan umzustrukturieren, sehen sich viele Männer einer Mammutaufgabe gegenüber. Mit Hilfe von Experten und Ärzten kann jedoch eine gesunde Lebensweise erreicht werden, die sich förderlich auf die Potenz auswirkt.

    Wichtig ist, die Veränderungen nicht nur einseitig vorzunehmen. Der abendliche Salat reicht oft nicht aus. Bauchfett sollte mit Hilfe regelmäßiger Sporteinheiten und einem ganzheitlichen Ernährungsplan reduziert werden.

    Der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten fällt vielen Männern schwer. Der Schritt lohnt sich jedoch, da die gesamte körperliche Verfassung verbessert wird.

    Wer sein biologisches Alter gezielt senkt, sorgt für einen ungehinderten Blutfluss und eine intakte Funktion aller Stoffwechselvorgänge.

    • Ein gesunder Körper bewirkt auch eine gesunde Potenz.

    Alternativen:

    Sollten zahlreiche Versuche noch immer nicht helfen, können auch Potenzmittel wie Viagra (Sildenafil) oder Cialis (Tadalafil) verschrieben werden. Hier ist der Arztbesuch allerdings zwingend erforderlich.

    1. 5 natural ways to overcome erectile dysfunction - Harvard Health
    2. Manage Erectile Dysfunction with Healthy Diet & Exercise – WebMD
    3. Can Lifestyle Changes and Natural Treatments Help Erectile Dysfunction? – healthline.com
    4. Erectile Dysfunction Treatment: Can Food and Diet Help? – healthline.com
    5. Foods that Helps in Longer & Strong Erection - Times of India
    6. Effect of Nut Consumption on Erectile and Sexual Function in Healthy Males: A Secondary Outcome Analysis of the FERTINUTS Randomized Controlled Trial – ncbi.nlm.nih.gov

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